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Krähen nerven: Nichts als Lärm und Dreck

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Von: Christel Niemann

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 Krähen nisten in einem Baum.
In den frühen Morgenstunden und ab den frühen Abendstunden sind die Krähen besonders aktiv. © Christel Niemann

Nichts gegen Tiere - aber es ist nicht auszuhalten, wenn Krähen direkt vor dem Balkon nisten. Lärm und immer mehr Dreck...Tür zu, aber selbst dann bleibt der Lärm nicht draußen....

Verden – Krähen gefühlt überall! Ulrike und Michael Maaß sind zunehmend genervt vom lauten Gekrächze und von den Hinterlassenschaften der schwarzen Vögel. Und obwohl sich das Paar in der Wohnung an der Hohen Leuchte seit zehn Jahren wohlfühlt, ist inzwischen sogar ein Umzug eine Option.

Verden an der Hohen Leuchte: Die Krähenplage wird von Jahr zu Jahr schlimme

Zurzeit gibt es bei den Eheleuten vor allem ein Thema: nervtötender Lärm und Kot von oben, denn etliche Saatkrähen sind in unmittelbarer Nähe ihrer an der Hohen Leuchte gelegenen Wohnung aktiv und bauen in Vorbereitung der Brutzeit ihre Nester. „Unsere Stimmung ist beschissen. Unsere Nerven liegen blank“, so das Ehepaar. „Die Krähenplage wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn sobald der Nachwuchs geschlüpft ist, geht es erst richtig los. Dann gibt es von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang Lärm und Dreck nonstop.“

Wenn die Tiere erst einmal in Fahrt sind, versteht man das eigene Wort nicht mehr

Den schönen Balkon könnten sie in der warmen Jahreszeit schon seit Jahren nicht mehr nutzen, denn das Geschrei der Vögel sei schlichtweg nicht auszuhalten. „Wenn die Tiere erst einmal in Fahrt sind, versteht man das eigene Wort nicht mehr. Letzte Woche saß ich hier am Esstisch und habe nur noch geheult“, sagt Ulrike Maaß. Zudem koteten die Krähen tagtäglich alles voll, sodass sie selbst bei schönstem Wetter keine Wäsche draußen trocknen könne.

Ulrike Maaß erzählt, dass vor wenigen Wochen eine Krähenkolonie aus der Innenstadt und von einem naheliegenden Schulgelände vergrämt worden sei. Dafür hat sie Verständnis. Wofür sie kein Verständnis hat, ist der Umstand, dass die für solche Maßnahmen zuständige Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis ihre Bitte um Vergrämung „ihrer“ Krähen negativ beschieden hat. „Die Mitarbeiterin war sehr freundlich. Sie hatte auch Tipps für den Umgang mit den Rabenvögeln parat, nur weitergeholfen hat es uns nicht. Außerdem glauben wir, dass die vergrämten Kolonien sich jetzt in unserer Umgebung eingerichtet haben.“

Ulrike und Michael Maaß aus verden.
Im Frühling und im Sommer bleibt der Balkon von Ulrike und Michael Maaß seit mehreren Jahren ungenutzt. Der Lärm im Hintergrund ist ohrenbetäubend. © Christel Niemann

An der Hohen Leuchte in Verden: Wir wollen den Vögeln ja nichts antun. Wir wollen nur, dass Lärm und Dreck aufhören

Ulrike und Michael Maaß legen Wert auf die Feststellung, tierliebe Menschen zu sein. „Wir wollen den Vögeln ja nichts antun. Wir wollen nur, dass Lärm und Dreck aufhören und dass die Vögel anderswo angesiedelt werden, denn sie breiten sich von Jahr zu Jahr weiter aus.“ Und: „Wir akzeptieren aber nicht, dass die Rechte der Tiere Vorzug vor denen der Menschen haben.“

Untere Naturschutzbehörde: Keine Handlungsmöglichkeit

Bettina Bielefeld von der Unteren Naturschutzbehörde kennt die beschriebenen Probleme, sieht aber bei allem Verständnis keine Handlungsmöglichkeit. Die Saatkrähe, so sagt sie, stehe unter Naturschutz und eine Umsiedlung wäre unter den dortigen örtlichen Gegebenheiten nicht möglich. Zwar sehe der Gesetzgeber Ausnahmen vor, beispielsweise wenn sich Nester in unmittelbarer Nähe einer Kita oder eines Seniorenheims befänden und es gesundheitliche Bedenken gäbe, doch diese Möglichkeit käme hier nicht zum Tragen. Es fehle hier die Rechtsgrundlage. Bielefeld weiß um die Problematik, ist indes aber der Auffassung, dass wir Menschen mit der Natur leben müssen. „Die Tiere leben im Kolonieverbund. Sie mögen die Nähe des Menschen und haben keine Schwierigkeiten ausreichend Nahrung zu finden.“

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