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Finanzamt Verden muss 62 636 Flächen neu bewerten

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Von: Katrin Preuß

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Stehen vor der großen Aufgabe, die Grundsteuerreform umsetzen, sind aber auch optimistisch, dass dies zum gesetzten Termin kappt: Sachgebietsleiterin Petra Garrelts und Finanzamtsleiter Frank Hofmann.
Stehen vor der großen Aufgabe, die Grundsteuerreform umsetzen, sind aber auch optimistisch, dass dies zum gesetzten Termin kappt: Sachgebietsleiterin Petra Garrelts und Finanzamtsleiter Frank Hofmann. © Preuß

 Bis Eigentümer zum ersten Mal Grundsteuer nach der reformierten Berechnung zahlen müssen, geht noch etwas Zeit ins Land. Sie wird erstmals zum 1. Januar 2025 fällig. Noch in diesem Jahr allerdings müssen sie tätig werden und dem zuständigen Finanzamt die Größe ihrer Grundstücke und ihrer Wohn- oder Nutzflächen mitteilen. 

Landkreis – Wer in Deutschland Grund und Boden besitzt, bebaut oder unbebaut, der zahlt darauf eine Grundsteuer. Das bleibt auch nach der noch von der alten Bundesregierung beschlossen Reform so. Am Aufkommen für die Summe der Städte und Gemeinden, in deren Kassen die Grundsteuern fließen, darf sich durch die Neuregelung ebenfalls nichts ändern. Das müssen die Kommunen im Zweifelsfall über ihre Hebesätze sicherstellen.

„Es kann aber zu Verschiebungen kommen“, deutet Frank Hofmann aber schon einmal an, dass es am Ende Bürger geben wird, die fortan weniger, und solche, die mehr Grundsteuer zahlen müssen.

Gemeinsam mit Sachgebietsleiterin Petra Garrelts hat Hofmann, Leiter des Finanzamtes Verden zum Pressegespräch eingeladen. Anlass ist neben den Steuereinnahmen (siehe Artikel unten) vor allem die Grundsteuerreform. Mit deren Vorbereitung ist die Behörde derzeit beschäftigt, hat dazu sogar fünf zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

Erstmals erhoben wird die neue Grundsteuer zum 1. Januar 2025. So bleibt zwar noch ein gewisser zeitlicher Puffer, für Petra Garrelts und ihr Team aber auch reichlich Arbeit. Es gilt, Daten zu recherchieren, zu überprüfen, zu ergänzen, zu aktualisieren. „62 636 Einheiten müssen von uns neu bewertet werden“, nennt Garrelts die Anzahl der Flächen, für die im Landkreis Verden Grundsteuer erhoben wird.

Noch wird diese Objektsteuer in den westdeutschen Bundesländern auf der Basis von Werten aus dem Jahr 1964 berechnet. In den ostdeutschen Ländern stammen sie gar aus dem Jahr 1935. Seitdem hat sich vieles verändert, ist einiges ins „Ungleichgewicht“ geraten. Dem soll die neue Grundsteuer gerecht werden, ja, sie soll gerechter werden.

Reformieren müssen alle. Den Ländern ist es aber gestattet worden, die Reform selber auszugestalten. Niedersachsen hat sich für ein Flächen-Lage-Modell entschieden. Danach ist nicht allein die Art und Größe des Grundstücks entscheidend für die Höhe der Abgabe, sondern auch dessen Lage. Einfach ausgedrückt: Eine Immobilie in der Stadtmitte hat für den Eigentümer einen größeren Nutzen als eine solche in einer Randlage. Also wird im ersten Fall eine höhere Steuer fällig.

„Es ist definitiv einfacher, als es vorher war“, sagt Petra Garrelts. Beim Blick auf das Schema, das sie erstellt hat, um die Berechnung zu verdeutlichen, fällt es schwer, dies zu glauben. Doch mit Begriffen wie Äquivalenzzahl, Lage-Faktor und Bodenrichtwert muss der gemeine Steuerzahler gar nicht hantieren. Seine Aufgabe wird es sein, dem Finanzamt die aktuellen Daten – Stichtag 1. Januar 2022 – zur Größe seines Grundstücks und zur Wohn- beziehungsweise Nutzfläche zu liefern. Online, über die Elster-Software. „Einsendeschluss“ ist der 31. Oktober dieses Jahres. Unabhängig davon, ob das Grundstück selber genutzt wird oder vermietet ist. Egal, ob man selber seine Erklärungen abgibt oder dies dem Steuerberater überlässt.

Wer bereits über ein Elster-Benutzerkonto verfügt, kann dies auch für diese Erklärung nutzen, kann darüber auch die erforderlichen Angaben für Angehörige übermitteln. Allen anderen empfiehlt das Landesamt für Steuern, unter www.elster.de zeitnah ein Konto zu beantragen.

Das Online-Formular, auf dem die Angaben einzutragen sind, steht jedoch erst ab dem 1. Juli zur Verfügung. So bleibt den Eigentümern wenigstens Zeit, Flächengrößen zu recherchieren. Oder aber man wartet auf die Fertigstellung des „Grundsteuer-Viewer“. Dahinter verbirgt sich eine Kartendarstellung, aus der die jeweiligen Flächengrößen und Lagefaktoren ersichtlich sind.

Weitere Informationen zur Grundsteuerreform auch unter lstn.niedersachsen.de/steuer/grundsteuer.

Von Katrin Preuß

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