Erste Ansteckung im Landkreis Verden bestätigt / Amtsärztin mahnt zur Vorsicht

Neue Gefahr mit Delta-Variante

Ein Tablett mit Impfspritzen steht auf einem Tisch..
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Die Impfung bleibt auch bei niedrigen Infektionszahlen wichtig.

Verden – Niedrige Inzidenzwerte und mehr Normalität im Alltag nähren die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Ein Selbstläufer ist das Ende der Infektionsentwicklung aber nicht, warnt Amtsärztin Jutta Dreyer. „Wir sind noch nicht durch mit dem Thema Corona“, sagt sie auf Nachfrage. Gerade hat sie die Bestätigung eines Infizierten mit der Delta-Variante des Corona-Virus auf den Tisch bekommen. Das sei der erste bekannte Fall im Landkreis.

Diesmal ist die Entdeckung noch unter verhältnismäßig günstigen Bedingungen gemacht worden. Ein Reiserückkehrer sei mit der zuerst in Indien aufgetretenen Mutante des Sars-CoV-2-Virus infiziert. Er sei gleich in Quarantäne gekommen und habe zuvor auch wenig Kontakt gehabt, und so habe es nicht viele Möglichkeiten gegeben, dass sich andere anstecken konnten.

„Sie wird sich hier ausbreiten“

Illusionen macht sich Dreyer aber nicht, dass die Variante den Landkreis auslässt. „Sie wird sich hier ausbreiten“, ist die Amtsärztin überzeugt. Das werde sich nicht verhindern lassen, weil die möglichen Infektionswege so vielfältig sind und die Variante soviel infektiöser ist, als die Urform des Coronavirus. „Sie ist nach neueren Studien sogar noch 30 Prozent ansteckender als die zuerst in Großbritannien aufgetretene.“ Die Alpha-Variante B.1.1.7 sei schon deutlich ansteckender als die Urform. Mittlerweile gehen nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts mehr als 86 Prozent der Covid-19-Erkrankungen in Deutschland auf die Infektion mit der Alpha-Variante zurück.

Alpha-Variante vollständig verdrängt

Die hohe Übertragbarkeit der Delta-Variante werde auch am Infektionsgeschehen in London und in Lissabon erkennbar, nennt Dreyer Beispiele. In England habe sie bei den Neuinfektionen mittlerweile die Alpha-Variante praktisch vollständig verdrängt. Und die Hauptstadt von Portugal wurde wegen der aggressiven Virus-Mutante komplett abgeriegelt.

Junge Leute werden sich anstecken

Die Delta-Variante werde deshalb auch hier die vorherrschende werden, befürchtet Jutta Dreyer. Und die, die sich damit anstecken, werden vor allem die jungen Leute sein. „Studenten, Auszubildende, Schüler...“, zählt Dreyer auf. Und auch wenn diese Altersgruppe bisher nicht so stark von schweren Krankheitsverläufen betroffen war, sei die Gefahr bei der Delta-Variante für sie größer. Die Hochbetagten und auch viele Ältere seien mittlerweile durch die Impfung schon geschützt. Bislang jedenfalls sieht es so aus, als wenn der Schutz auch für die neue Bedrohung recht gut ist. Deshalb sei es auch wichtig, dass weiter beim Impfen nicht nachgelassen wird.

Nicht nachlässig werden

„Und auch bei den Hygiene-Regeln dürfen wir nicht nachlässig werden“, warnt die Amtsärztin trotz der neuen Freiheiten, die die Lockerungen eröffnen, das Risiko von Ansteckungen nicht herauszufordern.

Dreyer empfiehlt vorsichtig zu sein. Weiterhin sollte man genau überlegen, ob man Unternehmungen mit Kontakten zu anderen Menschen wirklich wahrnehmen möchte und ob das nötige Maß an Sicherheit dabei gegeben ist. In Gesellschaft sei es immer besser, wenn Treffen unter freiem Himmel stattfinden. Unternehmungen in geschlossenen Räumen seien wegen der mit den Viren beladenen Aerosole aus der Atemluft drinnen immer eine größere Gefahr.

Von Ronald Klee

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