Zu Gast bei der Leitenden Oberstaatsanwältin Angelika Gresel-Appelbaum

Objektivste Behörde der Welt

+
Der Kreisfrauenrat zu Gast bei der Verdener Staatsanwaltschaft (v.l): Christine Borchers, Andrea Michallik, Karin Labinsky-Meyer, Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Gresel-Appelbaum, Dr. Maike Reershemius-Schulz und Elisabeth Speer.

Verden - „Die Staatsanwaltschaft ist die objektivste Behörde der Welt“, stellte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Gresel-Appelbaum ihre Behörde vor. Denn die Staatsanwaltschaft sorge dafür, dass der Sachverhalt einer Straftat umfassend aufgeklärt werde. Sie habe die Wächterfunktion für gerechte, faire Strafverfahren.

Der Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden war jetzt zu Gast in der Justizbehörde. Frauen in Führungspositionen sind auch hier noch keine Selbstverständlichkeit. Zwar würden in jüngster Zeit vermehrt Frauen in den höheren Dienst der Justiz eingestellt werden, doch im Bereich der Beförderungsämter seien in Niedersachsen überwiegend Männer tätig, erläuterte die Gastgeberin.

Folgerichtig hat das Land Niedersachsen ein Mentoring-Programm für 20 Juristinnen aufgelegt, das ihnen den Weg an der Seite eines Mentors oder einer Mentorin ebnet. „Das Problem der Frauen ist: Sie tauchen nicht auf und sind oftmals für die Behördenleitung nicht wirklich sichtbar – zumal dann, wenn sie Teilzeit arbeiten“, so die Leitende Oberstaatsanwältin. „Das Programm verdeutlicht, da ist mehr Potenzial als gedacht.“

Angelika Gresel-Appelbaum ist selbst Mentorin in dem Programm. Ihr Mentee, Dr. Maike Reershemius-Schulz, hat ein Projekt aus der Aus- und Fortbildung gewählt. Sie will die Referendarinnen und Referendare schon auf der Ausbildungsstation für die Staatsanwaltschaft gewinnen. „Die Zahl der Referendare wird weniger und so wächst die Konkurrenz untereinander, auch zur Anwaltschaft“, so Dr. Reershemius-Schulz, „deshalb sollen die jungen Leute schon im Referendariat für die Staatsanwaltschaft begeistert werden.“

Bei Angelika Gresel-Appelbaum war es so. Sie hat sich sehr frühzeitig für die Staatsanwaltschaft entschieden. Der Funke sprang schon imReferendariat über. „Meine Liebe zur Staatsanwaltschaft entstand schon zu Beginn“, sagte sie. Sie habe im ersten Referendariat in der Staatsanwaltschaft Jugendstrafverfahren bearbeitet. Dort konnte sie sehr selbstständig agieren und hatte viel Eigenverantwortung. „Na, und Krimis habe ich schon immer gern gelesen“, begründete Angelika Gresel-Appelbaum augenzwinkernd die Wahl.

Ebenso früh und klar wusste sie, dass sie gern einer Behörde vorstehen wollte. Seit Dezember 2013 leitet Gresel-Appelbaum die Staatsanwaltschaft Verden. „Ich wollte immer gern zeigen, dass ich Menschen mag und ihre Arbeit schätze.“ Nachgefragt, was den Erfolg ausgemacht hat, sagte sie: „Natürlich fachliche Qualifikation. Ich kommuniziere offen und bin vorbehaltlos, wenn ich auf Menschen zugehe. Und das sind Eigenschaften, die, glaube ich, immer für mich gesprochen haben“, so Gresel-Appelbaum, „und es ist wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben.“

Die Reform des Sexualstrafrechts war außerdem Thema der Sitzung des Kreisfrauenrates. Unter dem Motto „Nein heißt Nein!“ haben sich zahlreiche Frauenverbände zu Wort gemeldet. „Der Protest hat Wirkung gezeigt“, so die Vorsitzende des Kreisfrauenrates, Karin Labinsky-Meyer. „Es bewegt sich etwas.“

Auch der Kreisfrauenrat beim Landkreis Verden spricht sich für eine große Reform des Sexualstrafrechts aus. Der bisher vorliegende Regierungsentwurf für eine Neufassung der Paragraphen zur sexuellen Nötigung und Vergewaltigung sowie zum sexuellen Missbrauch schließe bereits einige Schutzlücken im Gesetz, so der Kreisfrauenrat.

red

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Entenrennen in Rotenburg

Entenrennen in Rotenburg

Schulz schließt große Koalition aus

Schulz schließt große Koalition aus

AfD feiert - SPD am Boden: Die Bilder zum Wahlabend

AfD feiert - SPD am Boden: Die Bilder zum Wahlabend

Erntefest in Martfeld

Erntefest in Martfeld

Meistgelesene Artikel

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Kommentare