Notquartier für Flüchtlinge / Ehrenamtliche Sprachmittler als große Hilfe

In der GaW-Sporthalle stehen jetzt 100 Feldbetten

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Vor der GaW-Sporthalle herrschte beim Aufbau reges Treiben.

Verden - Nachdem Ende vergangener Woche die Sporthallen der Berufsbildenden Schulen Verden (BBS) als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet worden sind, wurde am Sonnabend auch die Sporthalle des Gymnasiums am Wall (GaW) umgerüstet.

Der Landkreis Verden ist damit in der Lage, die 350 bis Mitte nächster Woche angekündigten Flüchtlinge unterbringen zu können. „Weitere Turnhallen sind derzeit nicht vorgesehen“, sagte Landrat Peter Bohlmann auf Nachfrage.

Fast schon in Akkordarbeit legten am Sonnabend rund 90 Ehrenamtliche aus allen acht Ortsfeuerwehren im Verdener Stadtgebiet sowie der THW-Ortsverbände Achim und Verden die Halle mit Folie und Bodenplatten aus. Sie richteten abgetrennte Bereiche als Schlafplätze ein und stellten rund 100 Feldbetten auf.

Auf Grund der Arbeiten wurde zeitweise das zwischen Windmühlenstraße und Georgstraße liegende Teilstück der Marienstraße für den Straßenverkehr gesperrt.

„Wir müssen rechtzeitig gewappnet sein, wenn die nächsten Flüchtlinge am Montag, Mittwoch und Donnerstag dieser Woche im Landkreis eintreffen“, so Krisenstabsleiterin Erste Kreisrätin Regina Tryta. Darum sei kurzfristig die Sporthalle des GaW zur weiteren Sammelunterkunft umgerüstet worden, zumal die Kräfte der beteiligten Hilfsorganisationen dieses Projekt leichter am Wochenende als während der Arbeitswoche schultern könnten, sagte Tryta.

Bislang sind 56 Flüchtlinge bei den BBS angekommen. Busse brachten sie aus Celle und Nienburg. „Die größte Gruppe mit 17 Personen stammt aus Syrien, zehn aus Algerien, weitere Flüchtlinge kamen aus dem Irak, dem Iran, Marokko, Sudan, Somalia und Pakistan.“ Die Aufnahme und Unterbringung sei zügig und ohne größere Probleme verlaufen, teilte die Kreisverwaltung gestern mit.

Sporthalle des Gymnasiums am Wall wird zu Flüchtlingsunterkunft

„Eine wirklich große Hilfe für uns sind die ehrenamtlichen Sprachmittler, die uns dankenswerter Weise beim Dolmetschen unterstützen und uns die Verständigung mit den Flüchtlingen, aber auch die Beantwortung ihrer Fragen sehr erleichtern“, erklärte Bernd Dannheisig, Leiter des Fachdienstes Soziales.

Die Flüchtlinge, die meisten von ihnen junge Männer, wurden nach ihrer Registrierung mit Essen und Getränken versorgt und mussten sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Zwei fünf- beziehungsweise dreiköpfige Familien wurden in Hotels untergebracht. Eine Familie habe ein Baby, berichtete Bohlmann.

Laut Dannheisig sollen die Flüchtlinge möglichst schnell in kleineren, überschaubaren Wohneinheiten untergebracht werden. Diese Sammelunterkünfte seien nur eine Übergangslösung.

wb

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