Note sechs für Mattfeldt: Er wehrt sich

Bleibt seiner Linie treu: „Ich lasse mich trotzdem nicht zwingen, dieses Portal zu bedienen“, sagt Andreas Mattfeldt (Bild).
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Bleibt seiner Linie treu: „Ich lasse mich trotzdem nicht zwingen, dieses Portal zu bedienen“, sagt Andreas Mattfeldt (Bild).

Landkreis - Mit den Schülern in Niedersachsen haben nun auch die heimischen Bundestagsabgeordneten ihre Zeugnisse erhalten: Das nach eigenen Angaben unabhängige Internetportal abgeordnetenwatch.de vergab Noten für das Antwortverhalten der Volksvertreter. Dem Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Verden/Osterholz, Andreas Mattfeldt, las das Portal ordentlich die Leviten. Der Christdemokrat bekam eine glatte sechs ins Zeugnis geschrieben. Ungenügend!

Mattfeldt wehrt sich. „Ist ja nicht das erste Mal, dass mir eine solche Note ins angebliche Zeugnis gewuppt wird. Das passiert regelmäßig“, sagt er, „aber ich werde mich trotzdem nicht zwingen lassen, dieses Portal zu bedienen.“

Der Online-Dienst hatte seiner Mitteilung zufolge bewertet, wie oft Abgeordnete auf Fragen, die über die Plattform an sie herangetragen wurden, reagiert hatten. „Die Bestnote „sehr gut“ erhielt fast die Hälfte der niedersächsischen Bundestagsabgeordneten – ein Rekord. Darunter u.a. der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Thomas Oppermann (SPD), der mit 240 Fragen von Bürger:innen und genauso viel gegebenen Antworten der meist befragte Abgeordnete seines Bundeslands ist“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: Insgesamt erreichten die 66 Abgeordneten aus Niedersachsen 32-mal „sehr gut“, elfmal ���gut“, siebenmal „befriedigend”, einmal „ausreichend“, viermal „mangelhaft“ und elfmal „ungenügend“. Die Durchschnittsnote liegt bei 2,5. Bei der letzten Durchführung 2019 lag diese noch bei deutlich schlechteren 3,0.

Mattfeldt vertritt eine völlig andere Sicht der Dinge. „Abgeordnetenwatch ist ein sehr linkes Portal, Abgeordnetencheck ein sehr rechtes. Dazwischen sind viele weitere Portale aufgefächert“, sagt er. „Bediene ich eines dieser Portale, dann muss ich alle bedienen, aber genau das unterlasse ich.“ Er betrachte diese Dienste nicht als Mittler zwischen Politik und Bevölkerung. „Deren einziger Zweck sind wirtschaftliche Interessen. Sie wollen damit Geld verdienen.“

Abgeordnetenwatch verursache zusätzlichen Druck auf die Volksvertreter, weil es am Ende Noten verteile. „Es will Abgeordnete erpressen“, sagt Mattfeldt. Er lehne diese Einflussnahme genauso ab, wie die übrigen Portale.

Ihn könne man direkt erreichen, sagt Mattfeldt, „meine Kontaktdaten stehen im Internet“. Wer sich an ihn wende, erhalte eine qualifizierte Antwort. kra

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