Sprechende Steinzeit 

Neue Attraktion im Domherrenhaus erzählt Neandertaler-Geschichten

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Lauschen gespannt den Geschichten des sprechenden Steins: Beate Patolla von der Stiftung der KSK, Uwe Direnga von der KSK in Verden, Björn Emigholz vom Domherrenhaus und Museumspädagogin Julia Nehus.

Verden - Inmitten von 120.000 Jahre alten Schenkelknochen und Rippen eines Elefanten sowie Wandmalereien mit Szenen aus der Steinzeit gibt es seit Dienstag ein neues Exponat im Verdener Domherrenhaus. Auch wenn es nicht mit dem Alter der anderen Ausstellungsstücke mithalten kann, erzählt es doch seine ganz eigene Geschichte. Denn der „Sprechende Stein“ berichtet auf Knopfdruck von der Zeit, als Neandertaler noch dort lebten, wo heute Kirchlinteln ist, und über vier Meter hohe Elefanten jagten, um sich und ihren Stamm zu ernähren.

„Wir sind sehr froh, dass der ,Sprechende Stein‘ nun unser Angebot im Domherrenhaus ergänzt“, so die Museumspädagogin Julia Nehus bei einem Pressetermin. Museumsleiter Dr. Björn Emigholz ergänzte: „Aufgrund des alten Gebäudes ist es sehr schwierig, neue Technik in unseren Räumen zu installieren. Deswegen haben wir nur wenige Audiostationen.“ Da aber die benötigte Technik im „Sprechenden Stein“ aus Pappmaschee bereits integriert war, und nur noch eine Steckdose braucht, sei das dieses Mal kein Problem gewesen.

Insgesamt zwei der vier Knöpfe auf dem Stein lösen bereits Audiobeiträge aus. Der obere lässt einen Ausschnitt aus dem letzten Teil des Hörbuchs des Domherrenhauses, „Der Zeitreisestein“, ablaufen, der untere startet eine Geschichte, die darüber aufklärt, wie die Neandertaler früher einen riesigen Elefanten jagten. Sie erlegten das Tier zwar erfolgreich, hatten allerdings wenig von ihrer Beute, weil die in einem Tümpel versank.

Beate Patolla von der Stiftung der Kreissparkasse kommentierte: „Die Geschichten sind atmosphärisch sehr schön gemacht und passen gut in diesen Ausstellungsraum.“ Denn neben dem „Sprechenden Stein“ lädt ein mit Fellen ausgelegtes Zelt zum Verweilen in der Steinzeitwelt ein, inmitten der mit der Geschichte verknüpften Exponate. Nur ein Zimmer weiter erwartet die Besucher dann ein fast lebensgroßer Elefant sowie die Nachbildung eines Neandertalers. „Viele fürchten sich vor den beiden Exponaten und trauen sich nicht, ihnen den Rücken zu kehren“, kommentierte Emigholz. In diesem Raum sei zuvor die Geschichte abgespielt worden. Allerdings konnte sich wohl niemand recht darauf konzentrieren oder betrat den Raum gar nicht erst.

Möglich gemacht hat den „Sprechenden Stein“ die Stiftung der Kreissparkasse (KSK) Verden. „Es ist schön, dass die Kinder, die in den Ferien herkommen, nun auch immer die Möglichkeit haben, etwas außerhalb der Führungen zu hören“, freute sich Julia Nehus. Pläne, weitere Audiobeiträge auf den Stein zu spielen, gebe es aber noch nicht. „Dafür müsste man noch einmal Geld in die Hand nehmen“, erklärte Nehus. Erstmal will die Museumspädagogin nun sehen, wie die Besucher und insbesondere die Kinder das neue Angebot annehmen.

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