„Andorra“ in der Verdener Stadthalle

Schauspiel nach Max Frisch: Ohne Schuld lebendig begraben

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Obwohl der junge Mann Andri unschuldig ist, wird er des Mordes bezichtigt. 

Die erste Vorstellung des Verdener Theaterabonnements der Saison 2019/2020 findet am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr, in der Stadthalle Verden statt. Zu sehen sein wird ein Schauspiel nach Max Frisch mit dem Titel „Andorra“.

Verden – Die Inszenierung sei laut Angaben des Theaters neben „Biedermann und die Brandstifter“ wohl das bekannteste Stück des Schweizers Frisch. „Bereits 1961 erstmals uraufgeführt, befragt der Regisseur Alexander Schilling das Nachkriegsstück erneut auf seinen heutigen Gehalt und zieht die Geschichte in die Gegenwart des Jahres 2019“, heißt es in einer Pressenotiz.

In „Andorra“ geht es um einen jungen Mann namens Andri, der im Kleinstaat Andorra, zwischen Spanien und Frankreich, in dem Glauben aufwächst, ein Jude zu sein. Er stammt aus der außerehelichen Beziehung seines Vaters mit einer ausländischen Frau und lebt in dessen Familie als Pflegekind. Ebenfalls im Haushalt wohnt die junge Barblin, zu der Andri eine leidenschaftliche Verbindung hat. Doch seine ersten Berufserfahrungen als Küchenhilfe beim Wirt und einer Tätigkeit im Verkauf enden schmerzlich. Er wird ungerecht behandelt, die gute Arbeitsleistung nicht geschätzt und seine angebliche Herkunft mit jüdischer Abstammung als maßgeblich für eine schlechte Bewertung herangezogen.

Nicht nur das Familiengefüge leidet unter dem „Die Wahrheit darf man ja noch sagen dürfen“-Gestus der andorranischen Bevölkerung, sondern auch sehr die Beziehung zwischen Barblin und Andri.

Die Abwärtsspirale nimmt seinen Lauf, Andri zieht sich die entwertete jüdische Identität wie eine zweite Haut an und verinnerlicht, wie er als Jude zu sein habe. Der Besuch seiner jüdischen Mutter aus dem Nachbarland endet tödlich und obwohl er unschuldig ist, wird Andri des Mordes bezichtigt. Beim feindlichen Übergriff des Nachbarvolkes schauen die Andorraner tatenlos zu, wie er dem Schicksal seiner Zuschreibungen nicht mehr entkommen kann.

„Auch in unserer Gegenwart, in der die Erinnerungskultur erneut zur Diskussion steht, und Sprüche wie ,Nazis raus’ Widersprüche auslösen, ist ein neuer, aktueller Blick auf ,Andorra’ unumgänglich“, heißt es abschließend in der Pressenotiz.

Voll-Abonnements mit insgesamt fünf Veranstaltungen für die ganze Theatersaison kosten 80 Euro. Der Preis steht einem Einzelticket von 23 Euro gegenüber. Das Mini-Abo mit wahlweise drei Veranstaltungen kann bereits für 54 Euro erstanden werden.

Weitere Informationen

über Preisstaffellungen, Ermäßigungen sowie Last-Minute-Preise gibt es unter www.verden.de oder bei der Touristik-Information im Rathaus Verden.

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