Kontaktstelle Selbsthilfe im Kirchenkreis Verden feiert 10. Geburtstag

Nachfrage hat stetig zugenommen

Bei der Abfahrt zur Grill-Schiffahrt waren fast 80 Personen an Bord. Heike Hansmann und Pastorin Constanze Ulbrich mit Blumen, links daneben Elke Schölper. - Foto: Niemann

Verden - Mit einer Grill-Schifffahrt auf Aller und Weser samt Festandacht hat die Kontaktstelle Selbsthilfe im Kirchenkreis Verden ihren zehnten Geburtstag gefeiert. Dazu eingeladen waren die Selbsthilfegruppensprecher und deren Stellvertreter, Netzwerkpartner, Vertreter von Diakonie, Krankenkassen und Kooperationspartnern sowie Sponsoren von Feuerbestattung, Stadttombola und Volksbank Verden.

Vor fast genau zehn Jahren öffnete die Kontaktstelle für Selbsthilfe in Verden. Seitdem hat die Nachfrage stetig zugenommen. „Die Gründe der Betroffenen, Austausch zu suchen, haben sich über die Jahre geändert“, erklärte Heike Hansmann, die die Kontaktstelle mit Unterstützung von Angela Menke seit sieben Jahren leitet. Wie zu Beginn seien chronische Krankheiten nach wie vor das zentrale Thema, inzwischen seien aber andere Probleme wie Depression, Burnout, soziale Ängste oder Mobbing hinzugekommen, die immer mehr Menschen beschäftigten.

Die Gründe sieht Hansmann zum einen in den gestiegenen Anforderungen der Menschen im Alltag und dem zunehmenden Stress, zum anderen in der spürbaren gesellschaftlichen Enttabuisierung der Krankheit. Denn während sich die Menschen früher oft für psychische Probleme geschämt hätten, seien sie heute eher auf der Suche nach möglichst schneller Hilfe für das Problem.

Und weil man auf einen Therapieplatz in der Regel mehrere Monate warten muss, bieten sich Selbsthilfegruppen – auch als Zwischenlösung – an. In der Gruppe, so die Erfahrung von Hansmann, fühlten sich die Mitglieder mit ihren Gedanken weniger alleine und seien erleichtert, mit Menschen zu sprechen, die allesamt Experten für ihr jeweiliges Leiden seien.

Das Jubiläum wurde auch zum Anlass genommen, die Selbsthilfe im Kirchenkreis Verden in ihrer Vielfältigkeit einmal in den Mittelpunkt zu rücken. Zu den Leistungen zählt zum Beispiel die Unterstützung von derzeit annähernd 70 Gruppen, die in der im Stadtkirchenzentrum Verden kompetente Hilfe und Unterstützung für ihre Anliegen und Problemen finden. Von dort werden auch regelmäßige Treffen der Gruppensprecher organisiert, die Gruppen besuchen sich untereinander und in der Vergangenheit wurde im Zweijahresrhythmus ein großer Selbsthilfetag in der Stadthalle durchgeführt.

Elke Schölper, Superintendentin Kirchenkreis Verden, sagte: „Mit den genannten Hilfsangeboten, der Vermittlung in die Gruppen, Unterstützung bestehender Gruppen und Hilfe bei Gruppenneugründung leistet Heike Hansmann große Hilfe.“ Aus einer Pilotphase heraus habe sich das Projekt nicht zuletzt durch Engagement und Kompetenz der Leiterin optimal entwickelt, so dass es heute ein sehr wichtiger Bestandteil im landkreisweiten Hilfesystem sei.

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