IG Bau fordert Förderprogramme

„549 neue Wohnungen im Kreis sind zu wenig“

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Der Bau boomt. Dennoch entsteht zu wenig Wohnraum. Vor allem an bezahlbaren Mieteinheiten fehlt es allenthalben und das Verbändebündnis fordert Förderprogramme.

Landkreis - Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Verden sind im vergangenen Jahr 549 Neubauwohnungen entstanden, 344 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit zehn Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Vorjahr. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich die Baugewerkschaft IG BAU und die Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Grundlage für die Zahlen ist die aktuelle Bilanz zu fertiggestellten Wohngebäuden vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren im Landkreis Verden demnach im vergangenen Jahr 121 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Verden seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise“, sagt Holger Bartels (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

Die Initiative von IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) setzt sich für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein. Bundesweit seien im vergangenen Jahr nicht einmal 285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021. Das würde 375 000 Euro pro Jahr erfordern. 32 Prozent mehr wären also nötig.

„Danach sieht es allerdings bislang weder in Niedersachsen noch bundesweit aus“, so der Regionalleiter in der Weser-Ems-Region, Holger Bartels. Das Verbändebündnis fordert daher jetzt Bund, Land und die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für bezahlbaren Wohnraum. Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“.

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Bündnis, jetzt die nötige „politische Power“ zu geben. „Sie müssen sich für ein deutlich dickeres Baupaket im Bundeshaushalt starkmachen, von dem dann auch die Menschen im Kreis Verden mehr profitieren“, sagt Bartels. Die Kanzlerin habe angekündigt, sechs Milliarden Euro für den Wohnungsbau bis 2021 bereitzustellen – also 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Benötigt würden vier Milliarden Euro jährlich.

„Denn im Wohnungsmangel und in steigenden Mieten steckt sozialer Sprengstoff. Tag für Tag fallen Sozialmietwohnungen aus der Bindung“, warnt Bartels. Eine „Goodwill-Wohnungsbaupolitik“ der Länder, bei der die Zahl der Sozialwohnungen von der Kassenlage abhänge, sei fatal. Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse „jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub gegen Null laufen“. Gerade die altersgerechten Wohnungen werden auch im Landkreis Verden benötigt.

Der Bund müsse dem Wohnungsneubau jetzt „Turbo-Impulse“ geben: Dazu gehören, dem Verbändebündnis Wohnen zufolge, zusätzliches Fördergeld und steuerliche Anreize. Wirksam sei insbesondere eine bessere steuerliche Abschreibung. Der Bau brauche vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen zu können.

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