Kleine runde Kunstwerken

Nicht nur zu Ostern Konjunktur für bunt verzierte Eier

Ulrike Hustedt bei der Arbeit: Vor allem zu Ostern hat die Malerin mit ihren kunstvoll gestalteten Eiern Hochkonjunktur. - Fotos: Niemann

verden - Das Bemalen von Eiern – vom Tauben- bis zum Straußenei - ist für Ulrike Hustedt Meditation. Dabei kann sie abschalten und gelangt zu innerer Ruhe. Außerdem hält sie mit ihrem kreativen Tun einen alten Brauch aus dem Wendland lebendig.

Auf der Werk-Kunst-Ausstellung vor wenigen Wochen in Verden hat Ulrike Hustedt ihre Kunst bereits zum siebten mal öffentlich präsentiert und viele Besucher begeistert. Wie lange sie diesem Hobby schon frönt? „Das fing 1993 an. Damals habe ich auf einer Ausstellung hübsch verzierte Eier gesehen und mir gedacht, dass ich das auch machen möchte“, berichtet sie. Fürs technische Know-how habe sie dann zunächst einen Workshop bei einer Eiermalerin belegt, sich die meisten Kenntnisse dann aber nach dem Prinzip „Learning by doing“ selbst beigebracht.

Als „Hessische Technik“ beschreibt Hustedt die Art und Weise, in der sie die Eier bearbeitet und die sie im Wendland kennengelernt hat. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich es nachmachen musste“, sagt sie.

Leinwand für moderne Motive.

Inzwischen weiß sie längst, worauf es ankommt – zunächst einmal auf gutes Material. „Bei Hühnereiern nehme ich nur braune Eier, weil die Schale glatter ist, als die von weißen“, erklärt sie. Auch sei die Schale fester. Ein Ei einfach so aufzuschlagen, das kommt ihr daher kaum in den Sinn. Und bevor bei ihr ein Ei im Kochtopf oder in der Bratpfanne landet, wird die Außenhülle zunächst einmal ganz genau inspiziert. Sind Schale und Form gut, wird das Ei nicht aufgeschlagen, sondern sorgfältig ausgeblasen und gereinigt. Anschließend wandert es in den Vorrat und wartet auf die Stunde, in der es zum Kunstwerk geadelt wird.

Ihre runde Leinwand bemalt Hustedt zunächst mit matter Acrylfarbe, sodass gedeckte Grundtöne entstehen. Dieser Pflicht folgt dann die kreative Kür. Die Malerin überzieht die Eier mit weißer Chinatusche oder trägt farbige Motive auf. „Dabei darf der Druck weder zu gering noch zu groß sein. Alle Unregelmäßigkeiten fallen sofort auf“, erklärt sie.

Einige Übung erfordere das schon, aber noch mehr eine ruhige Hand und Geduld, um Muster und Sprüche auf der Eierschale zu verewigen. Jedes Ei ist ein Unikat und Ulrike Hustedt brauche je nach Motiv schon mal mehrere Stunden dafür.

Für bestimmte Gelegenheiten.

Die Malerin hat ursprünglich Grafikdesign gelernt, heute arbeitet sie im Bereich Betreuung in einer Verdener Senioreneinrichtung. Ihre Eier sind allerdings nicht nur zu Ostern ein begehrtes Kunstobjekt, da sie ganzjährig Bilder und Texte kunstvoll auf die Schalen bringt. Beispielsweise beschriftet sie zu bestimmten Anlässen. Die seien dann Tauf-, Hochzeits- oder Konfirmations-Eier mit den entsprechenden Texten versehen. „Es ist eine wundervolle, kreative wie handwerklich-künstlerische Herausforderung“, sagt sie. 

nie

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Thomas Delaney: Seine Karriere in Bildern

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Meistgelesene Artikel

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

Spiele für die Kleinen, Unterhaltung für die Großen

Spiele für die Kleinen, Unterhaltung für die Großen

Gospelchor Verden tritt zum Auftakt des Hafenkonzertes beim WSA auf

Gospelchor Verden tritt zum Auftakt des Hafenkonzertes beim WSA auf

Kommentare