#NeustartKlima

1.000 Teilnehmer bei Fridays-for-Future-Demo in Verden: Ortsgruppe im Gespräch

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Neben den Regenbogenflaggen und dem FFF-Banner trugen die Demonstranten auch rote Kreuze gegen Erdgasförderung. 

Verden - Global day of climate action – #NeustartKlima: So lautete das Motto des gestrigen vierten globalen Klimastreiks der Fridays-for-Future-Bewegung. Überall auf der Welt gingen die Menschen wieder auf die Straße, um besseren Klimaschutz von der Politik einzufordern.

Auch in Verden fand erneut eine Demonstration statt, zu der – trotz des starken Regens – erneut über 1 000 Menschen kamen. Ihr Weg führte sie dieses Mal vom Bahnhof zum Allerpark, wo es am Ende der Veranstaltung eine Abschlusskundgebung gab. 

Im Fokus dieser und der gesamten Demo stand neben dem Klimaschutz ganz klar die Erdgasförderung und die damit in Zusammenhang stehenden Erdbeben, die vor Kurzem den Landkreis erschütterten. So schwangen die Demonstranten dieses Mal nicht nur FFF-Banner und Regenborgenflaggen, sondern auch rote Kreuze mit der Aufschrift „Keine Gasförderung“.

„Die haben wir uns von der Bürgerinitiative ,Gegen Gasbohrung‘ geliehen“, so Antonia Weymar, ein Mitglied der FFF-Ortsgruppe. Sie ist 17 Jahre alt und eine Schülersprecherin am Gymnasium am Wall (GaW). Zusammen mit Nina Kill (15) und Merle Borse (15), die ebenfalls am GaW zur Schule gehen, berichtete sie im Gespräch darüber, was die FFF-Ortsgruppe konkret von den lokalen Politikern fordert, wie sie zustande kam und was jeder selbst für das Klima und die Umwelt tun kann.

„Wir sind hier in Verden auf einem guten Weg." -Antonia Weymar (17)

„Zu allererst Mal wollen wir erreichen, dass die Stadt aus der Erdgasförderung aussteigt und neue Bohrungen verbietet. Auch wollen wir, dass die Fahrradwege ausgebaut werden, der ÖPNV billiger wird und eine allgemeine Dachbegrünung durchgesetzt wird“, fasst die 17-Jährige die wesentlichen Forderungen zusammen. 

Weymar betont, dass sie, wenn sie dabei von „wir“ spricht, alle 23 Mitglieder der Verdener FFF-Ortsgruppe meint. Jeder sei gleich wichtig und niemand stehe im Vordergrund. Das stellt die Gruppe dadurch sicher, dass sie weder einen Vorsitzenden, noch einen festen Pressesprecher hat.

„Wir hören nicht auf, bevor die Forderungen erfüllt sind." - Nina Kill (15)

Gegründet wurde sie erst vor knapp einem halben Jahr. Die Idee, eine FFF-Gemeinschaft in Verden ins Leben zu rufen, kam von Antonia Weymar und ein paar ihrer Freunde, die vorher Teil der „Grünen Jugend“ der Allerstadt waren, nachdem sie den Sommerkongress von Fridays for Future besucht hatten. Damals sei auch Jan Ommen mit dabei gewesen, der zusammen mit Jannes Klee und Jakob Geweke aktuell am aktivsten in der Ortsgruppe tätig ist. „Die sind aber schon mit der Schule fertig und machen gerade ein FSJ“, so Weymar. 

Voller Tatendrang begann die noch kleine Gemeinschaft also die erste FFF-Demo in Verden zu organisieren. „Das war so viel Aufwand, damit hatten wir zuerst überhaupt nicht gerechnet“, gesteht Weymar und schmunzelt etwas. War es denn diesen Aufwand wert? „Definitv!“ schalteten sich Nina Kill und Merle Borse ein. Sie traten kurz nach der ersten Verdener-Demo am 12. Juli der Gruppe bei. „Es ist unsere Zukunft, wir müssen an unsere eigenen Kinder denken“, stellte Borse klar.

„Es ist unsere Zukunft, wir müssen an unsere Kinder denken." - Merle Borse (15)

„Es ist schön, wie viele mehr wir seit der ersten Demo sind“, freute sich Weymar. Doch allesamt seien sie gleich stark verärgert über das lächerliche Klimapaket, den Einbruch der Windkraft sowie den gestoppten Kohleausstieg: „Wir sind noch da. Und wir werden nicht aufhören, bis die Forderungen erfüllt sind oder eben die Erde untergeht.“

Jeder könne etwas für die  Umwelt und das Klima tun. Ob er nun wie die drei Schülerinnen darauf achtet, wenig bis gar kein Fleisch zu essen, generell seine Ernährung überdenkt oder öfter mit dem Fahrrad fährt. „Wir sind in Verden auf einem guten Weg. Das ist definitiv ein Anfang“, so die drei Mitglieder der FFF-Ortsgruppe abschließend. Aber sie sind sich einig: Da geht noch mehr.

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