Gebaut werden soll an der Lindhooper Straße

Verden am Holzmarkt: Parkhaus am Bahnhof vom Tisch

 Parkplatz an der Lindhooper Straße in Verden.
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Noch ebenerdig stehen die Autos auf dem Parkplatz an der Lindhooper Straße. Statt am Holzmarkt, soll auf der Anlage die Parkpalette gebaut werden.

1,6 Millionen Euro sollte es ursprünglich kosten, zuletzt sogar fast doppelt so viel, nun bleiben die Pläne für das Parkhaus am Bahnhof Verden in der Schublade. Gebaut wird woanders...

Verden – Das Parkhaus am Verdener Bahnhof ist vom Tisch. Zu teuer, zu viel Verkehr, so nicht machbar, lautet der Tenor. Gebaut werden soll trotzdem, auf der anderen Seite, wo auch jetzt schon geparkt wird, auf dem Gelände an der Lindhooper Straße, neben dem Jugendzentrum.

Parkhaus am Bahnhof Verden: Ein entscheidendes Puzzleteil

Das Projekt brennt auf den Nägeln, weil es ein entscheidendes Puzzleteil bei der Neu- und Umgestaltung des Bahnhofs ist. „Wir wären gerne schon einen Schritt weiter“, gibt Jens Richter, mit Blick auf das verwaiste Gelände, offen zu. Der CDU-Fraktionschef macht aber auch keinerlei Hehl daraus, dass er letztendlich froh ist, dass bei der Umsetzung die Reißleine gezogen und ganz neu gedacht wird. „Die Kosten sind völlig aus dem Rahmen gelaufen. Und auch der Standort fragwürdig. Das haben wir schon im Rahmen der Vorplanung kritisiert.“ Und: „Der Holzmarkt ist ein Nadelöhr, da müssen wir nicht noch zusätzlichen Verkehr reinholen.“

Parkhaus an der Lindhooper Straße: Bau als Schutz gegen den Lärm

Also, alles auf Anfang, und der soll an der Lindhooper Straße gemacht werden. „Aus der Richtung, über die Lindhooper Straße, haben wir eine deutliche bessere Anbindung an den überregionalen Verkehr, und auch die Verbindung durch den Holzmarkttunnel zu den Gleisen ist da.“ Weg will Richter von einer „komfortablen“ Lösung, die vor allem ins Geld geht. Das Projekt am Holzmarkt stand ursprünglich mit 1,6 Millionen Euro in den Büchern, drohte dann sogar bis auf drei Millionen Euro in die Höhe zu schießen. „Wir brauchen einen einfachen Bau, der, entsprechend verkleidet, zugleich die Anwohner gegen den Lärm des Zugverkehrs schützt.“

Verdener Bahnhof: Toilettenanlage statt Container-Lösung

Kein Parkhaus am Bahnhof: Es bleibt bei der Fläche, wo derzeit circa 90 Autos in drei Reihen stehen.

Das Parkhaus am Holzmarkt zwar vom Tisch, soll dort dennoch geparkt werden. „Der Platz wird dafür gebraucht“, sagt Richter. Und nicht nur der. „Was fehlt, ist zudem eine Toilettenanlage. Die Container sind keine Dauerlösung“, fordert Richter.

Baufeld an der Lindhooper Straße ist deutlich einfacher zu entwickeln als am Bahnhof

Den Tausch Holzmarkt gegen Lindhooper Straße sieht Carsten Hauschild als „ersten Aufschlag“, die ursprünglichen Pläne abzuhaken und neue Ideen ins Spiel zu bringen. „Das Baufeld an der Lindhooper Straße ist deutlich einfacher zu entwickeln als am Bahnhof.“ Und: „Den ganzen Pendlerverkehr aus Kirchlinteln oder Langwedel lassen wir außen vor“, so der SPD-Fraktionschef. Wie das Parkdeck aussehen kann, da empfiehlt Hauschild eine Reise mit der Bahn in Richtung Hamburg. „Gute Beispiele gibt’s an der Strecke genug.“

Stillstand am Holzmarkt, so wie es jetzt aussieht, will Hauschild allerdings auch nicht. „Parken, möglicherweise eine Fahrradwerkstatt, sanitäre Anlagen, gestaltet als optische Barriere gegen den Bahnlärm“, wirft er seine Ideen in die Runde.

Bahnhof Verden: Sichere Abstellanlagen, aber vor allem Schließfächer

Den Standort wechseln, die Kosten minimieren, damit kann sich Johanna König (Grüne) ebenfalls anfreunden. „Dennoch sollten wir dafür sorgen, dass es gut aussieht. Der Bahnhof ist schließlich das Eingangstor zur Stadt.“ Der Wechsel sei zudem die Gelegenheit, deutlich mehr für die Fahrradfahrer auf dem Gelände am Holzmarkt zu tun. „Sichere Abstellanlagen, aber vor allem Schließfächer, in denen Reisende Koffer, Rucksäcke oder Helme und Regenjacken zurücklassen können, wenn sie in die Stadt wollen“, fordert König.

Was an Verkehr über den Holzmarkt rollt, Apotheker Henning Wittboldt-Müller kann es täglich aus seinem Geschäft beobachten. „Dennoch gehört das Parkhaus auf die andere Seite, wo der Druck noch deutlich höher ist“, so der FDP-Ratsherr. „Die Klagen über zugestellte Einfahrten im Bereich Lönsweg häufen sich. Das ist kein Zustand.“ Wittboldt-Müller reicht als Parkhaus ein Zweckbau. „Da brauchen wir das Rad nicht neu erfinden.“ Allerdings müsse so gebaut werden, dass noch Platz für die Anlage des neuen Holzmarkttunnels bleibt. „Das hat höchste Priorität.“

Stadtverwaltung Verden: Fördergelder für das Projekt an der Lindhooper Straße

In der Verwaltung ist die Dringlichkeit durchaus Thema, konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Ein Grund dafür ist das Geld: „Wir werden prüfen, ob es für das Projekt möglicherweise Fördergelder gibt“, so Fachbereichsleiter Rainer Kamermann.

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