Mut zum nächsten Schritt

Neue Projekte im Mehrgenerationenhaus Verden

Anja Krebs (l.) und Christel Kijewski freuen sich auf die neuen Angebote im Mehrgenerationenhaus am Hoppenkamp.

Verden - Das Mehrgenerationenhaus Bürgertreff hat im Frühling drei neue interessante Angebote im Programm. Alle stehen unter der Überschrift „Nur Mut, der nächste Schritt lohnt sich“. Die Veranstaltungen richten sich vor allem an Menschen, die Defizite beim Lesen und Schreiben haben.

„Das Mehrgenerationenhaus hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung neue Mittel zur Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz bekommen. Im Team haben wir uns daher diese neuen Projekte überlegt“, erzählt Anja Krebs vom Mehrgenerationenhaus. Einen Alphabetisierungskurs hielten Anja Krebs und ihre Kollegin Christel Kijewski nicht für sinnvoll. „Wir haben uns überlegt, was Menschen, die nicht gewohnt sind zu lesen und zu schreiben, bewegen könnte hierherzukommen“, so Krebs.

Die erste Idee ist der Kurs „Zettelwirtschaft“. „Viele Menschen, die zu uns in die Beratung kommen, haben alle Unterlagen in der Plastiktüte. Wenn zum Beispiel der Handyvertrag gekündigt werden soll, müssen wir erst einmal sortieren“, erzählt Einrichtungsleiterin Christel Kijewski. Eine Honorarkraft soll an mehreren Terminen zeigen, wie Ordner angelegt werden und wieder Ordnung in die „Zettelwirtschaft“ gebracht wird. „Ich weiß aus Erfahrung, dass viele das nicht allein hinkriegen“, so Kijewski.

„Geschichten-Club“ soll etabliert werden

Das zweite Angebot ist der „Spieletreff“. Beim gemeinsamen Erlernen der Spielregeln sollen die Menschen miteinander in Kontakt kommen.

Ebenfalls neu etabliert werden soll der „Geschichten-Club“. „Wir möchten einmal im Monat ein Vorleseangebot im Stadtteilcafé anbieten“, berichtet Anja Krebs. Gesucht werden dazu noch Menschen, die Lust haben, anderen vorzulesen. Zum Einsatz kommen soll hier aber auch das Kamishibai, ein Bilderbuchkino, das das Erzählen von Geschichten auch ohne Text ermöglicht.

Des Weiteren möchte das Team vom Mehrgenerationenhaus die Fördermittel dazu verwenden, das Projekt „Leichte Sprache“ ins Leben zu rufen. „Alles, was im Stadtteil publiziert wird, wie Bewohnerbriefe oder Aushänge, sollen mehreren Menschen zugänglich gemacht werden“, so Krebs. Passieren soll das durch mehr Bilder und Texte in leichter Sprache. Wie das am besten umgesetzt wird, lernen Team und Ehrenamtliche in einer Fortbildung.

Infoveranstaltung am 5. März

„7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Viele versuchen, das zu verbergen“, weiß Christel Kijewski. Auch in ihrer täglichen Beratungsarbeit trifft sie immer wieder Menschen, denen es so geht. „Sie sollen merken, dass sie sich nicht schämen müssen und dass es vielen Menschen ähnlich geht. Dieses Problem zieht sich durch alle Schichten, Kulturen und Berufe“, weiß sie. Am Montag, 5. März, um 19 Uhr, werden im Mehrgenerationenhaus, Hoppenkamp 6, alle neuen Projekte vorgestellt. Dann werden auch die Termine bekannt gegeben. Alle Angebote sind kostenlos. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 04231/ 68992. 

ahk

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