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Immer einen Plan B in der Tasche

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Von: Antje Haubrock-Kriedel

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Zwei Frauen stehen vor einer Ziegelwand, hinter sich ein rotes Plakat.
Auch in Pandemiezeiten für den Stadtteil da: Marie Cordes (l.) und Sandra Bysäth haben immer wieder neue Ideen für St. Nikolai. © Haubrock-Kriedel

Verden – Die Kirchengemeinde St. Nikolai feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Die geplanten Feierlichkeiten müssen wegen der Pandemielage zunächst leider ausfallen. Trotzdem steckt das Gemeinde- und Begegnungszentrum am Plattenberg voller Leben. Die Mitarbeiterinnen Marie Cordes und Sandra Bysäth erzählen, wie sie es schaffen, trotz Corona für die Menschen im Stadtteil da zu sein.

Bei allen Überlegungen spielt Corona eine Rolle

„Wir versuchen Corona von Anfang an in unsere Überlegungen einzubeziehen und gucken, was möglich ist“, erklärt Sandra Bysäth. „Wir haben immer einen Plan B in der Tasche, falls sich die Lage plötzlich ändert. Corona zwingt uns, flexibel zu sein und uns immer wieder neu zu erfinden“, ergänzt Marie Cordes. Die beiden Frauen haben sich überlegt, wie sie in den nächsten Monaten mit verschiedenen Aktionen möglichst viele Menschen erreichen.

Valentinsaktion am 14. Februar

Los geht es mit der Valentinsaktion am 14. Februar. Von 15 bis 18 Uhr kann sich jeder, egal ob Paar oder Single, im Begegnungszentrum „etwas für´s Herz“ abholen. Dazu gehört ein Foto vor dem Rosenbogen, den die Kita-Kinder liebevoll geschmückt haben. Außerdem gibt es eine Rose zum Mitnehmen und wer mag, kann sich noch ein paar herzliche Worte von Pastor Holger Hermann mit auf den Weg geben lassen.

Yogakurse am 19. März

„Fit in den Frühling“ heißt es am 19. März. An diesem Tag werden Yogakurse in kleinen Gruppen angeboten. Für jedes Alter und jeden Fitnesszustand ist etwas dabei.

Ferienaktion für Kinder

In den Osterferien am 11. April sind Kinder von sechs bis zwölf Jahren im Rahmen des Ferienprogramms eingeladen, sich im kleinen Tonstudio im Begegnungszentrum ihr eigenes Hörbuch aufzunehmen.

Teilnahme am Stadtradeln

Auch bei der neuen Auflage des Verdener Stadtradelns ist eine Gruppe von St. Nikolai dabei. Am 1. Mai können sich alle Radler zudem ab 14.30 Uhr den Reisesegen von Pastor Holger Hermann abholen. Diese Aktion sei ein Beispiel für die gute Kooperation mit der Stadt Verden und auch dafür, dass Kirche nicht nur innen stattfinden muss, so Cordes. Das Ziel der Kooperation mit der Stadt Verden war es, das Haus für alle zu öffnen, Kirche und Stadtteilarbeit miteinander zu verbinden. „Die Menschen haben uns als Begegnungszentrum wahrgenommen, kommen auch auf uns zu, wenn sie Hilfe brauchen. Wir haben hier einen kurzen Dienstweg. Das ist auch die Aufgabe eines Begegnungszentrums“, sagt Marie Cordes.

Treppenkonzert: Aus der Not geboren, Neuauflage geplant

In den Jahren der Pandemie hätten sie gemerkt, dass diese die Arbeit nicht nur erschwert, sondern auch Chancen bietet. So sei das Treppenkonzert im letzten September im Lockdown aus der Not entstanden, da es so toll ankam, ist es jetzt ein fester Bestandteil in St. Nikolai. Eine Neuauflage ist bereits geplant. „So ein Konzert auf der Straße hat Charme und es ist leichter, die Nachbarschaft zu integrieren“, weiß Cordes. Auch die Online-Präsenz des Begegnungszentrums ist gewachsen. Auf Facebook und Instagram kann man jederzeit sehen, was ansteht.

Onlineangebote für die Chorarbeit

St. Nikolai wird auch von Gruppen, Kreisen oder Chören genutzt. Sandra Bysäth nutzt die Räumlichkeiten für Proben mit ihren Chören. „Ich habe für die Chorarbeit viele Onlineangebote entwickelt, sie werden gut angenommen, es hat sich aber gezeigt, das sie nicht für jedermann geeignet sind. Vielen fehlt die Gemeinschaft. Mit zehn Personen und riesigem Abstand können wir hier mittlerweile wieder proben“, freut sie sich. Momentan ist sie noch bis März mit einer Projektstelle für das Geschichtentelefon in St. Nikolai angestellt. Sie hofft nun, dass die Förderung verlängert wird. Der Antrag sei bereits gestellt. „Als Musikerin habe ich ganz andere Chancen, mich einzubringen. So begleite ich zum Beispiel den Gottesdienst als Sängerin“, erzählt sie.

Neue Formen des Gottesdienstes

Mit Holger Hermann hat St. Nikolai einen Pastor, der neuen Formen des Gottesdienstes aufgeschlossen gegenübersteht. Da wird auch schon einmal eine Predigt um einen Popsong von Udo Lindenberg herumgeschrieben. „Wir glauben an dieses Projekt und daran, dass Kirche sich wandeln kann“, sagen Cordes und Bysäth.

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