Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen eingeweiht

Unverzichtbarer Schritt

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NZNB-Geschäftsführerin Dorothee Mix.

Verden - „Ich konnte mir nicht vorstellen was mich hier erwartet“, gestand Cornelia Rundt, niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bei der feierlichen Einweihung des „Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen“ (NZNB). Sie zeigte sich positiv überrascht und hob die Bedeutung des Bauens mit nachwachsenden Rohstoffen hervor.

„Nachhaltiges Bauen ist ein wichtiger und unverzichtbarer Schritt, wenn wir es mit der Energiewende ernst meinen“, so die Ministerin, die in Niedersachsen auch für die Bereiche Bauen und Wohnen zuständig ist. „Nur wenn die ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren die Grundlage der Stadtentwicklungspolitik bilden, kann Nachhaltigkeit erreicht werden“, sagte Rundt. Mit dem Kompetenzzentrum werde dazu in Verden ein wichtiger Beitrag geleistet. „Es ist eine außergewöhnliche, eine wunderbare Sache. Sie können sich unserer Unterstützung sicher sein“, versprach sie.

Das fünfgeschossige Gebäude in der Artilleriestraße wurde aus vorgefertigten, mit Strohballen gedämmten Holzrahmenelementen errichtet, die mit Kalk verputzt wurden. Laut dem Betreiber ist es das erste Gebäude dieser Bauweise in Europa. Ein hervorragendes Beispiel für das, was im Bereich nachhaltiges Bauen möglich ist und das soll auch die Dauerausstellung „nachhaltig. bauen. erleben.“ zeigen.

„Du kannst es schaffen, wenn du wirklich willst“, sangen die Kinder der Grundschule am Lönsweg und ernteten tosenden Applaus. Landrat Peter Bohlmann braucht man nicht mehr zu überzeugen. „Lehm konserviert das Holz, reguliert die Feuchtigkeit, führt zu einem gesunden Wohnklima in den Räumen“, nannte der Landrat als Vorteile. „Innovation und Technologie haben nicht immer etwas mit IT zu tun. Hier bezieht sich Innovation auf alte Baustoffe“, betonte er

Mit dem Neubau wurde laut Bürgermeister Lutz Brockmann „Pionierarbeit“ geleistet. Finanziell unterstützt wurden die Arbeiten von der Europäischen Union, dem Landkreis und der Stadt Verden.

„Der Blick auf nachhaltiges Bauen ist in den letzten Jahren immer mehr in den Focus geraten. Mit diesem Bau haben wir eine Grenze überwunden“, betonte Geschäftsführerin Dorothee Mix und dankte allen Unterstützern. „Wir haben jetzt die Chance, gemeinsam etwas zu bewegen“, sagte Architekt Thomas Isselhardt vom Netzwerk Nachhaltiges Bauen.

Passend zum Thema mussten Ministerin Rundt, Landrat Bohlmann, Bürgermeister Brockmann, Architekt Isselhard und die Bundestagsabgeordnete Christina Jantz kein rotes Band durchschneiden, sondern Strohballen wegräumen, die den Weg zu der Ausstellung ins Kellergeschoss versperrten.

„Schritt für Schritt führt die Ausstellung durch alle Teile des Hauses und zeigt, wie Wand und Decke, Boden und Dach, Putze und Beläge, Wärme und Elektrizität ökologisch funktionieren“, erklärte Architekt Dirk Scharmer. „In der Ausstellung zeigen wir erprobte Lösungen zur Dämmung bestehender Häuser.“ Das Bauen mit Stroh sei altbewährt und wieder ganz modern. Ein Bild von den Möglichkeiten konnten sich die Besucher am Nachmittag machen und dabei ein buntes Rahmenprogramm genießen.

wb

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