Stadt setzt künftig auf Ticket per Handy-App / Bargeld weiterhin möglich

Verden: Fast jeder zweite Parkautomat soll weg

Der Automat streikt: Künftig kann das Parkticket in Verdens Innenstadt aber auch per Handy gebucht werden.
+
Der Automat streikt: Künftig kann das Parkticket in Verdens Innenstadt aber auch per Handy gebucht werden.

Es wurde fleißig gefeilscht: Zehn neue Parksäulen wollte die Stadt Verden, die FDP und andere Parteivertreter mehr Informationen. Dann waren es nur noch vier, schließlich wurden es sechs Geräte. Und nun kann das Ticket bald auch noch mit dem Handy gebucht werden.

Innenstadt Verden: Sechs Parksäulen für circa 25000 Euro

Verden – Irgendwann war es so ein bisschen wie auf dem Basar. Zehn neue Parksäulen, neuester Stand der Technik, wollte die Verwaltung anschaffen. Vertagung beantragte die FDP, dann waren es noch vier und am Ende einigten sich die Beteiligten im Marktausschuss auf sechs neue Geräte. Kosten: circa 25 000 Euro. Außerdem kann, wer will, in naher Zukunft sein Ticket mit dem Handy buchen. Dazu brauchen sie oder er die Säule gar nicht mehr.

Parken in Verden: Das Ticket mit der App auf dem Handy lösen

Parken in Verden, das war während der Pandemie seit März diesen Jahres kostenlos. Die Säulen außer Betrieb, Portemonnaie stecken lassen, es reichte die Parkscheibe. Die Zeiten sind vorbei. Nun will die Stadt wieder ans Geld. Doch es hakt bei der Technik. Vier von 13 Säulen sind defekt. „Und es werden immer mehr“, so Patrick Düsselbach vom zuständigen Ordnungsamt. Ersatzteile gibt es kaum, auch ein Austausch der Teile untereinander, die eine Säule stillegen, damit die andere mit den gebrauchten Teilen weiterläuft, scheidet aus. „Es ist die Platine, die bei allen Automaten schwächelt“, so Düsselbach.

Zehn neue Säulen für 50 000 Euro, plus SIM-Karte, modernste Technik, so der Vorschlag aus der Verwaltung, sollten dafür sorgen, dass das Geld künftig wieder sprudelt. Mit EC-Karte, und damit es für einige richtig schnell und problemlos geht, auch per Handy sollte das Ticket zu lösen sein. Philipp Zimmermann, Experte für digitale Parkraumbewirtschaftung, schilderte im Schnellverfahren, wie es per Handy geht. Eine App auf dem Mobiltelefon regelt den kompletten Ablauf: „Bargeldlos, kein hin- und herlaufen, kein Ticket hinter der Scheibe, kein Strafzettel, kein Stress mit Münzen nachwerfen und auch eine sogenannte Brötchentaste ist im Angebot“, nannte Zimmermann einige Vorteile. Ganz verabschieden sollte sich die Stadt von der herkömmlichen Technik allerdings nicht: „Wer es weiterhin möchte, kann auch Münzen einwerfen und ein Ticket ziehen.“

Aufwendige und pflegeintensive Technik

Da wiederum hakte Jürgen Weidemann (FDP) nach: „Wieso überhaupt noch Bargeld. Wenn die App kommt, dann brauchen wir keine neuen teueren Automaten mit aufwendiger und pflegeintensiver Technik.“ Weidemann wollte eine Vertagung der Entscheidung. Jens Richter (CDU) sah ebenfalls keine Eile, verwies auf die Weihnachtszeit, in der möglicherweise kostenlos geparkt werden könne, die Säulen also überflüssig wären. „Daher sollte der neue Rat erst im nächsten Jahr eine Entscheidung treffen“, so Richter. Fraktionskollege Lars Brennecke sprach von einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösung. Brennecke fehlten allerdings Infos und er wollte wissen, was die App die Stadt kostet: „Die Gebühren bleiben komplett in Verden, der Parkplatznutzer zahlt, wie in der Branche üblich, einen geringen Betrag an den App-Anbieter“, erklärte Zimmermann. Los geht es da im Zehn-Cent-Bereich.

Innenstadt Verden: Jährlich 150.000 Euro Parkgebühren

Rasmus Grobe (Grüne) sah sich mittlerweile ausreichend informiert, eine Entscheidung zu treffen: „Allerdings, mit Blick auf die Nutzung einer App, dann mit deutlich weniger Automaten und die mit nur einfacher Technik.“ Carsten Hauschild (SPD) ging da mit: „Wir sollten die Menschen dazu bewegen, ihr Handy zu nutzen.“

Ob einfache Technik, mit oder ohne App, die Verwaltung brauche eine zeitnahe Entscheidung, erklärte Bürgermeister Lutz Brockmann. Auf mittlerweile 150 000 Euro belaufen sich die Einnahmen aus Parkgebühren jährlich, so die neuesten Schätzungen. „Geld, mit dem wir für die Parkraumbewirtschaftung inklusive Personal im Haushalt planen.“ Mit einer Vertagung werde unnötig darauf verzichtet, warnte Brockmann.

Haushalt Verden: Das Geld ist eingeplant

Ausschussvorsitzender Ingo Neumann eröffnete den Handel. „Vier statt zehn Automaten, einfache Technik, keine EC-Karte, nur die bislang übliche Bargeldzahlung und dazu das App-Angebot“, so Neumanns Vorschlag. „Sechs sollten es sein, um das Stadtgebiet abzudecken“, so die Bitte der Verwaltung. Dabei blieb es. Der Verwaltungsausschuss hat in seiner nachfolgenden Sitzung ebenfalls zugestimmt. Damit steht der Umsetzung nichts im Wege.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern

Comeback der Kirmes: Organisator rechnet mit 10.000 Besuchern
„Da hat man schon Angst um seine Kinder“

„Da hat man schon Angst um seine Kinder“

„Da hat man schon Angst um seine Kinder“
Schafe auf Bestellung: 500 Heidschnucken grasen in der Heide am Ellisee

Schafe auf Bestellung: 500 Heidschnucken grasen in der Heide am Ellisee

Schafe auf Bestellung: 500 Heidschnucken grasen in der Heide am Ellisee
Ein leichtes Bier – rund und süffig: „1881er“ ab Ende Oktober erhältlich

Ein leichtes Bier – rund und süffig: „1881er“ ab Ende Oktober erhältlich

Ein leichtes Bier – rund und süffig: „1881er“ ab Ende Oktober erhältlich

Kommentare