Brasilianerin Karolina Klein-Delfert absolviert Soziale Arbeit in Eitze

„Neu-Hamburg“ ist weiter weg, als man denkt

Die Brasilianerin Karolina Klein-Delfert mit ihrer Verdener Gastfamilie.
+
Die Brasilianerin Karolina Klein-Delfert mit ihrer Verdener Gastfamilie.

Verden – Manchmal sind kleine Namenszusätze von großer Bedeutung: Von Hamburg nach Verden ist es ein Katzensprung, zwischen Novo Hamburgo (wörtlich übersetzt Neu-Hamburg) in Brasilien und Verden liegen 10 872 Kilometer oder über 19 Stunden Flugzeit. Für Karolina Klein-Delfert war es also eine kleine Weltreise nach Verden, schreibt die Lebenshilfe in einer Pressemitteilung.

Die 19-jährige Brasilianerin arbeitete fast ein Jahr im Kinderhaus Eitze. Zu ihren Beweggründen sagt Karolina Klein-Delfert: „Ich wollte mich freiwillig engagieren und dabei eine neue Kultur kennenlernen. Meinen Horizont erweitern und raus aus der Komfortzone. Dass ich dabei auch noch Fähigkeiten entwickelt habe, die mich persönlich und beruflich weiterbringen, ist toll.“

Ihr Engagement im Kinderhaus Eitze, das durch das Evangelisch-lutherische Missionswerk vermittelt wurde, ist nicht ihr erstes. In Brasilien engagiert sie sich in einem kirchlichen Projekt und in einem Kindergarten für sozialschwache Familien. Neu war die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung. „Ich habe mit ihnen und von ihnen gelernt.“

Gewohnt hat Karolina Klein-Delfert während dieser Zeit unter anderem bei Familie Paquelín. Ein Glücksfall für beide Seiten. Im Haus der Familie war noch ein Zimmer frei, und da der Hausherr gebürtiger Brasilianer ist, passte es perfekt. So konnte man zweisprachig kommunizieren, auch wenn der Großteil der Gespräche natürlich auf Deutsch verlief.

„Für uns war es eine Herzensangelegenheit, das Kinderhaus Eitze zu unterstützen. Nicht zuletzt deshalb, weil unsere beiden Kinder die Kita besuchen“, so Merle Paquelín zur Motivation der Familie. Auch Karolina fällt der Abschied schwer, wie sie im Interview verrät. Sie habe in Deutschland einige Freunde gefunden, erzählt sie, und dass sie Gastfamilien und Freunde sehr vermissen werde. Ein Umstand, der wohl auf Gegenseitigkeit beruht. „Wenn Karolina jetzt im Februar wieder nach Brasilien zurückkehrt, werden wir wohl alle sehr traurig sein; besonders die Kinder, die nach sechs Monaten Karolina sehr ins Herz geschlossen haben. Wir beabsichtigen auch, Karolina in Brasilien zu besuchen, wenn wir hoffentlich bald die Familie meines Mannes besuchen. Für brasilianische Verhältnisse liegen die beiden Orte auch recht nah aneinander“, erklärt Merle Paquelín. Dass „nah aneinander“ in diesem Fall eine knapp vierstündige Autofahrt bedeutet, zeigt, wie gut man sich verstanden haben muss.

Natürlich habe Corona auch vieles verändert, sagt Karolina: „Zwei Wochen, nachdem ich hier ankam, war alles geschlossen. Ich konnte nicht arbeiten, nicht reisen, und auch der Sprachkurs fiel aus. Das war ein bisschen frustrierend. Auf der anderen Seite konnte ich so viel mehr Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen. Man muss das Positive sehen. Das Reisen konnte ich im Sommer nachholen und sogar eine kleine Geburtstagsfeier war möglich.“ Insgesamt habe sie die Auslandserfahrung in vielen Bereichen positiv beeinflusst. „Sie hat mich in meiner Persönlichkeit vorangebracht und meine Sicht auf die Welt erweitert und verändert.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran

S04-Debakel nach Wirbel um Gross - RB bleibt an Bayern dran

«Let's Dance»: Fußballer hängt «Mr. Tagesschau» ab

«Let's Dance»: Fußballer hängt «Mr. Tagesschau» ab

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Absolut genial: Was Sie mit Salz alles reinigen können

Absolut genial: Was Sie mit Salz alles reinigen können

Meistgelesene Artikel

Amazon XXL: So sieht es auf der Großbaustelle Logistikzentrum in Achim aus

Amazon XXL: So sieht es auf der Großbaustelle Logistikzentrum in Achim aus

Amazon XXL: So sieht es auf der Großbaustelle Logistikzentrum in Achim aus
Den Steinbergern stinkt es jetzt schon

Den Steinbergern stinkt es jetzt schon

Den Steinbergern stinkt es jetzt schon

Kommentare