„Pechvögel“ nicht vermittelbar

18 Hunde und 124 Katzen derzeit im Verdener Tierheim

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Das Meerschweinchenjunge „Woodstock“. Der kleine Kerl wurde am ersten Weihnachtstag geboren und wartet nun auf eine Vermittlung.

Verden - Tierheimleiterin Heidi Seekamp und ihre sechs Vollzeit- und zwei Teilzeitmitarbeiter kennen es eigentlich gar nicht anders: „Hier ist zum Jahresbeginn viel los; alles ist wie immer.“ Zur Zeit beherbergt das Tierheim in Verden-Walle 18 Hunde, 124 Katzen, eine Barta-game und acht – teils kleine – Meerschweinchen. Vor allem Fundtiere und ausgesetzte Tiere, Hunde, Katzen und Kleintiere stellen das Verdener Tierheim immer wieder vor neue Aufgaben.

364 Fundtiere wurden im vergangenen Jahr verzeichnet, jedoch ging nur ein geringer Teil – insbesondere Hunde – wieder zurück an die ursprünglichen Besitzer. Traurige Schicksale, wie das von Penelope, der vom Veterinäramt aus schlechter Haltung beschlagnahmten Bartagamen-Dame und das von ausgesetzten Hunden, gibt es leider immer wieder. „Das ist keine Ausnahme. Das erleben wir ständig“, erzählt Seekamp. Oder Kätzchen und Kleintiere, in einem Karton ausgesetzt am Straßenrand, im Wald oder an der Tierheimpforte: solch traurige Bilder bieten sich den Tierheimmitarbeitern und den Passanten, die die Tiere oft nur zufällig entdecken, immer wieder aufs Neue.

Nach mehreren Tagen im Karton oder ziellos umherirrend, vielleicht auch noch Regen und Kälte ausgesetzt, kann man man sich vorstellen, in welchem Zustand die Tiere sind, wenn sie im Heim ankommen. „Wir bekommen daher oft kranke Tiere“, sagt Heidi Seekamp. Auch der ursprünglich in Australien beheimatete „Mini-Drachen“ Penelope ist krank und wurde unverzüglich von Seekamp zur Behandlung zum Tierarzt gebracht. „Sie kann keinen Stuhlgang absetzen und macht noch immer einen sehr erschöpften Eindruck.“

Tierheimleiterin Heidi Seekamp.

Seekamp vermutet, dass das Tier ohne die erforderliche Sachkenntnisse angeschafft wurde. „Wer ein solches Reptil hält, muss sich vorher gut informieren, da es ganz individuelle Ansprüche hat.“ In dieser Hinsicht betreibt der Verdener Tierschutz seit Jahren unermüdlich Aufklärungsarbeit und versucht, die Menschen für die Bedürfnisse von Tieren zu sensibilisieren. Schließlich seien Tiere fühlende Lebewesen und keine Sachen. „Aufklärung bringt immer was, aber nur bei den Menschen, die zuhören und die etwas merken wollen. Manchmal zeugt es von mehr Tierliebe, wenn man ganz auf die Haltung eines Tieres verzichtet.“

Unermüdlich klären die Tierheimmitarbeiter auch über die Wichtigkeit von Kastrationen von Katzen auf. „Da inzwischen neben der Stadt Verden auch weitere Gemeinden im Landkreis die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen eingeführt haben, sind erste Erfolge festzustellen. Das Ziel, das Katzenelend vollends einzudämmen, ist aber bei weitem noch nicht erreicht“, so Seekamp. Um das Katzenelend tatsächlich in Griff zu bekommen, müssten alle Gemeinden nachziehen. Nur dann mache die Maßnahme richtig Sinn.

Kranke Hunde werden ausgesetzt

Ein weiteres Phänomen bereitet den Tierschützern zunehmend Kopfzerbrechen. „Seit geraumer Zeit werden verstärkt betagte oder kranke Hunde ausgesetzt. Wir wissen nicht, welche Beweggründe dahinter stecken. Aber zu vermitteln sind diese Tiere in der Regel nicht“, berichtet die Tierheimleiterin. Bleibt nur zu hoffen, dass das neue Jahr möglichst vielen Tierheimtieren Glück bringen wird und sie bei netten Menschen ein neues Zuhause finden.

Das ist vor allem auch den „Pechvögeln“ zu wünschen, die teils schon Jahre im Tierheim untergebracht sind. Sie sind mitunter unverträglich und sehr scheu, haben eine Krankheit oder andere Macken, die sie zu schwer vermittelbaren „Ladenhütern“ machen.

Finanzlage hat sich gebessert

Etwas Positives kann Seekamp über die Finanzlage des Tierheims berichten. „Die Situation ist besser geworden und nicht mehr so akut wie in den vorausgegangenen Jahren.“ Dafür ausschlaggebend sei der positive Verlauf der Verhandlungen mit den Städten und Gemeinden im Landkreis, die zukünftig für die Unterbringung von Fundtieren im Tierheim eine höhere Summe zahlten. 

Auch das Vorhaben, die Quarantänestation der Einrichtung zu sanieren, nehme langsam Formen an. „Zwar können wir die Maßnahme in diesem Jahr baulich noch nicht umsetzen, aber die Planungen und Vorbereitungen haben begonnen.“ - nie

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