Sanierung oder Neubau

Parkhaus in Verden: Suche nach Chlorid im Beton

Die Fassade des Parkhauses aus Beton.
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Der Klinker ist runter, die Fassade des Parkhauses an der Ecke Untere Straße/Brückstraße nur noch blanker Beton.

Alles muss runter! Nach dem Kahlschlag gleicht das Parkhaus an der Brückstraße einem Bunker. Der rote Klinker größtenteils von den Wänden, liegen Rohputz und Betonfertigteile frei. „So soll es natürlich nicht bleiben“, sagt Andreas Schreiber. Die Gutachter müssen nun entscheiden, wie es weitergeht. „Wir hoffen auf eine Sanierung“, so der Kämmerer, zuständig für die Finanzen bei der Stadt.

Verden – Derweil sind die Experten auf der Suche, wo die maßgeblichen Schäden im und am Gebäude liegen. Ein Büro aus Oldenburg ist damit beauftragt, im Detail zu prüfen, warum zunehmend Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen konnte und nachfolgend die Kacheln von dem Gebäude auf die Straße purzelten. Dabei gehen die Fachingenieure strategisch vor. An mehreren Stellen setzten sie den Bohrer an, um Proben aus Boden und Wänden zu ziehen. „In den Laboren werden Beton und Staub untersucht. Anhand der Analysen lässt sich feststellen, in welche Bereiche und wie tief Rost und damit auch Feuchtigkeit schon in den Bau eingedrungen sind“, erklärt Timo Troschka, bei der Stadt für den Bereich Bauunterhaltung zuständig. Maßgeblich ist die Höhe des Chloridgehaltes, der Aufschluss über die Korrosionsschäden geben kann. Das Ergebnis dürfte dafür entscheidend sein, ob sich die Hoffnung von Kämmerer Schreiber erfüllen lässt: „Gebäude sanieren, komplett verputzen und eine wasserdichte Fassade davor.“

Ingenieure gehen strategisch vor

Doch der Wunsch könnte zu einem Luftschloss werden, wenn der Gutachter den Daumen senkt: „Dann müssen wir uns zwangsläufig mit Abriss und Neubau beschäftigen“, sagt Schreiber, wischt den Gedanken aber schnell zur Seite. „Erst mal bin ich optimistisch.“ Spätestens für Ende des Monats rechnet er mit einer Rückmeldung und einem belastbaren Ergebnis, wohin die Reise gehen könnte.

Derweil gehen die Arbeiten an dem Gebäude weiter voran. Der Klinker an der Ecke Untere Straße/Brückstraße ist komplett entfernt. Das Gerüst auf der Brückstraße hat seinen Zweck erfüllt. Die damit seit über einer Woche verbundene Teilsperrung der nachfolgenden Südbrücke kann aufgehoben werden. „Der Verkehr kann mit dem Abbau des Gerüstes wieder normal rollen, die Einbahnstraßenregelung fällt weg“, so Timo Troschka.

Abgeschlossen sind die Arbeiten an der Fassade noch nicht

Abgeschlossen sind die Arbeiten an der Fassade allerdings noch nicht. Die Handwerker ziehen um die Ecke, wo zur Aller hin noch der rote Klinker wartet. Auch die Steine kommen komplett bis auf den Beton runter.

Wo jetzt in einem vorläufig letzten Schritt mit Bohrhammer und Meißel kräftig nachgeholfen wird, hatten Frost und Feuchtigkeit an anderer Stelle, an der Unteren Straße, jahrelang und unentdeckt Vorschub geleistet. Zunächst waren es nur ein paar, dann immer mehr Kachel gewesen, die im Februar nach Ende des Frostes von der Fassade auf den davor verlaufenden Fußweg fielen. Der Gutachter hatte nach einer ersten Begehung des Gebäudes Alarm geschlagen und die laufenden Maßnahmen eingeleitet. Nun ist das Haus erst einmal für den Verkehr gesperrt (wir berichteten).

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