Normen und Alltagstauglichkeit

Ratsmitglieder und Planer diskutieren den Bahnhofsvorplatz

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Die Frage nach der Alltagstauglichkeit des Bahhofsvorplatzes beschäftigte Ratsmitglieder und Planer vor Ort. 

Verden – An der Gestaltung des Bahnhofumfelds scheiden sich immer noch die Geister. Nach monatelangen Diskussionen über Normen und Barrierefreiheit einigten sich die Teilnehmer eines Ortstermins mit Bürgermeister Lutz Brockmann, Ratsmitgliedern, Behindertenbeauftragten und Planern auf die Ziele Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Grund ist, dass die Bauvorschriften nicht das letzte Quäntchen Rechtssicherheit versprechen könnten.

„Gibt es Baumängel oder Planungsfehler?“, fasste Brockmann die Fragen zusammen, die hinter der Zusammenkunft vor dem Bahnhofsgebäude standen. Fachlich allerdings waren sie schnell beantwortet. Stefan Lippert vom Bremer Planungsbüro BPR, das die Entwürfe geliefert und die Baumaßnahme geleitet hatte, setzte der Diskussion um Normen und Vorschriften ein Ende. Die Bestimmungen seien soweit eingehalten worden, wie es möglich ist. „Der Platz ist für alle uneingeschränkt nutzbar“, bestätigte er. Eine Einschränkung betreffe die Regelungen, in denen sich die anzuwendenden Normen widersprechen. „Dann muss letztlich der Bauherr entscheiden, wie der Widerspruch der Normen aufgelöst wird und wie gebaut werden soll.“

Eine Einschränkung bei dem vom Rat gesetzten Ziel, ein barrierefreies Umfeld für den Bahnhof zu schaffen, sah der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Lars Schmidtke, nicht. „Hier ist alles in Ordnung“, betonte er und erinnerte an diverse Begehungen des Ausschusses für Straßen und Stadtgrün. Auch eine Begehung mit Vertretern des Blinden- und Sehbehindertenverbands habe keine Probleme ergeben. Seit der Fertigstellung und der Anpassung habe es keine weiteren Meldungen gegeben, nach denen jemand gestolpert oder gar gestürzt sei, konnte Bürgermeister Brockmann hinzufügen.

Bahnhof muss auch für Ältere nutzbar sein

Dennoch wollten die Normen Henning Wittboldt-Müller keine Ruhe lassen. „Ich stelle mir eine ältere Dame vor, die nicht gut sehen und laufen kann“, stellte der Liberale seinen Ratskollegen ein Szenario vor Augen. Auch für sie müsse der Bahnhof nutzbar sein. Wenn diese Dame sich verletze und dann womöglich den Rechtsweg beschreite, sei es darüber hinaus wichtig, sich auf eingehaltene Vorschriften berufen zu können.

Karin Hanschmann und Jutta Sodys (SPD) befürchteten, dass das gesamte Projekt in Verruf gerät: „Durch solche Diskussionen wird der Bahnhofsvorplatz in Grund und Boden geredet.“ Über einen Handlauf an den Stufen direkt am Eingang wollten Ratsmitglieder und Verwaltung dennoch nachdenken, nachdem Wittboldt-Müller auf der mangelnden Alltagstauglichkeit der Gestaltung beharrte.

Gelöst sind damit allerdings nicht sämtliche Probleme auf dem Gelände. Die Taxi-Fahrer am Bahnhof kämpfen täglich mit einem Parkplatz, der ihnen zu eng ist, wie Unternehmerin Karin Kahrs beklagte. Auf Anregung von Lutz Brockmann soll dieses Problem jetzt im Gespräch mit den Unternehmen grundsätzlicher angegangen werden. „Wir müssen sinnvolle und bedarfsgerechte Taxi-Plätze an verschiedenen Stellen in der Stadt ausweisen“, war er sich bewusst. Da soll auch nach einer Verbesserung am Bahnhof gesucht werden. 

kle

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