Weiterer Diskussionsbedarf

Abstimmung über Syndikatshof vertagt

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Noch am Carl-Hatzky-Weg, könnten die Ritter zum Syndikatshof zurückkehren.

Verden - Von Markus Wienken. Der Syndikatshof ist ein Haus voll mit Geschichte. Und die soll wieder lebendig werden. „Das Gebäude gehört zu den ältesten in Verden“, so Architekt Wolfgang Tobias, bei der Stadt zuständig für Neu- und Umbauten. Was in dem Ensemble am Norderstädtischen Markt passieren könnte, findet auch den Beifall der Kommunalpolitik.

„Zustimmung ja, aber es gibt noch Beratungsbedarf in den Fraktionen“, so der Tenor sowohl im Finanz- als auch im Kulturausschuss. Eine Abstimmung wurde daher am Mittwochabend vertagt.

Es soll alles so werden, wie es vor Jahrhunderten aussah

Die Liste an Vorschlägen, was in dem historischen Gebäude untergebracht werden könnte, ist lang. Das Stadtarchiv, bislang im Rathaus, braucht mehr Platz. Ein Raum für Erinnerungskultur, insbesondere zur jüdischen Geschichte, soll es geben, die Kreisgemeinschaft Preußisch-Eylau wäre auch willkommen und dann gibt es noch Vereine wie Wabe und Zeitspende, das Koordinationsbüro Integration und Inklusion sowie die Vertretung der Formularlotsen. Auch für Ausstellungen wäre das Gebäude ideal.

Doch bis es soweit ist, wartet noch eine Menge Arbeit. Möglichst viel soll von dem ursprünglichen Gebäude erhalten bleiben. „Dafür müssen zunächst einmal zahlreiche Bausünden beseitigt werden“, so Wolfgang Tobias. Was sich dahinter verbirgt, kann sich sehen lassen. Teilweise vollständig erhaltene Balken und Dielenanlagen aus dem 16. Jahrhundert, und der Treppenturm mit Originalputzen. Von besonderem Wert ist die Sandsteintreppe, deren Stufen aus einem Block gehauen wurden. Nicht nur innen, auch außen soll alles werden, wie es vor Jahrhunderten aussah. Das nebenstehende Postgebäude wird abgerissen, Anbauten verschwinden und der rückwärtige Garten wird neu gestaltet. Auch die Ritter, die derzeit am Carl-Hatzky-Weg Wache schieben, sollen an ihren alten Standort zurück.

Stadt hofft auf Fördermittel

Kämmerer Andreas Schreiber hatte das Projekt durchgerechnet. Bis zu drei Millionen Euro dürfte die Umsetzung kosten. Die Stadt hofft dabei auf Fördermittel, ohne die Restaurierung und Sanierung kaum zu bewerkstelligen seien. Schreiber versprach zudem, eine realistische Berechnung der Folgekosten. „Dazu gehören die Bewirtschaftung der künftigen Einrichtung, aber auch der Wegfall jetziger Mieteinnahmen“, so der Kämmerer.

Gerne hätte Schreiber die Zustimmung der Ausschüsse für den Beschluss einer Absichtserklärung zur Sanierung gehabt. Dann hätten er und seine Mannschaft loslegen können. Für die Vorplanungen stehen in diesem Jahr 150 000 Euro im Haushalt. Doch für mehr als positive Signale reichte es nicht.

Fraktionen kritisieren Informationspolitik des Bürgermeisters

Wir haben keine Eile und wollen in den Fraktionen die Vorlage noch beraten“, betonte Ingo Neumann (SPD). Rasmus Grobe (Grüne) und Jürgen Weidemann (FDP) lobten die Vorschläge zur künftigen Nutzung, Zeitdruck sehen aber auch sie nicht. Jürgen Moje (CDU) sprach mit Blick auf den Syndikatshof von „einer Perle“, kritisierte aber die Informationspolitik der Verwaltung: „Alles, was wir hier gehört haben, stand bereits nach einem offiziellen Pressegespräch des Bürgermeisters in der Zeitung. Das ist nicht der richtige Weg und zugleich eine Missachtung der kommunalen Gremien.“

Nun wollen sich die Beteiligten zu dem Thema erneut in den Fraktionen besprechen, ehe dann Finanz- und Kulturausschuss wieder an der Reihe sind. In die Stadtratssitzung im Mai, wie ursprünglich geplant, wird es die Vorlage allerdings wohl nicht mehr schaffen.

mw

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