Migrantinnen lernen auch lesen und schreiben

Zum Pauken ins Sprachcafé

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Den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen macht es viel Spaß, den Migrantinnen die deutsche Sprache zu vermitteln.

Verden - Von 20 Teilnehmerinnen, die regelmäßig ins Frauensprachcafé im katholischen Familienzentrum St. Josef kommen, können fünf nicht lesen und schreiben. Jeden Montag kommen die Frauen verschiedener Altersgruppen und aus den unterschiedlichsten Ländern, um zu pauken und die deutsche Sprache zu lernen.

Für die Ehrenamtlichen eine große Aufgabe, die der Zonta Club Verden seit zwei Jahren finanziell unterstützt. Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen bieten mittlerweile ein Alphabetisierungsprogramm an. Das Lehrmaterial hat ebenfalls der Zonta Club Verden gespendet.

„Die Frauen kommen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak oder Sudan.“, berichtet Mitarbeiterin Diana Rodekohr-Grimmig. Die meisten Teilnehmerinnen hätten Kinder. Damit sie sich voll auf die Sprachen konzentrieren können, bieten die Damen vom Sprachcafé parallel auch eine Kinder- und Hausaufgabenbetreuung an.

Neben diesem Treffpunkt für Frauen gibt es donnerstags und freitags auch ein Sprachcafé, das für beide Geschlechter offen ist. „Der Grund, ein Angebot nur für Frauen einzurichten, war, dass sie bei den anderen Angeboten weggeblieben sind“, so Markus Leim vom Organisationsteam. „Die meisten haben mehrere Kinder und zu Hause gibt es eine klassische Rollenverteilung“, kennt Diana Rodekohr-Grimmig die Gründe. Daher sei die Kinderbetreuung auch so wichtig, wenn man die Frauen erreichen wolle.

Großes Engagement der Ehrenamtlichen

„Die Teilnehmerinnen sind sehr ehrgeizig und haben Spaß am Lernen“, hat Carola Schäfer, kommissarische Präsidentin des Zonta Clubs in Verden, beobachtet. Ihr Respekt gilt den Ehrenamtlichen, die immer wieder neue Wege finden, trotz der unterschiedlichen Voraussetzungen ihrer „Schülerinnen“, die Sprache zu vermitteln.

Diana Rodekohr-Grimmig weiß auch von einigen schönen Erfolgsgeschichten zu berichten. So hat die Tochter einer Teilnehmerin den Sprung von der Realschule auf das Gymnasium geschafft, eine andere Mutter hat gerade ihren Führerschein bestanden, eine weitere hat einen 450-Euro-Job gefunden. Mittlerweile sei auch die Geschlechtertrennung nicht mehr so strikt wie zu Beginn, berichtet Leim. „Die Frauen kommen jetzt auch an den anderen Tagen ins Sprachcafé.“

Für die Sprachcafés suchen die Ehrenamtlichen noch Mitarbeiter. Besondere Voraussetzungen gebe es nicht, das Organisationsteam gibt eine Einführung. Weitere Informationen gibt es beim Pfarrbüro St. Josef, E-Mail st-josef-verden@gmx.de.

ahk

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