Mehr als 100 Besucher

8. Rocknacht der Lebenshilfe: „Normal, verschieden zu sein“

Gut gefüllt war das Verdener Jugendzentrum, als die drei Bands bei der Rocknacht der Lebenshilfe loslegten.

Verden - Es sollte eine Party für alle werden, für Menschen mit oder ohne Behinderung. Und die Idee ging auf: Über 100 Besucher kamen am Freitagabend ins Verdener Jugendzentrum, wo die 8. Rocknacht der Lebenshilfe im Landkreis Verden über die Bühne ging.

Im Rahmen des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, vom Fachbereich Offene Hilfen der Lebenshilfe organisiert, traten in der durch die Aktion Mensch geförderte Veranstaltung „Opas Stube“, „Hau Drauf“ von der Lebenshilfe Verden und Thorsten „Todde“ Finner mit seiner Band auf, sodass ein abwechslungsreicher Mix aus Rock- und Popsongs von den Achtzigern bis heute als auch selbstkomponierte Songs zu hören waren.

„Hallo, kennst Du mich noch, ich heiße Fabian.“ Es folgte eine leichte Umarmung, dann riss er die Arme in die Luft, machte sein Gewinner-Zeichen und rief: „Ich will feiern.“ Um ihn herum klatschten andere im Takt der Musik, plauderten, prosteten einander zu, lachten. Es war erst kurz nach 20 Uhr und der Veranstaltungsraum im Jugendzentrum bereits gut gefüllt.

„Es ist normal, verschieden zu sein.“ Diese viel zitierte Botschaft des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker sollte allgemeingültig sein. Doch der Alltag zeigt, dass noch einige „Barrieren im Kopf“ abgebaut werden müssen und dass noch manches zu tun ist, bis ein „möglichst selbstbestimmtes Leben“ und ein völlig selbstverständlicher Umgang zwischen allen Menschen Wirklichkeit wird. Rocknächte wie die genannte, bieten wichtige Hilfswege hin zu diesem Ziel.

Davon ist auch Oliver Geweke, Leiter der Offenen Hilfen und zugleich Bandleader von „Hau drauf“, überzeugt. Musik als Lebenshilfe: Die Auftritte der Lebenshilfe-Bands zeigten schließlich auch der Öffentlichkeit auf beeindruckende Weise, wie Musik Menschen verbinden und stärken könne. Dort spielen behinderte und nicht behinderte Musiker zusammen und stehen als Einheit bei ihren Auftritten gemeinsam auf der Bühne.

Sechs von den Musikern sind geistig behindert, wie zum Beispiel Ariane Kaeß. Ariane spielt Schlagzeug, und wenn sie das tut, ist von ihrer Behinderung nicht mehr viel zu merken. Am Schlagzeug ist sie in ihrem Element. Genau das hat Oliver Gewecke vor über 20 Jahren erkannt und die Band ins Leben gerufen. Inzwischen hat sich „Hau drauf“ in der Region etabliert. Ihre Musik ist vielseitig und umfasst unterschiedliche Musikstile von Pop über Rock bis hin zu deutschen Songs.

„Musik ist ein wichtiges integratives Mittel, da sie hinsichtlich der Auftritte auch die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Beteiligung bietet. Der Applaus erfüllt natürlich auch unsere Musiker mit Stolz. Es bereichert das Leben und es macht selbstbewusst. Wir haben diesmal noch mehr Leute erreicht, als wir erwartet haben“, resümierte Oliver Geweke. - nie

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