Tag der offenen Tür auf dem Gelände des Eigenbetriebs Abwasser

Mit Technik wird alles klar

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Wenn das Rohr dicht ist, wird kräftig durchgespült.

Verden - Sauberes Wasser ist nicht selbstverständlich, aber auch keine Hexerei. Wer wissen wollte, wie aus übelriechender, verschmutzter brauner Brühe wieder klares „Nass“ wird und warum die Faultürme in Wahrheit fleißig sind, der war beim Tag der offenen Tür in der Kläranlage in Verden bestens aufgehoben.

Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung hatte die Veranstaltung unter Beteiligung von Kooperationspartnern als Informationstag organisiert, sodass den Besuchern ein umfassender Blick hinter die Kulissen moderner Klärwerkstechnik geboten wurde. Außerdem punktete das unterhaltsame Rahmenprogramm mit Spielbus Fridolin, Glücksrad, Rätsel oder Schatzsuche mit Spiel und Spaß für die ganze Familie.

„Das riecht ja gar nicht so schlimm“ oder „Den Geruch habe ich mir noch viel intensiver vorgestellt.“ Derlei verwunderte Aussagen waren immer wieder zu hören bei den vielen Führungen anlässlich des Tages der offenen Tür auf dem Gelände an der Weserstraße, dort, wo das Abwasser aus Privathaushalten, Industrie und Gewerbe in der auf 120000 Einwohner ausgerichteten modernen Kläranlage gereinigt wird. „Das sind insgesamt 2,8 Millionen Liter pro Jahr“, weiß Jörg Claus, der für das Kanalnetz verantwortlich ist. Den Anteil der Privathaushalte bezifferte Claus auf 40 Prozent, 60 Prozent entfalle auf Gewerbe und Industrie.

Die Besucher waren erstaunt ob der Größe der Anlage und der vielen hochmodernen technischen Einrichtungen, die die Prozesse meist per Automatik steuern.

So gelangen sowohl die vom Abwasser im Stufenrechen getrennten Feststoffe, als auch der gewaschene Sand aus dem Sandfang oder der gepresste Klärschlamm über Förderanlagen vollautomatisch in separate Container. Pro Jahr fallen in der städtischen Anlage bei der Abwasserreinigung rund 55000 Kubikmeter dünnflüssiger Klärschlamm an. Das dabei im Faulturm erzeugte Gas wird in einem großen Behälter gesammelt und dann durch ein 2013 errichtetes Blockheizkraftwerk in elektrische und thermische Energie umgewandelt. Dazu Jörg Claus: „Jährlich erzeugen wir hier etwa 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom und decken damit rund 75 Prozent des Eigenverbrauchs der Kläranlage ab. In Spitzenzeiten wird zuweilen auch Strom ins öffentliche Netz eingespeist.“

Die Besucher bekamen außerdem die modernsten Steuerungs- und Kommunikationssysteme erläutert, die die wesentlichen und wichtigen Bausteine überwachen und eventuelle Störungen rund um die Uhr melden, nach Dienstschluss an den Bereitschaftsdienst.

Neben den 30 Mitarbeitern der Kläranlage informierten außerdem Landwirte und Fachfirmen, so auch eine Kanal- und Rohrreinigungsfirma, über ihre Arbeit. Die Besucher konnten dabei ein Sanierfahrzeug besichtigen oder einen Rohrreinigungsvorgang verfolgen, der bei Verstopfungen durchgeführt wird. Weiter wurde das Ausbringen von Klärschlamm durch PS-starke landwirtschaftliche Maschinen mit einer Ausbringungsbreite von bis zu 30 Metern demonstriert.

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