Verwaltungsausschuss beschließt Sofortmaßnahme

Ordnungsdienst für Allerpark Verden

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Tagsüber sieht er ruhig und friedlich aus – der Verdener Allerpark. Erst in den Abendstunden hatte die Polizei in jüngster Zeit eine Menge mit jugendlichen Flüchtlingen zu tun. 

Verden - Von Volkmar Koy. Seit Juli musste die Polizei sechsmal im Allerpark eingreifen. Die Probleme mit zumeist jugendlichen Flüchtlingen sind allgegenwärtig. Der Verwaltungsausschuss der Stadt die Notbremse gezogen. Als Sofortmaßnahme wird ein Ordnungsdienst eingerichtet, der von 16 bis 22 Uhr im Park patroulliert.

Bürgermeister Lutz Brockmann bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung die entsprechenden Informationen. Zwei Personen würden sich zunächst für zwei Monate täglich im Allerpark von 16 bis 22 Uhr aufhalten. „Wir möchten, dass sich die Bürger im Allerpark wohlfühlen“, sagte Brockmann. Die zuständigen Behörden hätten sich vorher beraten, was die gefühlte Sicherheit angehe.

Es werde weiterhin verschiedene Angebote zur Freizeitgestaltung im Park geben, so der Verwaltungschef. Am kommenden Wochenende werde es losgehen mit dem Ordnungsdienst. Dazu soll eine Sicherheitsfirma beauftragt werden, die auch optisch sofort zu erkennen sei. Über die Möglichkeit eines runden Tisches, wie von SPD-Ratsherr Ingo Neumann zu diesem sensiblen Thema angeregt, werde in nächster Zeit ebenfalls gesprochen.

Der Ablauf bei den Problempersonen sei fast immer der gleiche, so Helge Cassens, Pressesprecher der Polizeiinspektion Verden-Osterholz. Egal, ob es sich um Flüchtlinge, Migranten oder das speziell am Holzmarkt zu beobachtende bekannte Klientel mit Alkoholproblemen handele, zunächst würden Schwierigkeiten unter sich ausgemacht, dann komme es zu Rudelbildungen und so genannte Rädelsführer heizten die Stimmung weiter auf.

„Wir machen aber alles, was rechtlich möglich ist“

Das Ergebnis ist bekannt: Die Polizei musste mit entsprechender Personalstärke schlichten. Zivilkräfte und Hundeführer kämen als Verstärkung hinzu. Auch die Beamten würden regelmäßig im Allerpark kontrollieren. Das könne aber nur sporadisch erfolgen, so Cassens.

Die Frage bleibe, wie mit den jugendlichen Flüchtlingen umzugehen sei. Zu 90 Prozent seien sie zwischen 17 bis 23 Jahre alt. Nur ein gemeinsames Konzept von Stadt, Landkreis und Polizei könne da weiterhelfen. „Wir machen aber alles, was rechtlich möglich ist“, betonte der Polizei-Pressesprecher.

Was offenbar einem Teil der Politik nicht ausreicht. Jürgen Weidemann hat nun für die FDP-Fraktion (die augenscheinlich nicht an der Verwaltungsausschuss-Sitzung am Dienstag teilgenommen hat) einen dreiteiligen Ratsantrag zur Verbesserung der Sicherheit in Verden gestellt. Auch die Liberalen möchten einen Ordnungsdienst. Der sollte aber von der Stadt eingerichtet, 1,5 Stellen umfassen und auf vier bis sechs Mitarbeiter verteilt werden. Alle Problembereiche müssten erfasst werden, wie der Allerpark, der Holzmarkt, der Bahnhof und der Bürgerpark.

Die FDP rechnet mit Kosten von rund 85. 000 Euro jährlich. Der Gesamtbetrag müsse, so die Liberalen, durch Umschichtungen finanziert werden. Als Beispiele nennt Weidemann die Streichung der Zuschüsse für das interkommunale Netzwerk Wabe sowie die Stadtwaldfarm. Außerdem sollten am Holzmarkt die Voraussetzungen für ein Video-Monitoring geschaffen werden.

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