Stadtrat zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes / Feuerwehrneubau abgesegnet

Nicht Verden an der Leine

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Verden - „Das ist ein ganz entscheidender Punkt für die Stadt Verden.“ Bürgermeister Lutz Brockmann legte die Latte in der Ratssitzung sehr hoch, als es um die städtische Stellungnahme zur Ausweisung eines Natur- und Landschaftsschutzgebietes ging. „Wir haben eine lebendige Stadt und blicken auf eine wunderbare Natur“, befand der Sozialdemokrat.

Widerspruch gab es dazu keinen, eher Kritik an den Ausweisungsplanungen des Landkreises Verden für die „Untere Allerniederung“. „Wir wollen die Verlängerung des Alleruferweges“, sprach Brockmann einen Aspekt der Stellungnahme an, in der es auch um das künftige Wegekonzept geht.

„Zu enge Grenzen sind nicht zielführend“, stimmte Jens Richter (CDU) zu. Der Landkreis müsse das Leben am Fluss berücksichtigen. Das war das Stichwort für Johanna König (Grüne). Sie wollte den Weg gegenüber dem Bollwerk, an der anderen Seite der Aller, aus dem Konzept aus Naturschutzgründen streichen lassen. „Das ist ein Feldweg, wir stören keinen Wiesenbrüter“, entgegnete Lutz Brockmann. Frank Medenwald (CDU) machte sich zum Sprecher der Streichgegner: „Wir wollen nicht Verden an der Leine haben, sondern Verden an der Aller bleiben.“

Die geplante Ausweisung des Gebietes durch den Landkreis habe schon für genug Unmut geführt, sagte Jutta Sodys (SPD). Das Baden in der Aller könne weder Menschen noch Tieren verboten werden. „Wir wollen auch weiterhin frei laufende Pferde auf den Allerwiesen“, ergänzte Gunda Schmidtke (SPD). Das sah auch Anja König (CDU) so: „Naturschutz ist nur sinnvoll, wenn auch der Mensch seinen Platz findet.“ Jürgen Moje (CDU) bemühte sogar Geschichtliches, um den von Johanna König genannten Weg weiterhin begehbar zu machen. „Früher hieß das Gebiet Auf der Bleiche, wo Wäsche gewaschen wurde.“ Da sei die Natur auch nicht kaputt gegangen. Der Antrag der Grünen fand schließlich keine Mehrheit, die Stellungnahme an sich wurde bei drei Enthaltungen angenommen.

Der viel diskutierte Neubau der Schwerpunktfeuerwehr Verden fand ohne Gegenstimme das Okay des Stadtrates. Folgerichtig wird nun der Bauantrag für das rund acht Millionen Euro teure Objekt eingereicht. „Alle Seiten sind sehr zufrieden“, betonte der Bürgermeister. Mit dem Abriss einiger Häuser an der Lindhooper Straße könne nun noch in diesem Jahr begonnen werden. Jens Richter, Knut Heinisch (SPD) und Michael Otten (SPD) dankten der Feuerwehr ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit in der Vorplanung. Wie andere Ratsmitglieder auch, sprach Doris Gerken (Grüne) die Hoffnung aus, dass der Kostenrahmen eingehalten werde.

Genauso einstimmig passierte die Vorlage „Vorbereitende Arbeiten zum Fördermittelantrag des Neubaus der Kita Dauelsen“. Für einen Entwurf in Strohballenbauweise könnte ein 80-prozentiger Zuschuss aus der Richtlinie „Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ herausspringen. Dann wären die vorausgesagten Kosten von 2,5 Millionen Euro weitgehend finanziert. Rasmus Grobe (Grüne) dazu: „Ein toller Standort, auch aus Scharnhorster Perspektive.“ Sofern die Fördrung nicht bewilligt wird, müsste über die Maßnahme neu beraten werden, heißt es weiter in dem Beschluss. - koy

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