37 geflüchtete Kinder und Jugendliche werden eingeschult

Neue Klassenkameraden an drei Verdener Schulen

Verden - Obwohl es gerade mitten im Schuljahr ist, können sich die Schüler an drei Verdener Schulen derzeit über neue Klassenkameraden freuen. Durch die Vermittlung von Bildungswissenschaftlerin Sandra Bruns konnten in den vergangenen Wochen 37 geflüchtete Kinder und Jugendliche eingeschult werden.

So unter anderem zwölf Sechs- bis Zehnjährige, die seit kurzem die Grundschule am Sachsenhain besuchen. Sandra Bruns und Susanne Höltje von „Verden hilft“ begleiteten die Kinder an ihrem ersten Tag in die Grundschule. Der Verein hatte zuvor Schulranzen gesammelt und diese mit gespendeten Lern- und Schreibmaterialien gefüllt. „Die Kinder waren freudig aufgeregt, die Eltern sehr dankbar“, erzählt Bruns über die Einschulung.

Die Elf- bis 16-Jährigen wurden auf das Gymnasium am Wall sowie das Domgymnasium aufgeteilt. Für die über 20 neuen Schüler am Domgymnasium wurde kurzfristig eine zusätzliche Sprachlernklasse eingerichtet. Ebenso wie die zwölf neuen Grundschüler sind die geflüchteten Jugendlichen zum Großteil in der Sammelunterkunft in der Turnhalle der Berufsbildenden Schulen untergebracht.

Sandra Bruns koordiniert seit November vergangenen Jahres die Kinderbetreuung, die dort an sechs Tagen die Woche stattfindet. Zusammen mit etwa 15 Ehrenamtlichen von „Verden hilft“ funktionierte sie kurzerhand eine ihr zur Verfügung gestellte Umkleidekabine zum Kindergarten und Lernraum um. „Anfangs habe ich aus einer Art Erste-Hilfe-Gedanken heraus gehandelt und einfach mit angepackt“, sagt Bruns. Schnell habe sie gemerkt, dass vor allem die Arbeit mit den Kindern auch langfristig wichtig sei, so die Verdenerin.

Trotz des Platzmangels haben die ehrenamtlichen Helfer ein reichhaltiges Angebot für die jüngeren Geflüchteten entwickelt, an dem auch hin und wieder die Eltern teilnehmen, um etwas vom Wortschatz aufzuschnappen. Wird an einigen Tagen überwiegend gebastelt, steht an anderen Tagen die deutsche Sprache im Mittelpunkt, die die Betreuer den Kindern durch Lieder, Bildkarten oder Bewegungsspiele näherbringen. „Aber wir üben mit den Kleinen nicht nur den Wortschatz, sondern trainieren auch Umgangsformen“, erklärt Sandra Bruns.

Nach Monaten der Flucht würden die Kinder oft wie ausgehungert nach Spielsachen wirken – der Kampf um das schönste Spielzeug sei immer groß. „Wir üben, Frustration auszuhalten und erarbeiten gemeinsam Rituale“, sagt die Koordinatorin. „Die Kinder erleben, dass sie alle gerecht behandelt werden und jeder einmal an der Reihe ist.“ Das Vertrauen, das die Kinder und Eltern ihr und ihrem Helferteam entgegenbringen, sei bereichernd und überwältigend, freut sich Bruns.

Rubriklistenbild: © dpa

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