Gebäude an Lindhooper Straße sollte edel saniert werden / Jetzt Zwangsversteigerung

In Verden: Nestwärme unterm Hammer

Die Bauschilder sind entfernt: Das ehemalige Projekt Nestwärme an der Lindhooper Straße.
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Die Bauschilder sind entfernt: Das ehemalige Projekt Nestwärme an der Lindhooper Straße.

Verden – Einst zog es die Blicke auf sich. Jenes Bauschild, auf dem eine edelsanierte Fassade zu sehen war, und hell erleuchtete Fenster, die Wohligkeit und ein heimeliges Zuhause symbolisierten. Nestwärme nannte sich das Projekt an der Lindhooper Straße zwischen Stadion und Feuerwehr, das ursprünglich schnelle Fortschritte machte. Doch dann bereitete ein Baustopp der kommenden Wohn- und Werkstattherrlichkeit ein jähes Ende.

Und jetzt geht gar nichts mehr. Altgebäude und dahinter liegender Rohbau und Grundstück gehen in die Zwangsversteigerung. Das Amtsgericht Verden hat für den Termin am 19. Februar einen Verkehrswert von 91 000 Euro festgelegt.

Amtsgericht Verden legt Verkehrswert fest

Auf einem rückseitigen Bauschild sind immer noch die Verantwortlichen von einst aufgeführt. „Das Altgebäude befindet sich in keinem so schlechten Zustand“, sagt auf Nachfrage der damalige Bauleiter Wieslaw Lubczynski (Bremen). Innen sei das Haus bereits saniert, es fehle nur noch das Dämmen der Außenwände. Und auch beim dahinter liegenden Rohbau, findet Lubczynski, könne man auf dem Bestehenden aufbauen. Es sei als Kfw-40-Haus konzipiert, als Hocheffizienzhaus, warm eingepackt und mit Platz für Anlagentechnik beim Heizen und Lüften aus erneuerbaren Energien. „Das reicht bis zur speziellen Kiesmischung unter der Bodenplatte.“

Amtsgericht Verden liefert Objektbeschreibung

Ganz so euphorisch fällt die Objektbeschreibung des Amtsgerichtes nicht aus. Das Objekt sei derzeit nicht bewohnbar, Dach- und Holzbauteile seien als abgängig zu beurteilen. Ferner lägen erhebliche Bauschäden durch Feuchtigkeitseinwirkung vor, so die offizielle Einschätzung. Bestätigt wird sie bei einem Blick auf das Objekt. Große Teile des Daches sind inzwischen neu gedeckt, mit Schindeln sogar der gehobenen Klasse, aber eben nur große Teile. Mittendrin immer wieder Lücken, in die das Regenwasser freien Lauf hat, und an den Seiten Überstände, die deutliche Verwitterungsspuren tragen.

Der Rohbau trägt bereits ein Dach.

Typisches Verdener Backsteinhaus

Bei dem Altbau handelt es sich nach Gerichtsangaben um ein typisches Verdener Backsteinhaus ungefähr aus dem Jahr 1905, teilweise unterkellert. Es stehe auf einem Grundstück von 429 Quadratmetern. Nach Angaben des Bauleiters Lubczynski habe sich der Bauherr vor allem in die Lage des Gebäudes verguckt. „Im Altbau sollte eine Töpferwerkstatt eingerichtet werden, der jetzige Rohbau war für Wohnzwecke vorgesehen mit Platz für durchaus zwei Familien.“ Der Eigentümer habe ein kleines Unternehmen geführt. Ihm sei schon frühzeitig die Finanzierung des Hauses an der Lindhooper Straße weggebrochen. Zwar habe er noch einen Nachschlag erhalten, aber dann sei endgültig das Limit erreicht gewesen. Mit eigenen Beschäftigten habe er am Ende versucht, an dem Projekt weiterzubauen. Aber auch das sei gescheitert.

Ob die damaligen Baupläne auch heute noch uneingeschränkt nutzbar sind, ist unklar. Der seinerzeitige Projekt-Entwickler, ein Spezialist für Niedrigenergie- und Passivhäuser, wie es in seiner Werbung heißt, er ist vor zwei Jahren verstorben.

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