Landgericht verhandelt Totschlag vom Meldauer Berg / Aussagen verlesen

Opfer vermutete beim Freund psychische Probleme

Verden – „Ich hatte das Gefühl, dass sie Angst hat.“ Das sagte eine sehr gute Freundin der am 30. August 2019 in Verden getöteten Frau drei Tage später bei der Polizei aus. Die Aussagen enger Freunde, einer Nachbarin und des Ex-Mannes des 41 Jahre alten Opfers wurden gestern in dem Totschlagsprozess am Landgericht Verden verlesen. Zur Vereinfachung in Zeiten von Corona.

Die Nachbarin will abends, um circa 23 Uhr, ein lautes Geräusch im Haus gehört haben. „Es war so, als wenn ein Schrank auf den Boden geknallt wäre“, protokollierte die Polizei.

Wenige Minuten später habe sie die Eingangstür knallen höre. So habe der Freund des Opfers, der die Tat begangen haben soll, immer die Wohnung verlassen. Und auch das wegfahrende Auto habe sie ihm zugeordnet.

In der Anklageschrift wird 22.06 Uhr bis 23 Uhr als Tatzeitraum benannt. Es sei zum Streit gekommen, nachdem die 41-Jährige dem 39-Jährigen „angekündigt hatte, sich trennen zu wollen“. Mindestens vier Mal habe er ihr kräftig gegen den Kopf geschlagen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Verden. Danach flüchtete er und stellte sich am nächsten Morgen in Bayern der Polizei.

Gegenüber einer sehr guten Freundin soll das Opfer, das laut der Zeugin Psychologie studiert, aber in einem Möbelhaus gearbeitet hat, zu Beginn der Beziehung mal gesagt haben, dass sie glaube, der Mann habe psychische Probleme. Eventuell vereine er zwei Persönlichkeiten in sich, so die Vermutung der 41-Jährigen damals.

Geldprobleme soll der 39-Jährige seiner Freundin als Grund genannt haben, warum er nicht aus Essen zu ihr nach Verden kommen könne. Nachdem die 41-Jährige ihm einen Job als Lkw-Fahrer in Weyhe besorgt habe, sei er zu ihr in der Straße Am Meldauer Berg gezogen.

Bei der Polizei berichteten Zeugen von verschwundenen 1 000 Euro. Am 14. August 2019 habe die 41-Jährige damit in Bremen ein Auto anbezahlen wollen, doch das Portemonnaie sei plötzlich weggewesen. Die 41-Jährige habe ihren Freund in Verdacht gehabt.

Etwa 14 Tage vorher soll der Angeklagte im betrunkenen Kopf seiner Freundin gesagt haben, dass er sie heiraten wolle, um einen deutschen Pass zu bekommen, und dass sie ihm 600 Euro schulde. So soll es das Opfer, das wie der Angeklagte aus Polen stammt, ihrer Freundin berichtet haben.

Auf seiner Flucht nach der Tat soll er Geld von dem Konto der Getöteten abgehoben haben. Die EC-Karte fand die Polizei auf einem Parkplatz an der A 7.

Wenige Tage vor der Tat soll das Opfer der Freundin berichtet haben, dass ihr Freund am „Freitag weggeht“. Das Opfer habe gesagt: „Gott sei dank. Er ist ein fremder Mann. Ich fühle mich nicht wohl in meiner Wohnung.“ Am Abend der Tat telefonierte die 41-Jährige noch 40 Minuten mit einem sehr vertrauten Freund. Rein platonisch schrieb er ihr im Anschluss „Ich liebe Dich“. Die letzte Nachricht vor dem Tod der zweifachen Mutter.

Am 14. April, um 8.30 Uhr, wird der Prozess fortgesetzt. Dann will sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern und es soll ein Urteil verkündet werden.  wb

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