Netzwerk katholisches Familienzentrum St. Josef sucht noch Bildungspaten

Lotse hilft im Schulalltag

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Die Kinder werden auf vielfältige Weise unterstützt.

Verden - Wer einem Kind den Wechsel vom Kindergarten zur Schule erleichtern möchte, ist im Ehrenamtsprojekt „Schüler + Lotse“ des Netzwerks katholisches Familienzentrum St. Josef Verden richtig. Für die dritte Projektrunde werden noch Bildungspaten gesucht. Näheres dazu gibt es Donnerstag, 23. April, auf einer Infoveranstaltung der Gemeinde St. Josef.

„An den ersten beiden Durchläufen haben die Kindergärten St. Josef und Dom teilgenommen. Bei der kommenden Auflage ist auch die Kita Neißestraße dabei“, so Diplom-Sozialarbeiterin Marsha Ertel, die das Projekt koordiniert. 15 Lotsen sind mittlerweile im Einsatz. „Die Beteiligung von Firmen ist hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. Bislang haben leider nur die Kanzleien Wilmer & Partner sowie Berner, Fischer & Partner Mitarbeiter für das Ehrenamtsprojekt freigestellt.“

Das Projekt, so Ertel weiter, sei präventiv angelegt und beginne bereits vor der Einschulung im Kindergarten. In dieser vertrauten Umgebung sei es für die Lotsen leichter, eine Vertrauensbasis über gemeinsame Aktivitäten wie Spielen und Vorlesen herzustellen. In der Schulzeit werde diese Phase durch Angebote zu schulischen Anforderungen abgelöst. Ertel: „Die Unterstützung ist unterschiedlich, von der Heftführung, über Ordnung im Ranzen, Hausaufgabenhilfe bis zur Persönlichkeitsstärkung über gemeinsames Spielen und die damit verbundenen Gespräche, in denen Situationen aus dem Schulalltag aufgefangen werden.“

Die bislang aktiven Lotsen hätten die Interessen der Kinder gefördert, an ihren Erfahrungen im Schulalltag teilgenommen und ihnen bei Problemen Hilfestellung gewährt. „Vor allem haben sie sehr viel mit den Kindern gesprochen, haben ihnen zugehört und sie gelobt, was außerordentlich wichtig war.“

Ertel sagt, dass mit dem dem Schulstart Kinder wie Eltern besonders gefordert würden. Es müsse viel organisiert werden, die Kleinen müssten lernen, mit Mitschülern und Lehrern umzugehen und den Schulalltag zu bewältigen. „Und das gelingt einigen Kindern besser mithilfe eines Lotsen, die ihnen den Rücken stärken“, so die Koordinatorin.

Als Beispiel verweist sie auf einen dreifachen Vater von Jungen, der als Lotse schnell die Leidenschaft seines Schützlings für Fußball erkannt und mit ihm gebolzt habe. Als es dann in der Schule mit dem Lesen nicht recht voranging, blätterte er mit ihm in einem Fußballbuch und setzte damit genau den richtigen Impuls. Heute sei Lesen für den jungen Mann kein Problem mehr, und sein Fußballtalent entfaltet er zudem in einem Verein.

Die Kinder werden für das Projekt nicht willkürlich ausgewählt. Ertel: „Erzieher, die Bedarf bei einem Kind erkennen, nehmen Kontakt mit den Eltern auf und weisen auf das Projekt hin. Wünschen die Eltern eine Hilfestellung, wird die Koordinatorin eingebunden und sucht auch den für das Kind individuell geeigneten Lotsen aus.“ Außerdem erhalten die Lotsen eine Schulung, noch bevor der erste Kontakt stattfindet. Während des Einsatzes, der etwa ein Jahr dauert, ist die kontinuierliche Begleitung der Lotsen und der Familien durch die Fachkraft gesichert.

Die Erfahrungen der ersten beiden Jahre, ebenso wie die Resonanz von Kitas, Kindern und Eltern beschreibt Ertel als positiv und dass auch die Lotsen von ihrem Engagement profitiert hätten. „An diesen Erfolg soll die dritte Projektrunde anschließen“, so der Wunsch von Ertel.

Die Projektleiterin ist unter Telefon 04231/899420 erreichbar. Unter der gleichen Rufnummer wird auch um Anmeldung für die Veranstaltung am Donnerstag, um 18 Uhr, in der Kirchengemeinde St. Josef, Andreaswall 13, gebeten. Außerdem wird in einem Filmbeitrag auf Youtube unter dem Stichwort „Schüler und Lotse“ über das Projekt informiert.

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