Tag der offenen Tür im Verdener Tierheim / Vielfältige Informationen

Großer Andrang und guter Tag für Biggi und Bingo

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Hans-Peter (l.) und Norbert Herbst mit Biggi und Bingo.

Verden - Mehrere hundert Tierfreunde haben den Tag der offenen Tür zu einem Besuch im Verdener Tierheim genutzt. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen waren allerdings fast alle ohne Begleitung des eigenen Vierbeiners auf das Gelände in Verden-Walle gekommen.

Doch die Hundegitter im Kofferraum und Aufkleber wie „Vorsicht vor dem bisschen Hund im Auto“ haben den Status als Tierbesitzer verraten. Tiere wurden übrigens nicht vermittelt, statt- dessen gab es für die Besucher Unterhaltsames und Informatives, auch darüber, wie sie sich beim Tierschutzverein einbringen können.

Es herrschte so etwas wie Volksfestatmosphäre auf dem Gelände in Walle. Bis fast in die Ortschaft hinein hatten die Besucher ihre Autos geparkt, denn die Tierfreunde waren in Scharen angereist, um die Einrichtung zu besuchen. Dort ließ das Angebot der Verkaufs- und Informationsstände kaum Wünsche offen: selbst gebackene Hundekekse, Flohmarktmeile (die Anbieter haben ihre Einnahmen teils dem Tierheim gespendet), Zubehör rund um Hund, Katze und Kleingetier; davon vieles sehr individuell gestaltet und angefertigt. Anbieter aus dem Bereich Heilkunde und Wellness für Tiere waren ebenso vor Ort wie Tierschutz-Initiativen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Zum wiederholten Mal wurde dabei auch das Thema Zoophilie, der sexuelle Missbrauch von Tieren, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. „Das Thema ist leider immer noch ein großes Tabu“, so die Aktivisten, die ihre Aufklärungsarbeit vor Ort und ihre Forderungen durch Publikationen und Bilder von sexuell missbrauchten Tieren unterlegten. „Schauen Sie nicht weg. Diese Ereignisse sind real“, forderten sie die Besucher auf, die sich an der Mahnwache vorbeizuschlängeln versuchten. Aber es zeigten auch viele Interesse an dem Thema, und angesichts des fotografisch dokumentierten Tierleids flossen bei dem ein oder anderen Besucher sogar Tränen. „Es ist leider Tatsache, dass Zoophilie in Deutschland in erheblichem Ausmaß betrieben wird. Die Tiere tragen große körperliche und seelische Verletzungen davon und viele überleben diese Übergriffe nicht“, so die Gruppe.

"Tag der offenen Tür" im Verdener Tierheim

Eine sehr schöne Nebenwirkung des Tierheimfestes war indes die überaus große Spendenbereitschaft der Besucher. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Tierfreunde und Unterstützer den Weg zu uns gefunden haben“, so Tierheimleiterin Heidi Seekamp.

Erfreulich war aber auch, dass gleich mehrere Besucher ernsthaftes Interesse an im Heim lebenden Tieren gezeigt haben. So hatte es eine Familie aus Langwedel in doppelter Hinsicht „erwischt“, denn Renate, Hans-Peter und Norbert Herbst denken über die Übernahme der ausgesetzten, betagten Jack-Russel Biggi und Bingo nach, die dringend ein neues Zuhause brauchen. Ihre Vermittlung wäre für das Tierheim ein besonderes Glück, da die Hunde deutlich älter als zehn Jahre sind. Familie Herbst, die über ausreichend Hundeerfahrung verfügt, will am Ball bleiben und hat für diese Woche bereits einen Termin für einen ersten Spaziergang mit den beiden liebenswerten und pflegeleichten Hundeoldies ausgemacht.

Auf ein neues Zuhause warten übrigens zurzeit noch weitere 19 Hunde, 91 Katzen – mit steigender Tendenz –, sechs Farbratten und drei Wildkaninchen im Verdener Tierheim.

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