Stadtrat stimmt Mehrausgaben zu

Neue Dächer für Jahnschule

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Die Stadt möchte das Haus Allerufer 8 vermieten.

Verden - Eine ganze Liste von Mehrausgaben kommen auf die Stadt Verden zu. Das Dach der Jahnschule ist marode und muss aufwendig saniert werden. Auf 800. 000 Euro  schätzen die Experten die damit verbundenen Kosten. Und noch weitere, unvorhergesehene Projekte stehen auf dem Zettel. In Schieflage wird der städtische Haushalt deswegen allerdings nicht geraten. Kämmerer Andreas Schreiber nannte in der Ratssitzung am Dienstagabend den Grund: „Die Gewerbesteuereinnahmen fließen in ungeahnter Höhe.“

Dass die Stadt so flüssig ist, dürfte insbesondere der Jahnschule helfen. Knapp zwei Wochen sind es her, dass der Hausmeister auf einem Kontrollgang weitere Verformungen an den Dachkonstruktionen im Block II und III festellte (wir berichteten). „Kein Risiko“, sagten sich die Verantwortlichen und siedelten die betroffenen Klassen sofort um. „Das hat reibungslos geklappt“, so Bürgermeister Lutz Brockmann. Sein Dank galt insbesondere dem aufmerksamen Hausmeister, aber auch den beteiligten Erzieherinnen.

Die betroffenen sechs Klassen werden mittlerweile in anderen Räumen in der Jahnschule unterrichtet. Drei 4. Klassen finden in der benachbarten Andreasschule Platz. „Der Landkreis hat da unbürokratisch geholfen“, lobten durchweg alle Fraktionen. Erfreulich sei zudem, dass die Kinder mit dem Umzug nicht die Straßenseite wechseln, sondern nur über den Schulhof einen kurzen Weg zu den Nachbarn nehmen müssten.

Die Jahnschule wurde in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre in Form von drei parallel stehenden Gebäuderiegeln errichtet. Verschiedene Umbauten folgten, die Dächer hingegen blieben unverändert. Erste Verformungen in der Dachkonstruktion in den Blöcken II und III stellten die Verantwortlichen bereits im Mai diesen Jahres fest. Tragwerksplaner ordneten daraufhin in allen drei Gebäuden Sicherungsmaßnahmen an. Während im Block I nach wie vor keine Veränderungen erkennbar seien, hätten die Experten in den anderen Blöcken dringend Handlungsbedarf signalisiert. Beide Gebäude erhalten ein komplett neues Dach, sollen aber dem Erscheinungsbild des ersten Riegels angepasst bleiben. Statt der bisherigen Fotovoltaikanlage ist im Gespräch, eine Solaranlage als Dachhaut aufzubringen.

Die Arbeiten für die Sanierung sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte dann im März/April des nächsten Jahres sein, so dass zum neuen Schuljahr 2019/20 die Schüler in den Klassenräumen Platz nehmen dürften.

Ein erschreckendes Bild gibt derzeit die Obdachlosenunterkunft der Stadt im Lerchenweg ab. Das soll sich ändern. „Sanitäre Anlagen, barrierefreier Zugang mit Fahrstuhl, neue Leitungen und Fenster“, zählte Kämmerer Schreiber in seiner Vorlage auf. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 210 .000 Euro. Ein dicker Batzen, doch Schreiber hatte eine gute Nachricht. Die Stadt habe sich beim Land Niedersachen erfolgreich um eine Förderung bemüht. „Wir haben ziemlich schnell Nachricht bekommen, dass wir mit 70 Prozent, immerhin 147 .000 Euro, rechnen können“, so der Kämmerer im Rat. Blieben für die Stadt die Finanzierung von 63 .000 Euro.

Zugesetzt hat die Sommerhitze den Sportplätzen. Nun wollen sich die Vereine wappnen und die Stadt hilft. Auf den Fußballfeldern in Hutbergen und Dauelsen sollen Beregnungsanlagen die Rasenflächen wässern. Kosten der Installation: 70. 000 Euro. Da die Sonne auch anderen Plätzen zusetze, werde nach dem Prinzip „gleiches Recht für alle“ für die weiteren Vereine eine Prioritätenliste erstellt, empfahlen die Ratsmitglieder.

Vermieten möchte die Stadt das Haus Am Allerufer 8 (ehemals Sanitär Meyer). Dazu müsste das Gebäude allerdings zunächst von einem Architekten durchgeplant werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf cirka 60 .000 Euro. Derzeit werden die Räume teilweise von der Künstlerinitiative Kiwi genutzt. „Wir setzen die Gruppe aber nicht vor die Tür“, versicherte Schreiber. Läuft alles nach Plan, kann die Initiative in frei werdende Räume am Norderstädtischen Markt ziehen.

Auf cirka 1,145 Millionen Euro dürften sich die Mehrausgaben belaufen, rechnete der Kämmerer vor. Sorgen braucht er sich deshalb nicht zu machen. Hatte er zu Beginn des Haushaltsjahres mit Gewerbesteuern von 35 Millionen Euro gerechnet, darf er sich nach Schätzungen nun über 48 Millionen Euro freuen. Von den zusätzlichen 13 Millionen Euro verbleiben rund drei Millionen in Verden. Da fiel es dem Stadtrat nicht schwer, die Mehrausgaben abzusegnen. 

mw

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