Dörverdener bedroht Steffi Schleicher

Schlimmer Vorwurf: Hat ein Hundetrainer seinen Hund mit einem Bolzenschuss getötet?

Steffi Schleicher zusammen mit Schäferhündin Emma (links) und Iwo in ihrem Garten in Gandesbergen.
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Steffi Schleicher zusammen mit Schäferhündin Emma (links) und Iwo in ihrem Garten in Gandesbergen.
  • Lisa Hustedt
    vonLisa Hustedt
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Steffi Schleicher ist regelrecht außer sich: „Wie konnten die Leute das ringsherum wissen und nichts sagen? Tierschutz beginnt doch nicht erst außerhalb des eigenen Bekanntenkreises!“

  • Steffi Schleicher war auf der Suche nach einem Hundetrainer.
  • Sie stieß auf einen Mann aus Dörverden - sein Verhalten kam ihr komisch vor.
  • Der Hundetrainer soll seinen eigenen Hund mit einem Bolzenschuss getötet haben.

Verden - Eigentlich habe die 52-jährige Gandesbergerin nur nach einem Trainer für ihren Kaukasischen Owtscharka Iwo gesucht, den sie auf eine Begleithundprüfung vorbereiten möchte. Was sie dann allerdings von einer Freundin über Facebook erfährt, erschüttert sie so sehr, dass sie gleich zwei Strafanträge stellt: einen bei der Verdener Staatsanwaltschaft und einen weiteren beim Verdener Veterinäramt. Beide Instanzen gehen jetzt ihren Hinweisen nach und haben Ermittlungen aufgenommen.

Hundetrainer aus Dörverden: „Sein Verhalten war total komisch“

Doch was beschäftigt sie so sehr? „Ich möchte meinen Iwo auf eine Begleithundprüfung vorbereiten. Und da er ein Herdenschutzhund ist, tickt er anders als andere Hunde, weswegen ich erstmal einzeln mit ihm arbeiten wollte, bevor ich einer Gruppe beitrete. Außerdem bellt Iwo am Zaun, wenn Passanten vorbeigehen, was zwar typisch für Herdenschutzhunde ist, aber da ich deswegen Ärger mit meinem Vermieter habe, wollte ich mir einen Rat einholen“, erläutert Schleicher. Über das Profil einer Bekannten sei sie auf die Seite eines Dörverdener Hundetrainers gekommen, mit dem sie sich in Verbindung setzte. „Kurz darauf haben wir uns auf einem Hundeplatz getroffen und sein Verhalten war total komisch“, so die 52-Jährige. Sie habe ihm dann erklärt, dass ihr Hund am Zaun bellt, woraufhin er entgegnet haben soll: „Ich werd’ ihm das schon austreiben.“

„Schließlich fing er an, seine eigenen Hunde zu hetzen und hat sie vom Ärmel (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist ein Anti-Biss-Ärmel, der für das Trainieren von Schutzhunden verwendet wird) geschlagen, wenn sie nicht losgelassen haben“, schildert sie das Treffen weiter. „Ich habe mich weggedreht, ich konnte mir das nicht mehr mit ansehen. Er hat nichts drauf als Ausbilder“, lautet Schleichers letzter Kommentar.

Steffi Schleicher schaut sich Facebook-Profil von Dörverdener Hundetrainer an

Genau dieser Gedanke ließ die Gandesbergerin nach dem Treffen nicht mehr los. Darum entschloss sie sich, sich das Facebook-Profil des Trainers noch näher anzusehen. Dabei stieß die 52-Jährige auf einen Post vom 25. Juni, in dem der Dörverdener mitteilt, dass er seinen schwarzen Schäferhund „erlösen musste“, da dieser an Gehirntumoren, beziehungsweise Krebs litt. „Tage zuvor hat er noch Bilder gepostet, wie er mit dem Hund auf dem Platz trainiert, wieso zum Teufel treibt man einen todkranken Hund immer weiter?“, fragt sich Schleicher laut.

