Drei junge Kätzchen beim Tierheim in Verden ausgesetzt

Im Pappkarton vor der Tür

Nochmal gutgegangen: Die jungen Kätzchen dürfen sich ausruhen. - Foto: Wienken

verden - Von Markus Wienken. Drei kleine Kätzchen kuscheln sich eng zusammen, die Augen kaum geöffnet, suchen die Nähe ihrer Stiefmutter. Und die nimmt ihre Pflichten sehr ernst. Wer sich dem trauten Familiendasein nähert, der wird umgehend angefaucht. „Bitte Ruhe, nicht stören“, so das deutliche Signal. Verständlich, schließlich haben die kleinen Vierbeiner eine richtige Tortour hinter sich.

Ein alter Pappkarton, lieblos vor die Tür des Tierheims Verden gestellt. Als Pflegerin Janina Grube sich am frühen Morgen der Eingangstür näherte, ahnte sie bereits nichts Gutes. Und sie sollte Recht behalten. Lautes, durchdringendes Miauen war zu hören, und als die Pflegerin den Karton öffnete, fiel ihr Blick auf ein Bündel Fell. „Wieviel Kätzchen es waren, konnte ich zunächst gar nicht erkennen“, so Janina Grube. Bei näherer Untersuchung kam dann heraus, das die jungen Tiere erst kurz zuvor das Licht der Welt erblickt hatten. „Sogar die Nabelschnur war noch dran.“

Im Tierheim hieß es nun, schnell zu handeln, denn das Trio schrie vor Hunger. Und die Mitarbeiterinnen hatten Glück. In der Einrichtung wurden sie auf der Suche nach einer Pflegemutter fündig. Die Katze Rani, grade selbst Mutter geworden, nahm sich der Findlinge fürsorglich an. „Es hat überhaupt keine Probleme gegeben, die haben sich sofort prima verstanden“, freut sich Janina Grube.

Den Mitarbeiterinnen des Tierheims fällt angesichts der trauten Runde ein Stein vom Herzen: „Nicht nur, dass es den Katzen gut geht, auch uns wird damit eine Menge Arbeit abgenommen, hätten wir die Kleinen doch sonst mit dem Fläschchen aufziehen müssen, sehr mühevoll und aufwendig“, so Grube.

Bei ihrer Pflegemutter ist das Trio in den nächsten Wochen bestens aufgehoben. Mehr als Blickkontakt ist derzeit nicht erlaubt, und wer der Runde trotzdem näher auf den Pelz rückt, der bekommt ohne Vorwarnung die scharfen Krallen von Rani zu spüren.

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