Neun Jahre Wartezeit auf dem Hof von Margrit Emigholz und Hanno Kersten haben sich gelohnt

Schleiereulen nisten in Walle

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Naturschützer Margrit Emigholz und Hanno Kersten.

Verden-Walle - Neun Jahre mussten sich Margrit Emigholz und Hanno Kersten aus Walle gedulden, doch jetzt endlich hat ein Schleiereulenpaar in dem damals aufgehängten Kasten Nachwuchs ausgebrütet. „Zumindest ist es das erste Mal, dass wir dahinter gekommen sind“, sagt die Wallerin. Gleich sechs junge Eulen sind geschlüpft. Eine überraschend große Zahl.

Durch Gewölle in einer anderen Scheune und Kot an den recht zahlreich vorhandenen Einfluglöchern wurden die beiden Waller auf ihre neuen gefiederten Untermieter aufmerksam. „Tagsüber saß oft eine Eule in der Scheune“, berichtet Margrit Emigholz. Und die Drosseln hätten oft mit ihr geschimpft.

Als ihr Mann dann durch eine Reinigungsklappe am Eulenkasten nachschaute, blinzelten ihm acht Schleier-eulen entgegen. Nach Einschätzung von Hans-Jürgen Maaß vom Nabu sind es sechs Jungtiere und das Elternpaar.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Margrit Emigholz. Auf dem Hof in der Straße „Im Saal“ züchtet das Paar recht erfolgreich die vor allem in Amerika weit verbreitete Pferderasse „Quarter Horse“. Platz für Naturschutz bleibt da reichlich. Seit knapp 20 Jahren ist Margrit Emigholz Mitglied im Nabu und der wird bei den verschiedenen Maßnahmen in Sachen Naturschutz auf ihrem Hof stets einbezogen. So haben die beiden Waller ein Hornissennest bewusst an seinem Platz belassen und Schwalben sind genauso willkommen, wie Spatzen, Meisen und Fledermäuse.

„Als wir die Pferdeköpfe am Giebel austauschten, haben wir Einfluglöcher für Eulen und Fledermäuse gelassen. Man kann denen schließlich nicht alles verbauen“, sagt sie.

Hanno Kersten hat gerade erst einen Falkenkasten gebaut. Der soll seinen Platz in den hohen Eichen am Holunderweg bekommen. Das Problem ist jedoch, dort hinauf zu kommen, damit er ihn befestigen kann. „Da werde ich noch Unterstützung brauchen“, sagt der Landwirt.

Die Eulen haben ihren festen Platz bereits. Ob das eine etwas kleinere Küken überleben wird, ist sich Hans-Jürgen Maaß nicht sicher. „Bei zu wenig Futterangebot, werden die Kleinsten häufig Opfer der größeren Geschwister“, erklärt er.

Um den Eulenbestand im Bereich Verden und in der Samtgemeinde Thedinghausen erfassen zu können, bittet Maaß alle „Herbergseltern“ der schönen Tiere, ihm das Eulenvorkommen zu melden. Entweder telefonisch unter 04231/84182 oder per E-Mail unter hjmaass@gmx.de.

Anleitungen zum Bau eines Eulenkastens gibt der Nabu auf seiner Homepage. Einfach im Internet unter Nabu Deutschland nach Nistkästen suchen. Auf der suche nach dem richtigen Platz zum Aufhängen, hilft Hans-Jürgen Maaß gerne weiter.

wb

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