Wilde Frösche und noch mehr

Nostalgie und viel Atmosphäre auf der Domweih

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Katrin und Marc Müller bummeln mit Sohn Janis über die Domweih. Janis trifft bei den Fröschen voll ins Schwarze.

Verden - Hoch, rasant und schnell, auf der Verdener Domweih ist das überhaupt kein Problem. Aber Norddeutschlands ältestes Volksfest kann auch anders, nämlich langsam.

Es gibt schließlich immer noch etliche Spielgeschäfte und Buden mit Losen, Schießen, Fröscheschlagen, Entenangeln oder Pferderennen, wenn auch teils in modernisierter Form. Diese traditionellen Branchen bieten zwar keinen „Adrenalin-Kick“, punkten dafür aber mit Nostalgie und Atmosphäre.

Alte Spiele, neue Aufmachung

Jonathan Krüger war auf Dpomweihtour mit seiner Oma, die ihm 15 Lose spendierte. „Ich fahre nicht gerne Karussell, aber die Lose müssen sein“, erzählt der 13-Jährige. „Genauso wie Eis, Mandeln und ein kandierter Fruchtspieß“, fügt seine Großmutter hinzu. Dass er bislang nur einen kleinen Plüschanhänger gewonnen hat, stört den Jungen nicht. „Ich freue mich auch darüber“, sagt er.

Katrin und Marc Müller sind mit ihrem Sohn Janis unterwegs. Der Dreijährige versucht sich im Fröscheschlagen, wo er voll ins Schwarze trifft. Schausteller Mariano Weimar läutet die Glocke; das Signal für die freie Preisauswahl. Und genau die fällt dem Knirps schwer. Er kann sich erst nach langem Überlegen für ein Autospiel und ein kleines Stofftier entscheiden.

Johanna und Niklas haben mit ihrer Mama eine Menge Spaß.

„Solche Spiele gab es schon immer und es wird sie auch in Zukunft geben“, meint Mariano Weimar vom „Froschspiel“. Seine Vorfahren sind noch mit einem mobilen Pavillon gereist, der sich „Römerwerfen“ nannte. Heute lassen die Kunden Frösche in Wasserbecken hüpfen, früher wurden Bälle in Weinrömer geworfen. Die Aufmachung heute sei aktueller, das Spielprinzip indes aber fast unverändert geblieben. „Für uns ist es wichtig, dass das Angebot so beliebt ist wie eh und je“, sagt er.

Merle aus Hassel hat beim Dosenwerfen einen kleinen Plüsch-Marienkäfer gewonnen und Elias aus Hoya hat beim Bällefischen einen dicken Fang gemacht. Nach ihm kommt eine ganze Gruppe Kinder und es wird lautstark um die Wette gefischt. „Hier geht keiner leer aus“, verspricht der Mitarbeiter an der Bude und reicht den Kindern je einen Schlüsselanhänger.

Schausteller steht ständig „unter Beschuss“

„Halt, halt, nicht so stürmisch“, ruft der junge Mann fröhlich, als ein Pfeil haarscharf an ihm vorbei saust und einen Luftballon zum Platzen bringt. Der Schausteller ist es gewohnt, „unter Beschuss“ zu stehen. Auch der Ballonstand gehört traditionell zur Domweih und seit Generationen knien die Kinder auf der Theke des Wagens, zielen auf die Ballons und haben dabei ihren Traumgewinn fest vor Augen.

Domweih 2017 - Fotos vom Dienstag

An anderer Stelle tauschen Marion und Leonie Werth die in den vergangenen Jahren gesammelten Stoffblumen gegen einen Mittelgewinn ein. „Du hast die Wahl“, fordert „Florian, der Blumenfreund“ die Elfjährige auf, die sich dann für zwei Speed-Spinner, die eigentlich „nur“ Trostpreise sind, entscheidet. Kinder-Dauerbrenner sind außerdem das kleine Kettenkarussell und der Kinder-Autoscooter, in dem schon die Kleinsten per Karambolage ganz lässig ein paar Kontakte knüpfen.

Beliebt bei den jüngsten Domweihbesuchern sind außerdem: Zuckerwatte, Eis, gebrannte Mandeln, glasierte Äpfel und Crêpes. „Der beliebteste Belag?“ „Ganz klar Nutella!“, weiß Spezialistin Jana. Aus dem Handgelenk heraus streicht sie mit der Palette den Teig hauchdünn auf die heiße Platte. „Das merkt man abends schon in den Gelenken“, so die Erfahrung der junge Schaustellerin.

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Rasant bis entschleunigt: Spiel- und Fahrgeschäfte auf der Domweih

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