SPD-Landtagspolitikerin zu Gast an den BBS

Ein Paradebeispiel für gelungene Integration

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Politik meets Praxis: Johanne Modder (3.v.r.) und Dörte Liebetruth mit den Verantwortlichen des Sprint-Projektes der BBS um Schulleiter Manfred Runge (2.v.r.).

Verden - „Es ist eine Freude zu sehen, mit welchem Engagement Schüler und Lehrer hier zusammenarbeiten“, fasste SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Johanne Modder ihren Eindruck des Besuchs in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Verden zusammen.

Zusammen mit Landtagskandidatin Dörte Liebetruth hatte sie sich zuvor ein Bild vom Verlauf des Sprach- und Integrationsprojektes (Sprint) für Flüchtlinge gemacht und bei einer Unterrichtsstunde einer Sprachförderklasse hospitiert.

Als im Jahr 2015 das Sprint-Projekt ins Leben gerufen wurde, um jugendlichen Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, die Sprache zu erlernen und im Anschluss eine Berufsausbildung zu absolvieren, wurden händeringend neue Lehrkräfte gesucht und auch eingestellt. Der Haken daran: Das Projekt war vorerst auf zwei Jahre befristet, im Herbst wird darüber entschieden, ob es fortgeführt wird und ob Lehrern die Möglichkeit einer festen Übernahme in Aussicht gestellt werden kann.

An den BBS Verden sind die Sprachförderklassen sowie das Programm Sprint-Dual bisher ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Bei Sprint-Dual sind die Teilnehmer zwei Tage in der Woche in der Schule, wo sie weiterhin lernen, sich mit Sprache und Kultur des Aufnahmelandes auseinanderzusetzen, drei Tage sind sie im Zuge eines berufsvorbereitenden Praktikums im Betrieb. „Wir haben auch mit den normalen Problemen einer Berufsschule zu kämpfen, diese sind durch die Flüchtlinge aber nicht größer geworden“, stellte Norbert Mäteling, stellvertretender Schulleiter der BBS, klar.

Ausbildungschancen gestiegen

Zwei Drittel aller Programmteilnehmer konnten bisher für eine Ausbildung vermittelt werden, oftmals in handwerkliche, aber auch in pflegerische Berufe. Dass die Politik den Schulen durch Inklusions- und Integrationsvorgaben dennoch viel zumute, weiß auch die SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Johanne Modder. 

Ein Grund für sie, sich die Verhältnisse vor Ort hautnah anzuschauen. Zusammen mit ihrer Genossin Dörte Liebetruth verbrachte sie einen Schultag in den BBS, wohnte einer Unterrichtsstunde einer Sprachförderklasse bei und führte Gespräche mit Schülern, Lehrern sowie der Schulleitung. Dabei zeigte sie sich äußerst beeindruckt von dem Zusammenspiel von Lehrkräften und Schülern. „Die Atmosphäre, die im Klassenraum herrschte, war bemerkenswert“, so Modder. Auch deswegen will sie sich im Landtag für die Fortsetzung des Programms stark machen.

Dem Vorurteil, dass vor allem die männlichen Flüchtlinge generell Probleme mit einer weiblichen Autoritätsperson haben, tritt Liebetruth deutlich entgegen und erzählt dabei von ihren Beobachtungen, als sie im Frühjahr schon einmal einen kompletten Tag vor Ort war: „An den BBS gibt es einige starke Frauen, die sich durchsetzen können. Ich hatte im Unterricht den Eindruck, dass die Jugendlichen genau wussten, wer die Chefin im Klassenraum ist.“

Manfred Runge zeigte sich abschließend über den Besuch der beiden Politikerinnen hocherfreut: „Es ist schön, dass Sie sich die Zeit nehmen und wir so in den Dialog treten können“, so der Schulleiter.

ntr

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