Eigenbetrieb Abwasser arbeitet mit Hochdruck an Neubau / Drei Abschnitte und 45 Millionen Euro

Nach der Havarie: Projekt „Kläranlage 2030“

So könnte die Kläranlage im Jahr 2030 aussehen.  
Foto: stadtverden
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So könnte die Kläranlage im Jahr 2030 aussehen. Foto: stadtverden

Verden – Der massive Um- und Neubau des Verdener Klärwerks bestimmt die kommenden Jahre die Arbeit auf dem Betriebsgelände der Abwasserbeseitigung Verden. Auf 45 Millionen Euro beläuft sich das Volumen für das Projekt „Kläranlage 2030“. Die Planungen für den ersten Bauabschnitt, Umfang zwölf Millionen Euro, sind angelaufen. Oberste Priorität bei der Erneuerung der Anlage hat die Faulstufe inklusive des Neubaus einer Energiezentrale.

Wie die Umsetzung des Zukunftsmodells aussieht, stellten Projektleiter Christian Mattke sowie Projektleiterin Kerstin Selig den Mitgliedern des Betriebsausschusses am Dienstagabend im Verdener Rathaus vor. Den Anfang macht die Neu- und Umgestaltung der Schlammentwässerung. „Die Planungen sind schon weit fortgeschritten“, so Mattke. Die Verträge mit dem Ingenieurbüro seien unterzeichnet, das Achimer Büro Born-Ermel will die Entwurfsplanung bis Ende Juli vorlegen. Neun Monate beträgt die Bauzeit.

Eine ganze Liste an Maßnahmen soll in dem Zeitraum umgesetzt werden, erklärt Mattke.

Dazu zählen:

.  Rückbau der alten Schlammbehälter.

.  Neubau von zwei Spannbetonbehältern mit je 2 000 Kubikmetern Fassungsvermögen.

.  Neubau eines Schubbodenbehälters zur Sammlung des transportfähigen Schlamms.

.  Neugestaltung der Verkehrsanlage auf der Kläranlage.

.  Neubau der Fällmitteldosieranlage.

Mattke betonte, Neu- und Umgestaltung des Abtranports seien so ausgelegt, dass die wartenden Lkw künftig komplett automatisch mit dem Klärschlamm beladen werden können.

Unter Hochdruck laufen zudem die Vorbereitungen für den Neubau der Faulung und der Energiezentrale, Kernstück der Anlage. Das Zeitfenster als Folge des Unfalls Ende des Jahres 2017 ist klar umrissen und somit begrenzt. Projektleiterin Kerstin Selig: „Die Restbetriebsdauer der damals havarierten Faulstufe läuft in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde im Jahr 2023 aus.“ Die Vorplanungen, ebenfalls durch das Büro Born-Ermel, sind angelaufen. Der Umfang ist erheblich:

.  Abbruch des Nachklärbeckens.

.  Neubau von Schlammannahme und -mischer.

.  Neubau der Faulstufe.

.  Neubau eines Technikgebäudes.

Nach Abriss der alten Gebäude und Türme dürfte die Kläranlage mit der Umsetzung des Projektes ein völlig neues Gesicht bekommen. „Dazu gehört auch, dass die Fassaden der Gebäude der Zeit entsprechend angepasst werden“, so die Projektleiter. Durch Umstrukturierung und Abriss werde zudem neuer Platz auf der Anlage für das Baufeld der Zukunft geschaffen, hieß es. Dazu gehören die weiteren Projekte, die bis 2030 auf dem Reißbrett stehen. Zweiter Bauabschnitt:

.  Neubau der Sozialgebäude, Neubau Zulaufbereich (Tosbecken, Rechen), Neubau der Zentratbehandlung sowie Umbau mit Erweiterung von Sandfang und Flotation.

Dritter Bauabschnitt:

.  Neubau biologische Stufe (Belebung und Nachklärung) sowie Neubau Betriebsgebäude mit Büroflächen.

Unabhängig vom notwendigen Neubau der Kläranlage und parallel zur täglichen Arbeit sind die Ingenieure und Mitarbeiter des Betriebes in Fragen der Sicherheit gefordert und haben aktuell einen ganzen Katalog an Forderungen abzuarbeiten. „Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen sind grundsätzlich kritische Infrastrukturen“, führte Mattke aus. Daher werde allen Betrieben unbedingt geraten, eine Risikoanalyse für den Fall der Fälle durchzuführen, so eine Empfehlung der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. „Im Bereich Elektronik, Notfallplanung und Management sind wir entsprechend aktiv“, so Mattke. Schwerpunkt der Analyse liege auf der Notstromversorgung und Anlagentechnik, IT und Prozessleittechnik sowie der Organisation.

Auch eine weitere Analyse im Bereich der Abwassertransporte sei notwendig. „Da besteht signifikanter Handlungsbedarf“, betonte Mattke mit ernster Miene.

Von Markus Wienken

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