Partnerschaftsverein Verden-Saumur wandelt in Straßburg auf deutsch-französischen Spuren / 2017 Jubiläum

Geschichte Europas auf Schritt und Tritt

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Das Gruppenbild entstand in der Eingangshalle des Europa-Parlaments von Straßburg.

Verden - Am 9. Mai erinnerten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an den sogenannten Schuman-Plan zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Diese bildete die Basis für die heutige EU. EGKS-Gründungsmitglieder waren unter anderem Deutschland und Frankreich. Auf den Spuren der Verständigung zwischen diesen beiden Ländern wandelten jetzt auch Mitglieder des Partnerschaftsvereins Verden-Saumur bei einer Reise nach Straßburg.

Besuche der Kirche Sankt Thomas mit dem 1777 errichteten, imposanten Grabmal des Moritz von Sachsen und des gotischen Münsters mit seiner astronomischen Uhr gehörten ebenso zum Programm wie ein Bummel durch das wilhelminische Viertel mit dem „Palais du Rhin“, dem ehemaligen Kaiserpalast, und dem „Palais Universitaire“, vor dem eine zum Münster blickende Statue von Johann Wolfgang von Goethe steht.

Die Verdener konnten erfahren: Wer Straßburg besucht, den lässt die Geschichte Europas nicht mehr los. Über Jahrhunderte und durch etliche Kriege war Straßburg mal französischer, mal deutscher Herrschaft unterworfen. Seit dem 9. Mai 1950, seit der historischen Erklärung der neuen Konstruktion Europas durch den damaligen französischen Außenminister Robert Schuman, herrscht ein friedliches Miteinander.

In der elsässischen Metropole hat unter anderem das Europaparlament seinen Sitz. Die Besichtigung des Parlamentsgebäudes war dabei Pflicht für die 18-köpfige Gruppe, die vier Tage in Straßburg verbrachte.

Eine junge Griechin empfing die Gäste. Mit profunden Kenntnissen, Schlagfertigkeit und Einfühlungsvermögen begeisterte sie die Reisegruppe. Ihr Studium in Göttingen hatte ihr Goethes Sprache näher gebracht. Neben Griechisch und Deutsch sprach sie fließend Französisch. „Eine typische junge Europäerin“, befanden die Verdener Gäste, die ihren Ausführungen interessiert folgten.

Demnach sei die Debatte über Sinn oder Unsinn der zwei Europa-Hauptstädte Brüssel und Straßburg in den Köpfen vernünftiger Europäer immer noch aktuell, auch wenn Straßburg offizieller Sitz des Europaparlaments bleiben solle. In seinem im Juli 1999 eingeweihten Neubau werden 28 Länder mit zirka 500 Millionen Menschen von 751 Parlamentariern vertreten, die in einem riesigen Plenarsaal über europäische Gesetze abstimmen. Die Debatten und Wortmeldungen werden in 24 Amtssprachen simultan übersetzt.

Was passiert denn dann in Brüssel?, wurde gefragt. Die belgische Hauptstadt sei Verhandlungsort unter den Europavertretern in den Fraktionen und Tagungsort zahlreicher Ausschüsse. Außerdem komme dort die immer mehr auf den Alltag Einfluss nehmende europäische Kommission zusammen.

Einem großen Teil der Parlamentarier, so erfuhren die Verdener, missfalle der monatliche Umzug von Brüssel nach Straßburg für gerade vier Tage sehr. An eine Änderung der kostspieligen Regelung sei aber nicht zu denken.

Vom Parlamentsgebäude aus konnte ein Blick hinüber zum „Palais de l'Europe“, dem Gebäude des Europarats, geworfen werden, der am 5. Mai 1949 gegründet wurde. 800 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus 47 Mitgliedsstaaten sind dort vertreten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (in einer auffälligen und sehr modernen Architektur untergebracht), der Menschenrechtskommissar und der Kongress der Gemeinden und Regionen sind drei dazugehörige Institutionen. Die Stadt Verden hat bereits die Ehrenfahne sowie die Ehrenmedaille vom Europarat erhalten.

Die nächste Fahrt wird 2016 nach Saumur gehen, um das 50-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Verden und der Stadt an der Loire 2017 vorzubereiten.

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