Nicole Jäger liest aus ihrem Bestseller „Die Fettlöserin – Eine Anatomie des Abnehmens“

Ungeschönte Einblicke ins pralle Leben

+
Wuchtbrumme mit Profil: Nicole Jäger mit den Buchhändlerin Kristine Westphal und Anke Böse und Birgit Breuers vom Liekedeeler.

Verden - Gemeinsam hatten die Verdener Buchhandlung Vielseitig und die Gaststätte Liekedeeler für Mittwochabend eine in der Tat gewichtige Lesung organisiert: Nicole Jäger, die zurzeit wohl bekannteste Dicke in deutschen Landen, las aus ihrem Sachbuch „Die Fettlöserin – Eine Anatomie des Abnehmens“, das zurzeit auf Platz vier der Spiegel-Bestsellerliste rangiert.

Stattliche 170 Kilogramm bringt die sehr gepflegte Blondine auf die Waage, dabei hat sie schon rund die Hälfte ihres ursprünglichen Kampfgewichts abgespeckt. Wie sie das geschafft hat und warum sie überhaupt zum Schwergewicht geworden ist, davon berichtet sie mit schonungslosen Worten und selbstironischem Blick.

Ihr Buch erzählt von ihrer Gewichtsabnahme, von Diäten und damit verbundenen Mythen und von vielen Dingen, die Dicken das Leben schwer und teils sogar unerträglich machen. „Ich finde es schlimm, dass dicke Menschen so schnell verurteilt und ausschließlich auf ihr Gewicht reduziert werden. Säufern, Rauchern oder wem auch immer sieht man ihre Süchte nicht gleich an und lässt sie in Ruhe. Wir Dicken indes absolvieren in der Öffentlichkeit tagtäglich einen Spießrutenlauf. Und alle Menschen scheinen zu wissen, wie abnehmen geht, ganz besonders die, die es selbst nicht nötig haben“, sagte Jäger und bezeichnete sich lässig als fette Frau, um sich sogleich als erklärter Feind jedweder Diät zu outen. „Das war die größte Scheiße, die ich mir im Leben angetan habe. Heute mache ich keine mehr.“

In ihrer Lesung gab Nicole Jäger viele ungeschönte Einblicke in ihr Leben als Dicke, die – wenn auch überwiegend humorvoll verpackt – die lange ertragenen Verletzungen erkennen ließen.

Schonungslos reflektierte sie das Spießrutenlaufen beim Einkaufen im Supermarkt, schilderte Besuche im Schwimmbad, das Training im Fitness-Center oder erzählte ausführlich von einem Erlebnis in einem italienischen Eiscafé, als ihr (O-Ton) „fetter Arsch“ partout nicht in den filigranen Stuhl hineinpassen wollte.

Und taff, wie die 33-Jährige nun einmal ist, werden in der Lektüre auch Fragen beantwortet, die vielen auf der Zunge liegen, sich aber keiner zu stellen traut: Haben dicke Menschen eigentlich Sex? Und wenn ja, wie funktioniert es? „Worauf Ihr Euch verlassen könnt“, lautete die Antwort.

Und auf eins wies die Hamburgerin noch hin: Dass Männer eher kategorisch nicht auf dicke Frauen stünden, sei ebensolcher Blödsinn, wie im Umkehrschluss die Annahme, dass es sich nur um Fetischisten handeln könne. Jäger: „Männer stehen auf schöne Frauen, auf geile Frauen, auf kurvige, auf schlanke Frauen, auf kluge Frauen oder auf Frauen, die nicht so viel reden. Männer, die auf Frauen stehen, stehen einfach auf Frauen.“

nie

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reitturnier in Wechold bei Familie Bösche

Reitturnier in Wechold bei Familie Bösche

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Wie werde ich Verkehrsingenieur/in?

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Tageslicht und Ausblick – Welches Dachfenster sich eignet

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Meistgelesene Artikel

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Im Jaguar gegen die Leitplanke

Im Jaguar gegen die Leitplanke

Kommentare