Ökumenische Veranstaltungsreihe im Dom rund um den evangelischen Reformator

„Sagen Sie mal, Herr Luther“

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Tillmann Benfer, Dorothea Biermann, Pastor Markus Wendebourg (v.l.) gehören zum Team, das die Veranstaltungsreihe „Sagen Sie mal, Herr Luther“ vorbereitet hat.

Verden - Zwei Jahre sind es noch bis zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, die im Jahr 1517 mit dem Wittenberger Thesenanschlag ihren Anfang nahm. Ein Jubiläum, das die vier evangelischen Verdener Kirchengemeinden, die Evangelisch-lutherische Zionsgemeinde (Selk) und die katholische Propsteigemeinde als Chance zur Auseinandersetzung mit der Person und dem Werk Martin Luthers nutzen.

In den vergangenen zwei Jahren haben sechs ökumenische Arbeitskreise die besondere Veranstaltungsreihe vorbereitet, die mit Lesungen aus seinen Schriften, mit Musik, Spielszenen und Diskussionen insbesondere den Einfluss des Reformators auf die Gegenwart hinterfragt.

Die sechsteilige Veranstaltungsreihe im Dom zu Verden beginnt am Freitag, 12. Juni, um 19 Uhr, mit einem Vortrag von Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy im Sprengel Stade. Unter dem Titel „Wie wir dich grüßen, großer Luther“ richtet er den Blick auf vorangegangene Reformationsjubiläen als Spiegel der Zeitgeschichte. Dabei, so Dorothea Biermann, Pastor Markus Wendebourg und Tillmann Benfer vom Vorbereitungsteam, würden auch die umstrittenen Seiten des Reformators betrachtet; etwa seine Haltung gegenüber dem Judentum und den Bauernaufständen.

In der Woche darauf, am Freitag, 19. Juni, 19 Uhr, gehen die Schüler der Seminarfachkurse vom Domgymnasium und Gymnasium am Wall mit „Luther-Ladies: Gelehrt – Betucht – Mündig....“ Zeuginnen der Reformation in Szene gesetzt“, gemeinsam der Frage nach, welche Rollen Frauen zu Luthers Zeiten zugewiesen waren. Biermann: „Im Seminarfachkurs haben sich die jungen Leute intensiv und erstmals gemeinsam mit der Thematik auseinander gesetzt, in Hausarbeiten die Aussagen zur Rolle der Frau erarbeitet und aus den Erkenntnissen um das neu entstandene Selbstverständnis von Protestantinnen im 16. Jahrhundert Spielszenen erarbeitet, die die Sichtweise der Luther-Ladies lebendig machen.“

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders… Das Gewissen entscheidet“ heißt es am Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, mit der Bundestagsabgeordneten Christina Jantz als Gast. Der wohl berühmteste Satz Luthers steht im Mittelpunkt des Abends und ist Zeugnis der Gewissheit und des standhaften Glaubens von Luther. Selbst vor Kaiser und Reich und unter Gefahr für Leib und Leben ließ er sich niemals davon abbringen. „Luthers Gewissen war einzig in Gottes Wort gefangen. Ihn konnten weder menschliche Autoritäten noch die der Kirche überzeugen“, so Wendebourg.

Das Thema Freiheit steht im Fokus der vierten Veranstaltung „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ am Freitag, 3. Juli, um 19 Uhr. Die Lesung mit Dieter Rathing, Landessuperintendent des Sprengels Lüneburg, spürt den historischen Grundlagen der lutherischen Definition von Freiheit nach und klopft sie auf ihre Tauglichkeit für die aktuellen Fragen unserer Zeit ab.

Am fünften Abend, am Freitag, 10. Juli, wird Gudrun Heine mit der Lesung „Dem Volk aufs Maul geschaut“ den Reformator als Bibelübersetzer und Sprachschöpfer präsentieren. Der Abend, so Wendebourg, werde sich in zwei Teile gliedern: Zunächst werde Gudrun Heine Luthers „Sendbrief vom Dolmetschen“ vorstellen. Anschließend geht es gemeinsam daran, verschiedene biblische Texte in der Übersetzung Luthers mit modernen Bibelübersetzungen zu vergleichen.

Den Schlusspunkt setzt ein von Tillmann Benfer und Carsten Voß geleiteter Konzertabend mit Lesung (Carsten Krüger) im Rahmen der Verdener Sommerkonzerte am Donnerstag, 16. Juli, ebenfalls um 19 Uhr. Unter dem Titel „Ich gebe der Musik nach der Theologie den ersten Platz“ werden Lutherlieder in alter wie in neuer Form erklingen, außerdem Lieder seiner Zeitgenossen, und es gibt Lesepassagen von Luthertexten über die Bedeutung der Musik. Es musizieren die Bläser und Sänger der Domgemeinde und Zionsgemeinde Verden unter der Leitung von Domkantor Tillmann Benfer und Friedemann Singer.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Dom ist frei. Ihre Dauer wird mit jeweils 60 bis 75 Minuten angegeben.

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