Steffi Schleicher konfrontiert Hundetrainer mit Gerüchten

Über den Post sprach sie mit ihrer Freundin, durch deren Profil sie auf die Seite des Hundetrainers gestoßen war. „Wir beide haben dann etwas herumtelefoniert, mit Leuten, die ihn auch kennen, bis einer von denen ihr erzählt hat, dass der seinen Schäferhund mit einem Bolzenschussgerät erledigt hat, was sie dann an mich weitergeleitet hat.“ Schleicher hält einen Moment inne, dann erst spricht sie weiter. „Damit habe ich ihn selbstverständlich konfrontiert und gefragt, ob das stimmt. Und wissen sie, was er gesagt hat?“, fügt sie hinzu und spielt eine der Sprachnachrichten, die sie aus ihrem Nachrichtenverlauf mit dem Dörverdener gespeichert hat, ab: „Du wirst lachen, das hab ich sogar dem Veterinäramt erzählt“, tönt es da aus dem Lautsprecher ihres iPads.

Schäferhund von Trainer aus Dörverdener hatte angeblich Tumore

Weiter soll Schleicher in Erfahrung gebracht haben, dass sich der Schäferhund „aufgrund seiner angeblichen Tumore“, extrem in seinem Verhalten verändert habe und letztlich dann seinen Besitzer, den Hundetrainer, angefallen und gebissen haben soll, in dessen Folge der ihn mit dem Bolzenschussgerät getötet habe. Ihre Vermutung, wie es tatsächlich zu dem Vorfall gekommen sein könnte: „Der hat den Hund so lange getreten, bis er sich mal umgedreht hat. Dieser Mann darf doch keine Tiere mehr haben, da muss es ein Verbot geben!“

Vorwürfe gegen Hundetrainer aus Dörverden: Staatsanwaltschaft soll aufklären

Jetzt soll die Verdener Staatsanwaltschaft Licht ins Dunkel bringen: „Ich habe einen Strafantrag gestellt. Mit so etwas darf der nicht durchkommen. Der schwarze Schäferhund kann jetzt zwar nichts mehr sagen, aber man kann den nächsten Hund vor ihm schützen.“ Ihr Antrag beziehe sich allerdings nicht nur auf die Tat und den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. „Nachdem ich ihm gesagt habe, dass er damit nicht davonkommt, fing er an, mich zu bedrohen, auch dagegen habe ich Strafantrag gestellt“, so Schleicher und führt Formulierungen wie „Ich mach dich lang“ oder „Dein Hund gehört in die Tonne“ an.

Der Dörverdener Hundetrainer bezieht zu Schleichers Vorwürfen nicht Stellung: „Kein Kommentar. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Veterinäramt gehen jetzt den Hinweisen der Gandesbergerin nach und haben die Ermittlungen in der Angelegenheit aufgenommen.

„Das Töten und Schlachten von Tieren“ – Was sagt das Gesetz? 

  Das Tierschutzgesetz schützt nicht nur das Wohlbefinden des Tieres, sondern auch dessen Leben. Nach Paragraf 17 Nr. 1 im Tierschutzgesetz wird das Töten von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bewehrt. Ein vernünftiger Grund ist zum Beispiel das Töten von Wirbeltieren zur Lebensmittelgewinnung oder im Rahmen waidgerechter Jagdausübung.

Auch für ein unter Schmerzen leidendes Tier, das nicht mehr behandelt werden kann, ist ein vernünftiger Grund für die Tötung gegeben, um es von seinen Schmerzen zu erlösen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Personen, die berufs- oder gewerbsmäßig töten, müssen hierfür einen formellen Sachkundenachweis erbringen. Außerdem darf ein Wirbeltier nur unter Betäubung getötet werden, in besonderen Ausnahmefällen nur unter Vermeidung von Schmerzen.“

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