Investition von 25 Millionen Euro

Neue Allerbrücke kommt erst 2026 - Denkmalschutz wirft Fragen auf

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Rick Graue (links) und Werner Fricke beraten über die weiteren Maßnahmen an der Nordbrücke. 

25 Millionen Euro – so viel Geld ist für den Ersatzneubau der Nordbrücke veranschlagt. Im März 2021 soll das erste Fundament gelegt und mit dem Bau begonnen werden. Eigentlich sollte 2025 die neue Allerbrücke stehen. Doch daraus wird wohl nichts. Das Projekt ist ins Stocken geraten.

Update, 23. Januar: Die neue Allerbrücke in Verden verspätet sich. Wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr jetzt mitteilt, muss die bisher für den Jahreswechsel 2019/2020 vorgesehene Veröffentlichung der europaweiten Ausschreibung zum Neubau der Allerbrücke in Verden verschoben werden. Damit einher geht auch eine Verschiebung der Ausschreibung für die Straßenanschlüsse an die B215.

Der Grund für die Verzögerungen ist laut Behörde, dass nach wie vor der Planfeststellungsbeschluss fehle. Daher könne auch „die bisherige Zeitschiene für die bauliche Umsetzung nicht mehr eingehalten werden“, heißt es. Der Baubeginn verschiebt sich nun voraussichtlich um ein Jahr.

Dass der Planfeststellungsbeschluss noch nicht vorliegt, habe damit zu tun, dass es noch offene Fragen des Denkmalschutzes gebe, informiert die Landesbehörde. Der Landkreis Verden als Planfeststellungsbehörde und der Geschäftsbereich Verden der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als Vorhabenträger seien bemüht, diese offenen Fragen schnellstmöglich zu klären.

Allerbrücke kommt erst nach Kampfmittelsondierung

Originaltext, 4. Oktober: Verden - „Doch bevor es so weit ist, müssen noch diverse Vorleistungen getroffen werden“, erklärt Werner Fricke, Sachdienstleiter Brückenbau, von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, mit Blick auf die nächsten Jahre.

Unmittelbar stünde zum Beispiel am Montag, 7. Oktober, die letzte Kriegsmittelsondierung im Bereich des nördlichen Geh- und Radwegs der Allerbrücke an. „Für den Bau des neuen Widerlagers müssen wir sichergehen, dass im Boden keine Kampfmittel mehr sind“, so Fricke. Dafür müsse sowohl der Weg als auch die Straße halbseitig gesperrt werden. Anfang 2020 soll dann eine vollständige Auswertung aller vorgenommenen Sondierungen erfolgen. 

Brückenneubau: B215-Verkehr möglichst wenig beeinflussen

„Unkomplizierte Bergungen von beispielsweise Bruchteilen führen wir unmittelbar durch, parallel zum laufenden Verkehr“, erklärt Rick Graue, Fachbereichsleiter Bau der Straßenbehörde. Sollten aber noch scharfe Bomben oder gefährliche Kampfmittel im Boden gefunden werden, kann es sein, dass noch größere Sperrungen erfolgen müssen, um diese zu bergen. „Es ist uns wichtig, dass wir den Verkehr auf der B 215 so wenig wie möglich beeinflussen“, betont Fricke.

Wie unproblematisch eine Sperrung verläuft, hänge aber stets von dem Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer ab, mahnt der Bauleiter. Er spielt damit auf den Stau am Montag an: „Ein aus Richtung Verden kommender 40- Tonner hatte versucht, es noch über eine sehr dunkle Rotphase zu schaffen. Aber auf halber Höhe kam ihm dann schon der Gegenverkehr entgegen, der etwas überpünktlich aus Richtung Hönisch losgefahren war“, beschreibt Fricke das Szenario. Während man dann nach einer Lösung für das Problem suchte, hatte sich auf der B 215 schon besagter Rückstau in beide Richtungen gebildet.

Verden: Suche nach Kampfmitteln in diesem Jahr

Bis auf die letzte Kampfmittelsondierung stehe dieses Jahr nur noch eine größere Maßnahme an. „Wir müssen mit einer Fräse die Aufwölbungen glätten, die sich im Sommer rund um die Kanäle auf der Fahrbahn der Brücke gebildet haben“, so Raue. Aktuell könne das Wasser nicht mehr richtig ablaufen. Ließe man das den Winter über so, besteht die Gefahr, dass sich auf der Fahrbahn Eisglätte bildet.

Die Aufwölbungen seien aufgrund des heißen Sommers entstanden. Bedingt durch die Hitze hat sich der Straßenbelag ausgedehnt, den dann schwere Lkws verformten. „Die Maßnahme wird voraussichtlich drei Tage dauern. Währenddessen wird die Brücke wieder halbseitig gesperrt“, berichtet Werner Fricke. Der dafür vorgesehene Termin liegt zwischen Ende November bis spätestens Mitte Dezember.

Weitere Arbeiten starten nach dem Winter

Sobald der Winter vorbei ist, würde es dann mit den Arbeiten weitergehen. „Es ist schwierig, jetzt schon Termine festzusetzen, da die Arbeiten auch von vielen Faktoren abhängen, auf die wir keinen Einfluss haben“, erklärt Fricke.

Zwei Beispiele seien einerseits das laufende Verpflichtungsverfahren für eine Baufirma im Zuge einer Ausschreibung und andererseits die Umlegung der städtischen Versorgungsleitungen, um die sich die betroffenen Betreiber selbst kümmern müssen. 

Offizielle Mitteilung der Straßenbaubehörde zu den Maßnahmen am Montag: 

"Auf der Bundesstraße 215 zwischen Verden und Hönisch ist von Montag, 7. Oktober, bis voraussichtlich Mittwoch, 9. Oktober, jeweils zwischen 9 und 15 Uhr, mit Behinderungen zu rechnen. Grund sind Kampfmittel-Suchbohrungen für die neue Allerbrücke. Hierauf weist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden hin.

Nach Mitteilung der Behörde sind für den Neubau der Allerbrücke im Vorwege Erkundungsbohrungen für die Feststellung von eventuell vorhandenen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg vorzunehmen. Hierfür wird der nördliche Geh- und Radweg im Bereich der Allerbrücke mit einem Sondiergerät untersucht.

Kampfmittel-Bohrungen: Geh- und Radwege gesperrt

Während des Untersuchungszeitraumes muss der nördliche Geh- und Radweg gesperrt werden. Die Verkehrsführung für die Fußgänger und Radfahrer erfolgt über den südlichen Geh- und Radweg. Aufgrund der Abmessungen des Sondiergerätes muss zusätzlich die Bundesstraße 215 während des Bohreinsatzes halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird durch Sicherungsposten der Straßenmeisterei geregelt.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden dankt allen Anwohnern und Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis."

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