Nachnutzung soll erörtert werden

Verdener Traditionsgaststätte Früchtnicht schließt nach 260 Jahren

Gekündigt. Der Schützenverein hatte sein Domizil im angrenzenden Gebäude. - Fotos: Bruns

Verden - Die Verdener Traditionsgaststätte Eichenkrug Früchtnicht stellt zum Ende des Jahres den Betrieb ein. Nach langem Zögern hat das die Inhaber-Familie Richter gestern bestätigt. Details zur Nachnutzung sollen heute in einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Bauunternehmen Holzkamm bekanntgegeben werden.

Die Spatzen pfeifen jedoch schon längst von den Dächern, dass das ortsbildprägende Gasthaus abgerissen und stattdessen Wohnhäuser errichtet werden sollen. Vor einer ungewissen Zukunft steht damit der Schützenverein Dauelsen. Seine Kündigung hat er bereits erhalten.

Die gastronomische Geschichte des Eichenkrugs reicht zurück bis ins Jahr 1755. Damals war es eine Pferdewechselstation. „Einer der wichtigsten Versorgungspunkte für den Postbetrieb von Hannover nach Bremen. Eine Schankerlaubnis kam hinzu und seitdem ist der Gasthof mit Land und Leuten von Dauelsen fest verwurzelt“, so ist es auf der Homepage des Gasthauses zu lesen, das heute Thomas Richter führt. Was nach der Entwurzelung auf dem Gelände an der Achimer Straße entstehen soll, wurde dem Ortsrat bereits vorgestellt. Jedoch in nichtöffentlicher Sitzung.

Claus Willenbrock, Geschäftsführer des Verdener Bauunternehmens Holzkamm, wollte sich nicht zu Details äußern, widersprach aber auch nicht der Information, dass eine Wohnbebauung geplant ist. Inwieweit die Wiese an der Ecke Achimer Straße/Zum Thingplatz erhalten bleibt, wird sicher auch heute mitgeteilt.

Seit mehr als 260 Jahren Tradition: Der Eichenkrug Früchtnicht in Verden-Dauelsen stellt zum Jahresende seinen Betrieb ein.

Zum Ende dieses Jahres hat Familie Richter jedenfalls den Pachtvertrag mit dem Schützenverein gekündigt, der seinen Schießstand auf dem Grundstück hat. „Wir sehen uns jetzt nach einem neuen Grundstück um, aber entschieden ist noch nichts“, sagte auf Nachfrage der Vereinsvorsitzende Andreas Kruse. Als geeignet werde eine Fläche am Bettenbruch in direkter Nachbarschaft zum TSV Dauelsen angesehen. Allerdings müsste der Verein die nicht unerheblichen Kosten für einen neuen Schießstand wuppen können.

In dem Schützenhaus aus dem Jahr 1964 schießen die Dauelser Grünröcke im Erdgeschoss mit Kleinkaliber. Im Obergeschoss gibt es einen Schießstand für Luftgewehre sowie für die Bogenschützen. Außerdem haben sich dort die „Dart-Dragons“, die Pfeil-Werfer des TSV Dauelsen, eingerichtet.

Gespräche mit der Stadt und dem Kreissportbund seien schon geführt worden, berichtete Kruse. Doch was kommen wird, das könne derzeit noch niemand sagen. Das Schützenfest soll dieses Jahr noch in der gewohnten Form gefeiert werden und die Dart-Spieler planen für das letzte Juni-Wochenende ihre dritte offene Meisterschaft.

Beim Eichenkrug plant man nichts mehr. Verden verliert einen weiteren Saal für größere Veranstaltungen. „Bis zu 120 Personen können im bäuerlichen Ambiente der ehemaligen Tenne mit Eichengebälk und Ziegelfachwerk ausgelassen feiern“, heißt es auf der Homepage.

wb

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