3D-Drucker erschließt neue Klientel

Pegasus vom Hightech-Kasten

Der Hightech-Kasten in der Stadtbibliothek zieht die Blicke auf sich und lockt ganze neue Kunden in die städtische Einrichtung. - Foto: Stadtbibliothek.

Verden - Von Pioniergeist in der Stadtbibliothek berichtete Leiter Stefan Kaplon dem Kulturausschuss des Rates. Was da diese Aufbruchstimmung und jede Menge neue Kundschaft für die städtische Einrichtung mobilisiert, ist ein neues Gerät: Der 3D-Drucker, den die Bücherei mit Hilfe des Förderkreises aufstellen konnte.

Den gläserne Würfel mit seinem Hightech-Innenleben steht wirkungsvoll aufgebaut genau da, wo alle Besucher der Stadtbibliothek vorbeigehen. „Wenn er druckt ist das für Kinder wie Fernsehen“, hat Stefan Kaplon beobachtet. Oben darüber, in einer kleinen Glasvitrine sind ein paar Beispiele für das, was der Drucker so druckt. Ein Geduldspiel in Grau, Lesezeichen in Rot und einiges mehr.

Vor allem Männer und Kinder von Technik fasziniert

„Wir hatten mal jemanden, der sich eine kleine Statuette als Mutterstagsgeschenk ausdrucken lassen hat“, berichtete Kaplon dem Ausschuss. Die Bibliothek nimmt mittlerweile Aufträge an. Die Interessenten kommen mit SD-Speicherkarten, auf denen ihre Projekte im richtigen dreidimensionalen Dateiformat gespeichert sind. Die karten werden in den Drucker geschoben und er legt los.

Vor allem Männer und Kinder seien von der relativ neuen Technik fasziniert, hat Kaplon beobachtet. Mit ihrem Angebot erreicht seine Einrichtung mittlerweile ganz neue Kundenbereiche. „Zum Beispiel aus dem Modellbau“, sagt Kaplon.

Die Detailgenauigkeit ist enorm

Das Material jedenfalls sei erstaunlich stabil, aber man müsse auch die Eigenarten des kleinen Wunderkastens beachten. Kaplon führte einen kleinen Pegasus als Beispiel vor. Das Flügelpferd ist sehr ungünstig für die neue Technik. Schon, dass nicht alle Beine bis zum Boden reichen, stellt den Drucker vor ein Problem. Er baut die Figur Schicht für Schicht von unten nach oben auf. In der Luft schwebend kann er aber nun einmal keine erste Schicht anfangen. So hat denn das Pferdchen keine Beine. Die augebreiteten Flügel aber sitzen fest und lassen sich auch mit Kraftanstrengung nicht verbiegen oder gar brechen. „Und die Detailgenauigkeit ist enorm“, ist auch der Stadtbibliotheksleiter begeistert.

Eine Fadenrolle, so erklärte Kaplon, versorge das Gerät mit dem Material. Diesmal war der Kunststoff blau. Aber die kleinen Beispiele oben in der Vitrine sind auch rot und grau. „Wir nehmen die Aufträge an und lassen sie ausdrucken. Die Leute können sie dann gegen eine relativ kleine Gebühr abholen.“ Warten können sie allerdings nicht darauf, dass der Drucker mit ihrem Projekt fertig ist. Für den kleinen Pegasus hat der Hightech-Kasten etwa acht Stunden benötigt. 

kle

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