Nutzloses Denken

Ko-Stelle und „Vereinbar“ präsentieren interessanten Vortrag

Wer kriegt es hin? Das Publikum war aufgefordert, den Fuß im Uhrzeigersinn zu drehen und dazu mit der Hand in der Luft Sechsen zu malen.

Verden/Landkreis - Witzig, spritzig, kurzweilig und sehr informativ: Beim 15. Neujahrsgespräch von „Vereinbar“, dem Unternehmensnetzwerk zur Gestaltung der Arbeitswelt, und der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft des Landkreises hatte Festrednerin Gesa Lischka ihr Publikum schnell im Griff.

Nach Grußworten von „Vereinbar“-Geschäftsführerin Ulrike Helberg-Manke, der Vorsitzenden Anita Freitag-Meyer und Landrat Peter Bohlmann legte Lischka los. Die Referentin ist Expertin für Neuromarketing und Geschäftsführerin Strategie der Agentur für Marken „Kochstraße“. „Denken hilft zwar - nützt aber nichts“ so der etwas provokante Titel ihres Vortrags über die Beeinflussung Unterbewusstseins durch das Marketing, mit dem sie die mehr als 130 Gäste begeisterte.

Neuromarketing befasst sich damit, was im menschlichen Gehirn beim Konsumieren passiert. Mit dem Ziel, Wege zu finden, die Kaufentscheidungen zu beeinflussen.

Schnell gelang es der Rednerin, das Publikum abzuholen und in die komplexe Welt des Neuromarketing zu entführen, mit dem sie sich seit vielen Jahren mit viel Enthusiasmus beschäftigt. „Der Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung“, erklärte Lischka. Dabei verwies sie auf wissenschaftlich verbriefte Methoden, die insbesondere Unternehmen neue Chancen der Vermarktung ihrer Produkte eröffneten.

So sprach sie etwa von dem Trugschluss, dass der Mensch überwiegend rational handele. „95 Prozent unserer Entscheidungen fällen wir unbewusst. Es gibt sogar Wissenschaftler, die zur 99-Prozent-Quote tendieren“, sagte Lischka, die anhand von Beispielen den „Blick ins Gehirn“ von Kunden unternahm.

Referentin Gesa Lischka (l.) im Gespräch mit Ina Rohlfing, Leiterin des gastgebenden Deutschen Pferdemuseums. Fotos: Niemann

Dabei wurden Fragen erörtert wie Wie werden (Kauf-) Entscheidungen wirklich getroffen? Wie kann ich anhand sogenannter Neuro-Tools besser verkaufen, designen und überzeugen? Wie ist Neuromarketing als Instrument moderner Markenführung nutzbar?

„Unsere Entscheidungen treffen wir in der Regel nicht rational“, sagte Lischka. Kaum jemand mache beispielsweise vor einem Kauf eine Kosten-Nutzen-Einschätzung, so die Kulturwissenschaftlerin, die das Gesagte am Beispiel eines Kaufs von roten Schuhen unterstrich. „Wir Frauen sehen die Schuhe, es setzt einen Prozess in Gang, und im Bruchteil einer Sekunde steht fest, ob wir die Schuhe kaufen oder nicht.“ Das „Haben wollen“ führe schließlich zum Kauf.

Die meisten Entscheidungen kämen aus dem Bauch heraus, sodass sich die psychologischen Wirkprinzipien einer Kaufentscheidung durch gezieltes Neuromarketing-Maßnahmen wie etwa durch Priming, eine subtile Einflussnahme, gezielt lenken ließen. Für Unternehmen bedeute dies beispielsweise, über Bilder Emotionen zu wecken und so neugierig auf ihre Produkte zu machen.

Neujahrsgespräch von VEREINBAR in Verden

Neujahrsgespräch Vereinbar Verden
 © Mediengruppe Kreiszeitung/C. Niemann
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Bilder oder Situationen seien wie Passwörter. Sie nutzten zuvor gemachten Erfahrungen und würden bestimmte Assoziationen schaffen, die zum Kauf verleiten. „Das passiert vollkommen unbewusst, ohne dass wir etwas davon bemerken.“

Zur Veranschaulichung hatte Lischka ihren Vortrag mit animierten Bildern und Filmsequenzen sowie mit Beispielen von erfolgreichen Werbekampagnen aus der eigenen Agentur gespickt, die das Gesagte auf beeindruckende Weise unterstrichen. Die Agentur Kochstraße hat schließlich erst unlängst das Rennen um den Karriere-Award der Zeit-Verlagsgruppe gemacht und mit einer kreativen Anzeige für Hebammen und Entbindungshelfer in der Kategorie „Stellenanzeigen außerhalb Wissenschaft“ gewonnen.    

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