Noch keine Änderung in Sicht: Nur Unterricht ohne Mund-Nasen-Bedeckung

Ohne Maske auf der Schulbank

Auch wenn Masken im Unterricht nicht mehr Pflicht sind, bleiben sie im Schulalltag, auf den Gängen und dem Schulhof präsent.
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Auch wenn Masken im Unterricht nicht mehr Pflicht sind, bleiben sie im Schulalltag, auf den Gängen und dem Schulhof präsent.

Landkreis – Die Inzidenzzahlen sind mittlerweile stark gesunken. Überall in der Republik wird in diesen Tagen über den Sinn und Unsinn der Maskenpflicht diskutiert. Vorsicht und Zuversicht in Sachen Pandemieentwicklung bestimmen die Argumente. Erleichterung könnte ein Fallen der Pflicht auch in den Schulen bringen. Vor allem den Schülern, die sie zu einer Disziplin verdonnert, die ihrer Spontanität oftmals widerspricht.

„Zumindest im Unterricht“, so bestätigte Abteilungsleiterin Gesa Goetjes im Kreishaus, „braucht kein Schüler mehr eine Maske zu tragen.“

Nachdenken über Lockerung der Maskenpflicht

Dass in Hannover darüber nachgedacht wird, ob die Maskenpflicht in den Einrichtungen gelockert werden kann, wusste Gesa Goetjes. Aber derzeit lägen keine Entwürfe vor, denen man entnehmen könnte, wohin die Reise gehen soll, oder Ankündigungen für neue Regeln vor. So gelte aktuell, was Anfang des Monats mit der niedersächsischen Corona-Schutz-Verordnung seit 5. Juni festgelegt ist.

Auch wenn der Inzidenzwert in der Wochenmitte leicht gestiegen ist, bleibt das Kreisgebiet von der entscheidenden Grenze einer Inzidenz von 35 noch ein gutes Stück entfernt. Und in Landkreisen, in denen das der Fall ist, gilt in Unterrichtsräumen keine Maskenpflicht. Das gelte für alle Jahrgänge, stellt das Kultusministerium klar. Die Mund-Nasen-Bedeckung müssen die Schüler allerdings auf den Gängen und auf dem Schulhof anlegen.

Schulen können Regeln nicht ändern

Anders lautende Regeln können übrigens nicht einmal die Schulen für ihre Schüler festlegen. Das Gesundheitsamt könnte das allerdings aufgrund des Infektionsschutzgesetzes anordnen. Und so wäre es denn auch möglich, dass beispielsweise in sehr großen Klassen mit zu kleinen Räumen Schüler mit Maske am Arbeitstisch sitzen müssten. In der IGS Oyten gehen die Bedingungen in einer Reihe von Klassenzimmern in diese Richtung, berichtete Schulleiterin Maria Schmidt. Da gebe es Räume, die nur für zwölf Schüler ausgelegt seien, aber ganze Klassen aufnehmen müssten. Aber nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt sei keine Regelung zum Tragen einer Maske getroffen worden.

Also läuft auch in der Oytener Schule alles auf der Grundlage der Verordnung vom 5. Juni. Die Kollegen und Schüler seien gleich darüber informiert worden, berichtet Schmidt. „Manche haben gleich die Maske abgenommen“, erinnert sich die Schulleiterin. Ob aber hier und da manche freiwillig die Mund-Nasen-Bedeckung tragen, sei ihr nicht bekannt. Das könne jeder selbst entscheiden.

Mit Abstandsregelungen habe die mögliche Einschränkung nichts zu tun, erklärte Schmidt. Das sonst in der Öffentlichkeit bestehende Gebot, 1,5 Meter Abstand zu wahren, bestehe im jetzt gültigen Szenario A nicht. Zumindest nicht innerhalb einer Kohorte. Bedenken aus dem 80-köpfigen Kollegium, dass die Qualität der Raumluft nicht ausreiche, hätten sie nicht erreicht.

Nicht abhängig von der Schulform

Maskenfreier Unterricht ist nicht abhängig von der Schulform. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) habe hierzu Stellung genommen, berichtet das Kultusministerium auf seiner Internetseite. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft halte die Pflicht zum zeitlich begrenzten Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für Kinder schon ab dem Schulalter, also von sechs Jahren an, in einem zeitlich begrenzten Umfang für vertretbar. Sie gebe aber zu bedenken, dass in den unteren Klassen der Grundschule eine Umsetzung schwierig sein kann.

Alltagsmaske reicht

Es müssen noch nicht einmal die medizinischen Masken sein, die die Kinder und Jugendlichen im Schulbus oder im Zug zum Schulort tragen müssen. „Eine Alltagsmaske ist jede geeignete textile oder textilähnliche Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache verringert, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie“, erklärt das Ministerium seine Regelungen.

Visier ist keine Alternative

Nicht so viel hält das Ministerium offenbar von den Visieren aus Plexiglas. Die seien keine Alternative zum Mund-Nasen-Schutz. Sie verringerten nicht die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs, sondern fangen nur die Tröpfchen an der Scheibe auf. Das tatsächliche Rückhaltevermögen für die eventuell mit Viren belasteten Aerosole sei sehr begrenzt. Ähnlich werden auch die Plexiglastrennwände (Spuckschutz) bewertet.

Von Ronald Klee

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