Erzieherin Anne Katrin Kunze trifft Benedikt Pape aus Verden

Nachrichten aus Neve Hanna

+
Eigentlich immer auf Tour, aber hier ganz entspannt: Ein Jahr war Bene Pape im Rahmen des Freiwilligendienstes in Israel. Nun wird er darüber am Freitag berichten.

Verden - In unregelmäßigen Abständen hat Benedikt Pape aus Verden in dieser Zeitung über seinen Internationalen Freiwilligendienst im israelischen Kinderheim Neve Hanna in Kirjat Gat berichtet. Nun neigt sich sein Aufenthalt dem Ende zu.

Den „Abgesang“ auf dieses besondere Jahr macht nun aber nicht Benedikt selber, sondern Anne Katrin Kunze, eine Erzieherin aus Hamburg. Die 30-Jährige ist stellvertretende Leiterin der Joseph-Carlebach-Kindertagesstätte der Jüdischen Gemeinde Hamburg. Nach Neve Hanna führte sie ein Austausch, um Kinderheim und Land kennenzulernen.

„Dort traf ich auf Benedikt Pape“, schreibt sie und schildert, wie überrascht sie gewesen sei, einen jungen Menschen zu treffen, der sich so engagiert, so weitsichtig sei und dem an stetigem Meinungbilden so viel gelegen sei. Das sei heutzutage eine Seltenheit und so betitelt sie ihren Artikel auch „Der selbstlose junge Mensch. Eine aussterbende Spezies?“.

Und: „Ist der hilfsbereite junge Mann, der der älteren Nachbarin die Einkaufstüten nach Hause trägt und dafür nichts weiter als einen Dank und ein Lächeln bekommt, ein Auslaufmodell?“, fragt Anne Katrin Kunze und fügt umgehend hinzu: „Den netten jungen Mann, das Auslaufmodell, traf ich bei einem Aufenthalt in Israel: sein Name Benedikt Pape, 20 Jahre alt.“

Seit September 2015 arbeitet der Verdener gemeinsam mit fünf Deutschen als Freiwilliger in dem Kinderheim in Kiryat Gat, eine Stunde von Tel Aviv entfernt. „Dort haben sie neben vielfältigen Aufgaben, mit denen der reibungslose Ablauf gesichert wird, auch die Chance, die Kinder kennenzulernen und ein Teil der großen Familie zu sein“, schreibt Anne Katrin Kunze.

„Die Jugendlichen werden mit offenen Armen empfangen. Ihre Hilfe wird gebraucht, ob bei der Gartenarbeit, dem Bau oder Erweiterung eines Gebäudes, der Tierpflege im Streichelzoo oder der Küche. Der Tag beginnt morgens um sieben und endet meist gegen acht. Nur von Freitagmittag bis Samstagabend, wenn der Schabat endet, bleibt Zeit, das Land kennenzulernen und ein bisschen zu genießen.“

Für seinen Einsatz erhalte Bene eine kleine Aufwandsentschädigung von 150 Euro im Monat, die Liebe der Kinder und ein bisschen Anerkennung. Er sei glücklich dort. Dieses Jahr werde er nie vergessen und zur großen Familie von Neve Hanna werde er immer dazu gehören.

Vortrag am Freitag im Alten Schulhaus

„Das Jahr in Israel ist fast vorbei, Anfang Juli fliegt er zurück. Benes Pläne für die kommenden Monate beeindrucken mich. Momentan engagiert er sich schon wieder in seiner Heimatstadt Verden. Bene hat Ideen und die Entschlossenheit, diese umzusetzen. Ihm liegt seine Heimatstadt und ihre Zukunft am Herzen, denn nach dem Studium will er zurückkommen. Und ich denke einfach nur: Wow! Bitte mehr davon! Von den jungen Menschen mit Visionen, die die Welt verändern wollen. In Israel sagt man: ,Kol Ha kavot!’ Du hast meinen Respekt. Ich ziehe den Hut vor Dir!“, so Anne Katrin Kunze.

Derzeit stecke Bene in einem Gefühlswirrwarr. „Einerseits muss er sich von den Kindern, von Neve Hanna verabschieden, das macht ihn sehr traurig. Andererseits freut er sich auf die Rückkehr nach Deutschland, wo Familie und Freunde ihn wahrscheinlich schon sehnsüchtig erwarten.“

Und sobald er zurück sei, müsse er sich neben den Plänen für seine Stadt auch noch den Beginn seines Studiums, Grundschullehramt, vorbereiten. „Ich wünsche ihm viel Glück und vor allem Durchhaltevermögen, für alles, was er sich vorgenommen hat. Danke Bene, dass ich dich kennenlernen durfte“, schreibt die Hamburgerin. Vielleicht sei doch noch nicht alles verloren und seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, sei kein Auslaufmodell.

„Und eines kann ich versichern“, schließt Anne Katrin Kunze ihren Brief. „Bene würde Ihnen die Einkaufstüten nach Hause tragen und Ihnen nebenbei auch erläutern, warum Sie Ihn bei seinen Ideen unterstützen sollten.“

In dieser Woche wird Benedikt Pape in Verden zurück erwartet. Und schon am Freitag, 8. Juli, 18 Uhr, gibt es eine Veranstaltung im Alten Schulhaus Dauelsen, in der er über sein Jahr in Israel erzählen möchte. „Ich freue mich über alle, die Zeit und Lust haben vorbeizuschauen“, schreibt der junge Mann in einer Kurzmitteilung.

Mehr zum Thema:

Sturmtief "Thomas" fegt über Karnevalshochburgen

Sturmtief "Thomas" fegt über Karnevalshochburgen

Zusatzfahrzeuge sollen Autofahrern helfen

Zusatzfahrzeuge sollen Autofahrern helfen

American Saddlebreds: Feine Pferde für Kenner

American Saddlebreds: Feine Pferde für Kenner

Schau der Besten in Verden: Miss-Wahl 

Schau der Besten in Verden: Miss-Wahl 

Meistgelesene Artikel

Anstecknadeln und Rosen überreicht

Anstecknadeln und Rosen überreicht

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

Siegerfaust für Madame

Siegerfaust für Madame

Bagger beschädigt Starkstromleitung an der A1

Bagger beschädigt Starkstromleitung an der A1

Kommentare