„Umdenken für mehr Miteinander“

Einkauf in der Coronakrise: Respekt und Rücksicht im Verdener Supermarkt

Rewe-Marktleiter Stephan Meyer freut sich über alle, die sich an die Maßnahmen halten.
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Rewe-Marktleiter Stephan Meyer freut sich über alle, die sich an die Maßnahmen halten.

Die Coronakrise hat den Betrieb der Supermärkte nicht stillgelegt, dennoch stellt sie die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Verdener Marktleiter sprechen über das Verständnis der Kunden in dieser Zeit.

  • Verdener Marktleiter empfinden das Verhalten von Kunden gegenüber Mitarbeitern als rücksichtsvoll.
  • Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird von Supermarkt-Kunden weitgehend akzeptiert.
  • Einige Kunden drücken ihre Dankbarkeit für den Einsatz der Mitarbeiter in der Corona-Krise aus.

Verden – Sie habe ein schlechtes Gewissen. „Ich habe am Milchstand eine Verunreinigung verursacht und mich nicht entschuldigt“, schreibt die Kundin eines Verdener Verbrauchermarktes. Sie wolle die Entschuldigung jetzt nachholen. Ein „Trinkgeld fürs Saubermachen“ hatte sie beigelegt. Alles anonym, versteht sich, aber immerhin. Ein Einzelfall? Wie viel Achtung zeigen die Kunden in den Supermärkten vor Ort?

Einkauf im Supermarkt: Kunden verhalten sich rücksichtsvoll - besonders in Corona-Krise

Edeka-Pressesprecherin Alexandra Antonatus schreibt in einer Mitteilung, dass Kunden im Verdener Edeka-Center sich „bis heute sehr rücksichtsvoll verhalten“. Im Laufe der letzten Monate habe es zudem „für das Markt-Team immer wieder auch Dankesgeschenke und Aufmerksamkeiten für den tollen Einsatz in dieser Zeit“ gegeben. Dass Mitarbeitern von Supermärkten in der Corona-Krise mehr respektvolle Gesten gezeigt werden, bekommt man auch durch die Danksagungen in den sozialen Medien mit.

Rewe-Marktleiter Stephan Meyer berichtet, dass Kunden sich immer entschuldigen, wenn sie aus Versehen etwas fallen lassen. Oft wollen sie es selbst wegräumen. Das sei jedoch, wegen der Verletzungsgefahr durch beispielsweise Glasscherben, nicht erlaubt.

Geschenke für Verdener Mitarbeiter in der Coronakrise

Im Geschäft zeigen laut dem Marktleiter alle Respekt und begrüßen Mitarbeiter zum Beispiel oft mit Namen. Für die Mitarbeiter seien sie Gäste, die sich wohlfühlen sollen. Er erinnere sich noch an die Zeit der Lieferengpässe aufgrund von Hamsterkäufen. „Unser Inhaber ist extra nach Bremen in den Großmarkt gefahren, um noch mehr Mehl und Zucker einzukaufen.“ Diese Wertschätzung hätten seine Kollegen und er zurückbekommen: „Die Kunden haben mal zehn Euro für die Kaffeekasse gespendet oder Mitarbeitern eine Tafel Schokolade geschenkt. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut.“ Mit solchen Gesten käme trotz schwieriger Zeiten etwas positives hervor: „Ein Umdenken für mehr Miteinander“.

Wer das Verdener Rewe-Geschäft Im Ohrt betritt, wird im Eingangsbereich direkt mit einem Wortspiel auf der Fußmatte begrüßt. „Ihr seid mit Abstand die besten Kunden!“ steht darauf. Über deren Rücksichtnahme sagt der Inhaber Marco Marach: „Wir können uns gar nicht beschweren.“ Einander gegenüber sowie im Kontakt mit Mitarbeitern seien alle freundlich. Außerdem: „Wir haben so gut wie keine Diskussionen über irgendwelche Maßnahmen.“

Pflicht für Mund-Nasen-Bedeckung in Verdener Supermärkten kein Problem

Stephan Meyer fügt hinzu: „Die meisten sehen es ein: Es sind schwierige Zeiten und wir schaffen es nur zusammen.“ Kann ein Kunde die Mund-Nasen-Bedeckung aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen, zeigt er sein Attest freiwillig. „Sobald man die Kunden unter der Maske angrinst, merken sie, dass etwas fehlt und gehen direkt zurück. Das ist schon ein bisschen lustig“, findet er. „Ich glaube, in den Großstädten ist die Situation schlimmer.“

...und mich nicht entschuldigt: freundlicher Brief an die Marktmitarbeiter.

Da auch beim Arbeitgeber eine Verantwortung gegenüber Angestellten und den Kunden liege, trage jeder Mitarbeiter eine Mund-Nasen-Bedeckung. „Wir sind theoretisch von dieser Pflicht ausgenommen“, so Meyer. „Trotzdem tragen alle eine, um sich selbst zu schützen, aber auch aus Mitgefühl für die Kunden.“

Verdener Marktleiter appelliert an Kunden

Weiterhin, so Alexandra Antonatus, solle man der Herausforderung Corona-Krise mit Verständnis, Respekt und Rücksichtnahme begegnen. „Die wichtigste und wirkungsvollste Schutzmaßnahme ist das verantwortungsvolle Handeln jedes Einzelnen. Wir bitten daher auch unsere Kunden, verantwortungsbewusst zu handeln.“

Für beide Supermärkte lässt sich ein positives Fazit ziehen, da Kunden und Personal sich gegenseitig respektieren und auch mit Gegenständen achtsam umgegangen wird. Anhand von Danksagungen und Geschenken lässt sich in Corona-Zeiten eine vergrößerte Wertschätzung auf Seiten der Kunden erkennen. Weiterhin gelten in den Supermärkten die Abstandsregelung sowie die Maskenpflicht, sodass jeder etwas zum Überstehen der Pandemie beiträgt.

Von Friederike Müller

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