Trinkwasserverband legt sich auf Fördermenge für Panzenberg fest

Nicht ökologisch verträglich

Wichtige Entscheidung in der Verbandsversammlung: Der Vorsitzende, Thedinghausens Bürgermeister Harald Hesse, leitete die Abstimmung. Foto: Bruns

Verden – Nun ist es beschlossene Sache: Der Trinkwasserverband Verden wird eine Fördermenge von jährlich 8,825 Millionen Kubikmeter Wasser für das Wasserwerk Panzenberg beantragen. Dies hat die Verbandsversammlung einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen. Der pauschalen Aussage, dass diese Menge „verträglich für die Ökosysteme“ sei, hat die Leiterin der Unteren Wasserbehörde, Silke Brünn, in dem Gremium allerdings widersprochen.

Die Aussagen zur Verträglichkeit hatte der Verband schon in der Woche zuvor in einer Informationsveranstaltung gemacht und sich dabei auf einen seiner Gutachter berufen. „Das möchte ich so nicht stehen lassen“, meldete sich Silke Brünn, Leiterin des Fachdienstes Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis Verden, noch vor der Abstimmung zu Wort. „Ökologisch verträglich ist es auf jeden Fall nicht“, betonte sie. Zumindest nicht im Ganzen. Im Genehmigungsverfahren müsse zwischen den Beeinträchtigungen für die Natur und der Daseinsvorsorge für die Bürger mit Trinkwasser abgewogen werden.

Von besonderer Bedeutung werde deshalb die Alternativenprüfung sein. Insbesondere eine andere Versorgung für Bremen, denn das Land erhält einen Großteil des am Panzenberg geförderten Wassers. „Das FFH-Gebiet und die Halse müssen in den bestmöglichen Zustand gebracht werden und das ist ein Muss“, sagte Brünn. Dass die Halse aber wieder fließen wird, bedeute dies nicht, denn das wäre laut den Daten, die der Trinkwasserverband präsentiert habe, erst bei einer Jahres-Fördermenge von unter 800  000 Kubikmetern möglich.

Vor der Abstimmung gab es verschiedene Wortmeldungen der 21 Anwesenden aus den neun Mitgliedsgemeinden des Verbandes. Deren Bürgermeister sind Mitglied des Vorstandes, der sich bereits am 17. Juni auf die 8,825 Millionen als Beschlussempfehlung geeinigt hatte. Das sei der Mittelwert der vergangen zehn Jahre. Thematisiert wurde die Notwendigkeit, eines zu reduzierenden Wasserverbrauchs. „Wir müssen der Bevölkerung klar machen, wir haben die Signale verstanden“, sagte Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Die Reduzierung sei der erste Schritt. „Weitere müssen folgen“.

Die Auffassung vertrat auch Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann. Er habe den Stadtrat über die Empfehlung des Vorstandes informiert, und da sei der Wunsch nach einer Informationsveranstaltung gekommen. Bei dieser habe sich vergangene Woche eine Unzufriedenheit deutlich gezeigt. Er kündigte an, sich der folgenden Abstimmung zu enthalten, aber er halte es für wichtig, im Verfahren voranzukommen. Die übrigen Stimmführer stimmten einstimmig zu.

Auf Nachfrage erklärte gestern der Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes, Stefan Hamann, dass der Verband seinen Antrag in der kommenden Woche einreichen werde. Der Landkreis hatte zuletzt eine Frist bis Ende September 2019 gesetzt. Wie lange die Prüfung dauern wird, ist genauso offen, wie die Gültigkeit einer eventuellen Genehmigung. „Früher waren es 30 Jahre. Das macht man heute nicht mehr“, sagte Brünn gestern auf Nachfrage. Feste Vorgaben gebe es dafür nicht.  wb

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